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«Schildbürgerei»: Tafel bei binärer Uhr am St.Galler Hauptbahnhof sorgt für Ärger

Die Lichtinstallation am Glaskubus des Hauptbahnhofs sei verunstaltet worden, schreiben zwei Parlamentarier in einer Einfachen Anfrage an den St.Galler Stadtrat. Sie sprechen von einer Schildbürgerei.
David Gadze
Stein des Anstosses: Die Anzeigetafel mit den Abfahrtszeiten und -orten der Busse am Bahnhofplatz an der Innenseite der Ankunftshalle. (Bild: Urs Bucher)

Stein des Anstosses: Die Anzeigetafel mit den Abfahrtszeiten und -orten der Busse am Bahnhofplatz an der Innenseite der Ankunftshalle. (Bild: Urs Bucher)

Die binäre Uhr an der Ankunftshalle des Hauptbahnhofs gibt wieder zu reden. Nach ihrer Installation Anfang April gingen die Meinungen stark auseinander. Inzwischen, so scheint es zumindest, haben sich auch die Kritiker mit ihr angefreundet. Jetzt wird die Lichtinstallation des St.Galler Künstlers Norbert Möslang zum Politikum. Der Grund dafür ist, dass sie «durch eine an der durchsichtigen Kubushülle auch von aussen gut sichtbaren Anzeigetafel der VBSG verunstaltet» worden sei. Das schreiben die beiden Stadtparlamentarier Clemens Müller (Grüne) und Karl Schimke (FDP) in einer Einfachen Anfrage an den Stadtrat.

Die digitale Uhr setzte «auf zeitgemässe Art einen markanten ästhetischen Akzent» und rege zum Zuschauen, Nachdenken und zum Gespräch an, heisst es im Vorstoss. Damit habe sie das Potenzial, zu einem Wahrzeichen am wichtigsten Eingang zur Stadt St.Gallen zu werden. Umso unverständlicher sei das Anbringen der Anzeigetafel an der Innenseite der Ankunftshalle. Diese störende Beeinträchtigung der ästhetischen Wirkung erwecke den Eindruck «eines unreflektierten, achtlosen Umgangs mit öffentlicher Kunst». Dies wiederum wirke provinziell, man sei gar versucht, von einer «Schildbürgerei» zu sprechen. Sie seien davon überzeugt, dass es Lösungen geben müsse, die dem Informationsbedürfnis der ÖV-Nutzerinnen und -Nutzer ohne Verunstaltung der digitalen Uhr gerecht werden könnten, schreiben Clemens Müller und Karl Schimke in ihrem Vorstoss.

Die binäre Uhr des St. Galler Künstlers Norbert Möslang an der Einweihung Anfang April. (Bild: Urs Bucher)

Die binäre Uhr des St. Galler Künstlers Norbert Möslang an der Einweihung Anfang April. (Bild: Urs Bucher)

Hat Möslang davon gewusst?

Nun wollen die beiden Parlamentarier vom Stadtrat wissen, ob er die Meinung teile, dass ein Kunstwerk – insbesondere ein öffentliches – einen «angemessenen Rahmen» verdiene. Weiter fragen sie, ob Norbert Möslang vorgängig informiert worden sei über die «optische und ästhetische Beeinträchtigung» und ob er sich damit einverstanden erklärt habe. Müller und Schimke erkundigen sich weiter, ob es gesetzliche Normen gebe, welche die Platzierung der VBSG-Anzeigetafel genau an dieser Stelle verlangten. Und schliesslich fragen sie den Stadtrat, ob er bereit sei, die nötigen Schritte «zur Beseitigung dieses Makels» zu unternehmen.

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