Das Haus an der Burgstrasse 92 aus dem Jahr 1850 wird im April abgerissen. Blick in ein Haus voller Schätze

Sandro Büchler
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Bereits stehen die Visiere.
Katrin Züst und eine weitere Person sind die letzten beiden Mieter des Hauses an der Burgstrasse 92.
Die Tage des Gebäudes sind gezählt.
Ihren Estrich hat Katrin Züst schon mehr oder weniger geräumt. Nur noch ein paar Leuchtbuchstaben sind noch da.
Die Mosaikwand hinter dem Herd hat Katrin Züst selbst gemacht.
Die Dusche ist in der Küche, in einem Wandschrank.
Die 57-Jährige ist Pflegehelferin in einem Alters- und Pflegeheim im Stadtzentrum.
Musik ist ein wichtiger Bestandteil von Züsts Leben. Boxen auf einem Schrank und ein Poster von Janis Joplin.
«In der Hängematte komme ich zur Ruhe und meditiere», sagt Katrin Züst. Pullover und dicke Socken braucht sie, denn der Wind pfeift durch das Haus.
Im Erdgeschoss, wo Züst ihr Atelier hat, steht ein Holzofen, den sie aber nicht mehr benützt. Einzig ein Ofen in ihrer Stube im ersten Stock wärmt.
Material.
Katrin Züst ist gelernte Malerin.
Durch die Ritzen pfeift der Wind.
Ein Davoserschlitten.
Im Erdgeschoss.
Züst lebt im westlichen Teil des Hauses. Auch im angebauten Ostteil sind Wohnungen. Doch nur noch ein Mieter wohnt aktuell noch da. Die anderen sind bereits ausgezogen.
Klopfen für den scharfen Hund...
Nebenan ist ein Hundesalon.
Die Stromleitungen wurden kurzerhand auf die Schindeln montiert.
Ein Globus an der Decke.
Nur noch an wenigen Orten ist die Riegelbauweise noch zu erkennen.
Die schmucke Feder im bunten Haus.
Die Tür zum Keller stammt wohl von der Post.
Das Haus steht nicht unter Denkmalschutz.
Es sind die kleinen Dinge.
Auch in dieser Wohnung ist die Dusche kurios.
Verzierte Küche.
Das Holz der Gitarre hat einen tiefen Riss.
Ein WC mit kunstvoll versprayten Wänden.
Der Zahn der Zeit nagt auch an der Decke.
Letzte Überbleibsel.
Herr-Mäder-Comic von Manuel Stahlberger. Dazu ein Wunderbaum.
Ein aufgemalter Eisvogel und ein zurückgelassenes Bild.
R.I.P. Burgstrasse 92.