«Bis zum Hockeyspiel am Morgen mussten wir die Eisskupltur wegpickeln»: Fliegender Wechsel beim OK-Team der Eisdisco

Die Party im Lerchenfeld findet am Samstag zum zehnten Mal statt. Den Tanz auf dem Eis organisiert ein neues Duo.

Sandro Büchler
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Lukas Hofstetter und Dimitrij Itten übergeben das Zepter der Eisdisco an Morgan Knöpfler und Yannick Fraser (von links).

Lukas Hofstetter und Dimitrij Itten übergeben das Zepter der Eisdisco an Morgan Knöpfler und Yannick Fraser (von links).

Bild: PD/Ladina Bischof

Wenn am Samstag wieder Hunderte St.Gallerinnen und St.Galler in der Eishalle Lerchenfeld ihre Runden zu Musik drehen, ist eigentlich alles gleich wie in den Jahren zuvor. Zum zehnten Mal findet dort die Eisdisco statt. Hinter den Kulissen hat sich aber einiges getan: Für die beiden Gründer der populären Party auf dem Eis, Lukas Hofstetter und Dimitrij Itten, wird es die letzte Ausgabe sein. «Wir geben unser Schlittschuh-Baby in neue Hände», sagt Itten. «An ein jüngeres Veranstalterduo: Morgan Knöpfler und Yannick Fraser.»

«Es ist ein grosses Vermächtnis», sagt der 29-jährige Knöpfler. Er sei oft selbst zu Gast gewesen, «fast noch als Pubertierender», kenne die stets gute Stimmung auf dem Eis. «Dieses Partyformat übernehmen zu dürfen, ist deshalb auch eine grosse Ehre.»

Mehr Familien, mehrere Generationen

Hofstetter und Itten haben nach zehn Jahren Lust auf etwas Neues. Hofstetter betont, dass ihm das Organisieren des Tanzes auf dem Eis immer Spass und Freude gemacht habe.

«Wir finden zehn aber eine gute Zahl
für einen Generationenwechsel.»

Der 40-Jährige veranstaltet noch eine ganze Reihe anderer Dinge: Das im Juli stattfindende Kulturfestival, Konzerte, Kurzfilmabende und eine Poetry-Slam-Reihe in St.Gallen – mit der er im vergangenen Jahr nach Zürich expandierte. Am diesjährigen Open Air St.Gallen wird Hofstetter zudem erstmals ein drei Tage dauerndes Tanzformat aufziehen. «Das Wort Langeweile kenne ich nicht.»

Sein Kompagnon, der 38-jährige Itten, will sich mehr seiner Vaterrolle zuwenden. Daneben ist er als Yogalehrer tätig und als Velokurier unterwegs. Ganz die Finger lassen vom Organisieren wird auch er nicht: Er veranstaltet im Juni das Gin-Gin-Festival und im Dezember den Designmarkt Cash For Trash.

Zurück zu ihrem «Baby»: Unter dem eingespielten Veranstalterduo ist die Eisdisco publikumsmässig Jahr um Jahr gewachsen. «Es kommen immer mehr Familien, mehrere Generationen kommen friedlich zusammen», sagt Itten. Für die einen sei es eine Art Revival, wenn sie nach Jahren der Abstinenz wieder auf dem Eis stehen, andere kommen regelmässig. Zum Erfolg trüge auch das Team der Eishalle bei, allen voran die Eismeister. «Für sie ist die Party jedes Jahr ein Highlight», sagt Hofstetter. «Und wegen uns haben sie immer mehr Schlittschuhe angeschafft.» 900 Stück sind es jetzt. Die Veranstalter empfehlen weiterhin, wenn möglich eigene Kufen mitzubringen.

Eisdisco in der Eishalle Lerchenfeld am Freitag, 15. Februar 2019.

Eisdisco in der Eishalle Lerchenfeld am Freitag, 15. Februar 2019.

Benjamin Manser

In guten Händen aufgehoben

Bei Morgan Knöpfler und Yannick Fraser sei die Eisdisco in guten Händen, sagen die Gründer. Knöpfler und Fraser sind keine Unbekannten in der St.Galler Szene. Als Mitbegründer des Musiklabels Schwarzmatt sind sie nicht nur als DJ-Kollektiv aktiv, sondern organisieren auch zahlreiche Partys, zum Beispiel am St.Galler Fest die «Strada Electronica» in der Goliathgasse.

«Wir investieren genauso viel Herzblut und Schweiss», sagt Knöpfler. Doch etwas Respekt habe er schon vor der Aufgabe. Denn die Party hat es in sich. Fünf Lastwagen voll Material – Lampen, Boxen, Technik, Kabel – werden in der «nackten» Halle montiert. Plus Dekoration. Diese schätze das Publikum.

«Es ist die Kombination aus Licht, Musik, Eis und dem Zusammenkommen von Freunden, die das Gesamterlebnis ausmachen.»

Es sei eigentlich ein Riesenaufwand für einen einzigen Abend. Damit am Samstag alles rund läuft, stehen die Gründerväter dem neuen Organisationsduo noch beratend zur Seite. «So ist es ein fliegender Wechsel», sagt Hofstetter. Danach hätten sie Narrenfreiheit.

Einen wichtigen Tipp an die junge Garde haben Hofstetter und Itten aber: «Nie eine Eisfigur ohne Holz zwischen Eisfläche und Skulptur aufstellen.» Diesen Fehler hätten sie bei einer vergangenen Ausgabe gemacht. Die Skulptur, gleichzeitig der DJ-Pult, sei logischerweise am Eisfeld festgefroren. «Wir mussten sie wegpickeln und -sägen, weil am Sonntag um 8 Uhr morgens ein Eishockeymatch stattfand.» Erst fünf Minuten vor Spielanpfiff war die Skulptur weg.

Das Programm der 10. Eisdisco in der Eishalle Lerchenfeld

Drinnen und draussen

Die 10. Eisdisco findet am Samstag von 16 bis 2 Uhr in der Eishalle Lerchenfeld statt. Bis 20 Uhr ist das Eisfeld für alle offen, nachher gilt Mindestalter 16 Jahre. Drinnen an den Plattentellern stehen die DJs Double Dice, Classick sowie die Schwarzmatt-DJ-Crew. Auf dem Aussenfeld sorgen DJ Naurasta Selecta und Alex für romantische Gefühle. Zudem gibt es Essensstände und Schlittschuhe können gemietet werden. (sab)

Infos und Tickets: www.eisdisco.ch