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Binäre Uhr am St.Galler Hauptbahnhof: Der Makel wird beseitigt

Zwei Stadtparlamentarier sprechen von Schildbürgerei: Die Lichtinstallation am Glaskubus des St.Galler Hauptbahnhofs werde durch die Platzierung der Anzeigetafel verunstaltet. Jetzt handelt der Stadtrat.
Christina Weder Bruderer
Funktionalität oder Ästhetik – was ist wichtiger? Die Platzierung der Anzeigetafel unter der binären Uhr ist umstritten. (Bild: Urs Bucher)

Funktionalität oder Ästhetik – was ist wichtiger? Die Platzierung der Anzeigetafel unter der binären Uhr ist umstritten. (Bild: Urs Bucher)

Der binären Uhr am St.Galler Hauptbahnhof haftet ein Makel an. Dieser Ansicht sind die Stadtparlamentarier Clemens Müller (Grüne) und Karl Schimke (FDP). Sie stören sich daran, dass direkt unterhalb der aufblinkenden Kreise, Kreuze und Quadrate die grosse Anzeigetafel mit den Abfahrtszeiten der Busse montiert ist.

Dadurch werde die Lichtinstallation des Künstlers Norbert Möslang verunstaltet. Die ästhetische Wirkung bleibe auf der Strecke. Dieser Umgang mit Kunst sei unreflektiert, ja provinziell, schreiben sie in ihrer Einfachen Anfrage vom Mai. Sie wollen vom Stadtrat wissen, ob er bereit sei, die nötigen Schritte aufzugleisen, um diesen Makel zu beseitigen.

Tafel bekommt einen neuen Standort

Das hat der Stadtrat nun getan – schneller als erwartet. Wie Baudirektorin Maria Pappa auf Anfrage sagt, wird die Anzeigetafel einen neuen Platz an der Ostseite des Kubus erhalten. Der Entscheid sei bereits definitiv und mit der SBB als Eigentümerin der Ankunftshalle abgesprochen. Bereits in den nächsten anderthalb bis zwei Wochen soll die Tafel umplatziert werden, damit sie rechtzeitig zur Bahnhofseröffnung vom 1. September an ihrem definitiven Ort hängt.

Passantinnen und Passanten, welche von der Bahnhofunterführung herkommen, werden die Abfahrtszeiten künftig nicht mehr direkt vor ihrer Nase vorfinden. «Sie müssen den Kopf nach links wenden», sagt Maria Pappa. Das sei ihnen zuzumuten, zumal sich auf dieser Seite – in Richtung Rathaus – auch die Ticketautomaten und elektronischen Informationsstelen befänden.

Sie verschweigt nicht, dass die Transportunternehmen, die sich an der Finanzierung der Anzeigetafel beteiligt haben, diese am liebsten am bisherigen Standort belassen hätten. Ihrer Ansicht nach sei er optimal. Sie argumentieren, die Funktionalität des Bahnhofs dürfe nicht durch die Kunst beeinträchtigt werden.

Umplatzierung kostet 20000 Franken

Gemäss Maria Pappa müssen die 80000 Personen, die täglich den Bahnhof passieren, mit der neuen Platzierung der Tafel jedoch kaum Nachteile in Kauf nehmen. Sie ist überzeugt, dass es sich langfristig um eine gute und kostengünstige Lösung handle. Die Umplatzierung schlägt voraussichtlich mit 20000 Franken zu Buche. Die Stadt muss für die Kosten selber aufkommen.

Bei allem Verständnis für das Anliegen der beiden Stadtparlamentarier, wehrt sich Maria Pappa aber gegen die Unterstellung, der Umgang mit Kunst am Bau sei unreflektiert gewesen. So stellt sie klar, dass der Standort der Anzeigetafel längst festgestanden habe, bevor der Kunst-am-Bau-Wettbewerb lanciert war. Und er sei klar kommuniziert worden.

Überrascht über den Entscheid

Die beiden Parlamentarier zeigen sich über den Entscheid des Stadtrats freudig überrascht. Die binäre Uhr hinterlasse in Kombination mit der Tafel den Eindruck eines «Gebastels», sagt der Grüne Clemens Müller.

«Ich bin sehr zufrieden, dass das nun bereinigt wird.»

Ihm gehe es um einen achtsamen Umgang mit Kunst. Auch Karl Schimke zeigt sich erfreut über die Lösung: «Unser Anliegen wurde ernst genommen.» Dabei sei ihm bewusst, dass am Bahnhof viele Bedürfnisse und Wünsche unter einen Hut gebracht werden müssten.

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