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Bis zu 80 Prozent der Jungbäume in der Marroniplantage am See sind abgestorben

Die «Marronifelder» in der weiteren Region Rorschach gedeihen nicht überall. In der «Bleiche» in Rorschacherberg entwickeln sich die über 150 Bäume Bäume prächtig, in Buechen und in Egnach sind dagegen zahlreiche der 300 Jungbäume eingegangen.
Rudolf Hirtl
Der Goldacher David Fässler auf dem Marronifeld in Egnach, wo die Hälfte der jungen Bäumchen eingegangen ist. (Bild: Rudolf Hirtl)

Der Goldacher David Fässler auf dem Marronifeld in Egnach, wo die Hälfte der jungen Bäumchen eingegangen ist. (Bild: Rudolf Hirtl)

Der Goldacher Gemüseproduzent Filipp Fässler strahlt über das ganze Gesicht, als er die 151 Bäume auf der «Bleiche» in Rorschacherberg betrachtet. Die im Januar 2016 gepflanzten Edelkastanien gedeihen prächtig. Fässler dürfte dort im kommenden Herbst gegen 20 Kilo ernten. In fünf Jahren werden es bereits gegen 500 Kilo sein.
Auch wenn den Sorten Marigoule und Marsol das Klima hier am Bodensee offensichtlich bekommt, der Erfolg in der Marroniplantage ist kein Selbstläufer. Es müssen Nützlinge gefunden werden, um Kastanienwickler oder Gallwespen ohne Chemie bekämpfen zu können. Ausserdem drohen Ernteverluste durch den Rindenkrebs.

Was als in der Schweiz einzigartiges Pionierprojekt mit 151 Bäumchen begonnen hat, sollte in der Region Rorschach seine Fortsetzung finden. Filipp Fässler pflanzte Ende März dieses Jahres 100 Marronibäumchen in Buechen, auf dem Gelände nach dem Sportplatz Bützel. Sein Sohn David Fässler brachte zum selben Zeitpunkt im Weiler Holz in Egnach 200 Bäumchen der Sorten Bouche de Bétizac und Maraval in den Boden. «Verschiedene Sorten müssen es sein, weil Edelkastanien Fremdbefruchter sind», erklärte der 28-Jährige damals. Die Marroni-Plantage legte der Gemüsegärtner für seine Diplomarbeit zur Meisterprüfung an.

Bis zu 80 Prozent der Bäumchen sind abgestorben

Nun, fünf Monate später, läuft David Fässler über das Feld und muss konsterniert feststellen, dass 50 Prozent der Marronibäumchen eingegangen sind. Nur vereinzelt sind Exemplare auszumachen, die sich wie erhofft entwickelt haben. Gegen 100 Jungmarroni sind entweder gänzlich verdörrt, oder aber abwärts bis zur Veredelung. War der Boden zu trocken, ist darin die Ursache zu suchen? «Nein», sagt David Fässler. «Nicht nur ich bin dieser Meinung, auch erfahrene Obstbauern sagen, dass dies nicht das Problem sein kann.» Dagegen spreche auch, da sich einzelne Bäumchen bestens entwickelt hätten. «Die Qualität der Bäumchen war zu schlecht, sie haben keine Wurzeln gebildet.» Entmutigen lassen will sich der Jungbauer davon nicht. «Es ist ein ärgerlicher Rückschlag. Ich hake das Ganze ab und werde die abgestorbenen Bäume im Frühling ersetzen.»

Kranke Bäume in der Verbrennungsanlage entsorgen

Auf dem Feld in Buechen bietet sich beim Augenschein ein noch trostloseres Bild. Von den 100 von Filipp Fässler gepflanzten Marronibäumchen sind gerade mal 20 übrig geblieben. Der Goldacher lädt den Grossteil der Holzpfähle wieder auf den Anhänger und stellt lakonisch fest: «Die brauche ich hier nun wohl nicht mehr.» Auch er schliesst den Boden als Ursache aus. «Wir versuchen, den Grund herauszufinden. Sollten die Marronibäumchen wegen einer Krankheit abgestorben sein, so werden wir diese in die Verbrennungslange bringen, um eine Verbreitung zu verhindern.» Auch Filipp Fässler ist der Meinung, dass die Qualität zu schlecht war. «Ich hätte Ware von dieser Qualität nicht weiterverkauft», stellt er nüchtern fest. Streiten mag er mit dem Zwischenhändler nicht. «Ich bin geduldig und werde im Frühling neue Bäume setzen. Dann aber jene Sorten, die in der ‹Bleiche› ja bestens gedeihen.»

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