Biken, Fussballspielen und Tanzen: 230 Kinder haben ihre letzte Ferienwoche auf dem Sportplatz Kellen verbracht

Trotz der sich verschärfenden viralen Lage fanden diese Woche drei verschiedene Sportcamps auf dem Sportplatz Kellen in Tübach statt. Begeisterung und Freude dominierten bei den Kindern.

Siri Würzer
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Biken war bei den Kindern in diesen Herbstferien besonders beliebt.

Biken war bei den Kindern in diesen Herbstferien besonders beliebt.

Bild: Siri Würzer
Linda Wunderlin

Linda Wunderlin

Bild: Siri Würzer

«Ich bin dieses Jahr zum ersten Mal hier. Ein Freund hat mir von dem Camp erzählt. Im FC spiele ich in der U15. Am liebsten mag ich in dieser Woche das ‹Mätchle›», sagt Linda Wunderlin, eine von den Teilnehmenden des Fussballcamps von MS Sports. Sie ist eine von 230 Kindern, die an einem der drei Camps auf der «Kellen »teilnimmt.

Der Verein MS Sports führt jährlich bis zu 300 Sportcamps in der ganzen Schweiz durch. Darunter auch das Fussballcamp, das Bikecamp und ein Polysportcamp, genannt Move Ya, in der Sportanlage Kellen in Tübach, die zusammengenommen zu den grössten gehören. Nachdem im Frühling alle Camps abgesagt werden mussten, fanden diese im Sommer und jetzt in den Herbstferien unter den gebotenen Vorsichtsmassnahmen statt: Händewaschen und Abstand halten war angesagt.

So viele Anmeldungen wie noch nie

230 Mädchen und Jungen waren es dieses Jahr – eine Rekordzahl. Als das Fussballcamp zum ersten Mal stattfand, meldeten sich etwa 60 Kinder an. Im nächsten Jahr waren es 100, und von da an ist es immerfort ausgebucht gewesen. Seit drei Jahren kommt Elia Favazzo ins Fussballcamp:

Elia Favazzo

Elia Favazzo

Bild: Siri Würzer
«Ich komme immer gerne wieder, weil wir sehr coole Trainer haben und es einfach Spass macht. Das Mittagsprogramm gefällt mir auch gut, gestern habe ich dort beim Lotto spielen gewonnen.»

Kleine Fussballbegeisterte kommen während diesen fünf Tagen auf ihre Kosten. In zwei Trainingseinheiten à zwei Stunden täglich üben sie ihre Fertigkeiten im Dribbling, Penaltyschiessen und was sonst noch dazugehört. Normalerweise ist es den Organisatoren immer gelungen, einen Profisportler aus dem FC St.Gallen einzuladen, der den Kindern Autogramme gibt. Das musste dieses Jahr wegen dem Virus leider weggelassen werden.

Der Höhepunkt der Woche stellt für viele der fünf bis 15-jährigen das Abschlussturnier am Freitag dar. Die sozialen Kompetenzen gehen in dieser Woche aber auch nicht unter. «Uns ist es wichtig, dass auch der zwischenmenschliche Umgang unter den Kindern gefördert wird», sagt Simon von Bergen, Leiter des Fussballcamps.

Buben üben auf der Sportanlage Kellen mit dem Fussball umzugehen.

Buben üben auf der Sportanlage Kellen mit dem Fussball umzugehen.

Bild: Siri Würzer

Biken liegt auch bei den Kindern im Trend

Eine ähnliche Erfolgsstory verspricht auch das heuer im zweiten Jahr veranstaltete Bike Camp zu werden. Bereits 50 Kinder waren in dieser Woche mit dabei und weitere auf der Warteliste. Luca Meier, der zum ersten Mal dabei ist, sagt:

Luca Meier

Luca Meier

Bild: Siri Würzer
«Das Bikecamp macht Spass und ist mega cool. Am besten gefallen mir die Trails und das BMX fahren.»

In den letzten Jahren liess sich laut den Veranstaltern generell ein Trend zum Bikesport beobachten. Als dann das Bikecamp vergangenes Jahr zum ersten Mal hier in Tübach veranstaltet wurde, war es bereits ein voller Erfolg, wie die Veranstalter sagen. Noël Rüegsegger, der dieses Jahr auf das Bike gewechselt hat, sagt:«Ich habe in den vergangenen Jahren immer am Fussballcamp teilgenommen. Doch ich fahre auch gern Velo, also wollte ich auch einmal ins Bikecamp».

In kleine Gruppen nach Alter und Niveau eingeteilt, erhalten die Kinder einen Einblick in die verschiedenen Bereiche des Bikens. Sie lernen das BMX-Fahrrad kennen, gehen auf Biketrails, fahren über Schanzen und unternehmen sogar kleine Touren. Der Teilnehmende Miro Bodenmann sagt:

Miro Bodenmann

Miro Bodenmann

Bild: Siri Würzer
«Ich kenne das Bikecamp von meinen Kollegen. Am liebsten fahre ich hier den Parcours. »

Dabei wird nicht zuletzt die Gewandtheit der Kinder auf dem Fahrrad gesteigert. Michi Kramis, Leiter des Bikecamps, sagt:

«Nach vier Tagen haben die Kinder ein Gefühl für ihr Bike bekommen, was ihnen auch für den Schulweg Sicherheit gibt.»

Das dritte Camp, das diese Woche auf der «Kellen» stattfindet, ist das Move Ya Camp. Letzteres gibt es am längsten, es ist zudem auch das Vielseitigste. Verschiedenste Sportarten wie Tennis, Reiten, Basketball, Unihockey oder Tanzen können die Kinder ausprobieren. Bei der Anmeldung kann jedes Kind vier Prioritäten setzen, so dass die einzelnen Sportarten im Vordergrund stehen. «Es geht uns darum, jeden Tag den Reiz einer neuen Sportart zu setzen», sagt Philip Domeisen, Leiter des Move Ya Camps.

Freundschaften, die über die Schule hinweg bestehen

Die Leiter sind froh, mit dem Sportplatz Kellen einen optimalen Ort für die Camps gefunden zu haben. Die Zusammenarbeit mit dem FC Rorschach-Goldach 17 und den Gemeinden sei super gewesen, sagt von Bergen.

Wichtig ist den Leitern, dass alle die Möglichkeit haben, die Campwoche zu besuchen. «Kann sich eine Familie die Teilnahmegebühr nicht leisten, erhalten sie dafür vom Verein finanzielle Hilfe», sagt Domeisen. Und Kramis meint: «Da wir Breitensport und nicht Spitzensport betreiben, gibt es für alle ein Angebot.» Der Gedanke der Camps sei, die lokalen Kinder an einem Ort zusammenzubringen. So entstehen jedes Jahr neue Lagerfreundschaften über die Schule hinaus.