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Bewegung im Fall der St.Galler Villa Wiesental: Ein Bijou mit Neubau

Nach längerer Funkstille gibt es endlich wieder Sanierungs- und Baupläne für die Villa Wiesental. Das Thema beschäftigt die Stadt seit rund zwanzig Jahren.
Reto Voneschen
Die Villa Wiesental um 1910. Man beachte vor allem den schönen, grossen Garten. (Bild: Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St.Gallen)

Die Villa Wiesental um 1910. Man beachte vor allem den schönen, grossen Garten. (Bild: Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St.Gallen)

Die Villa Wiesental wurde 1878 von Architekt Daniel Oertli für Konsul C. Menet-Tanner gebaut. Der Jugendstilbau mit einem französischen Mansardendach gilt als schützenswert. Seit 2005 steht das Haus an der Rosenbergstrasse 95 leer und zerfällt langsam.

Grund dafür ist, dass über die Zukunft des Gebäudes gestritten wird. Der Krach war zeitweise dermassen heftig, dass das Haus von Journalisten den Spitznamen Villa Hickhack erhielt. Im Sommer 2005 wurde es sogar für ein paar Stunden von Aktivisten von «Aktiv unzufrieden» besetzt. Ursache für den anhaltenden Streit waren Neubaupläne.

Die Villa Wiesental heute. (Bild: Hanspeter Schiess - 19.2.2019)

Die Villa Wiesental heute. (Bild: Hanspeter Schiess - 19.2.2019)

2003 entliess die St.Galler Stadtregierung deshalb die damals dem Milchverband gehörende Villa aus dem Inventar schützenswerter Bauten. Auf Klage des Heimatschutzes hin wurde sie aber 2004 vom Kanton zurückgepfiffen: Die Villa sei sehr wohl schützenswert, ein Abbruch auf Vorrat komme nicht in Frage und ein Ersatz sei nur durch einen qualitativ hochwertigen Ersatzbau möglich.

Eine Petition und abgelehnte Baupläne

In der Folge wechselte das historische Gebäude mehrfach die Hand. 2012 sammelte der Verein «Pro Villa Wiesental» 4754 Unterschriften für den Erhalt der alten Villa. Im August 2013 entschied der Stadtrat dann, dass die Villa Wiesental nicht für das inzwischen aus einem Architekturwettbewerb hervorgegangene Projekt «Stadtkrone» abgebrochen werden dürfe.

2016 lehnte die St.Galler Stadtregierung auch einen Überbauungsplan ab, der neben der Villa einen 25 Meter hohen Neubau vorgesehen hatte. Dieser sei zu wuchtig und hätte die Villa regelrecht erdrückt, wurde damals begründet.

Villa und Büroneubau für 28 Millionen Franken

Am Montag haben die HRS Real Estate AG und die Pensionskasse der Stadt St.Gallen Pläne für die Liegenschaft vorgestellt, die tatsächlich Bewegung in den Fall der Villa Wiesental bringen könnten. Zwischen Villa und «Sankt Leopard» soll ein knapp 29 Meter hoher, schlanker Büroneubau in die Höhe gezogen werden. Der Jugendstilbau selber soll für Bürozwecke sanft saniert werden. Erste Reaktionen auf dieses Projekt sind verhalten optimistisch.

Das Projekt im Plan: Im Garten der Villa Wiesental soll ein schmaler und hoher Büroneubau entstehen. Der Fuss- und Veloweg vor dem Geschäftshaus «Sankt Leopard» bleibt bestehen. (Plan: PD/HRS Real Estate AG)
So soll die sanierte Villa mit dem Büroneubau dahinter dereinst von der Rosenbergstrasse her aussehen. (Illustration: PD/HRS Real Estate AG)
Die Villa Wiesental samt Büroneubau von der Verzweigung Rosenberg- und St.-Leonhard-Strasse her...
...Dabei fällt das kleine, öffentlich zugängliche Plätzchen seitlich der sanierten Villa auf. (Illustrationen: PD/HRS Real Estate AG)
Im Erdgeschoss des Bürohauses könnte eine öffentliche Nutzung untergebracht werden. Für die Architekten wäre ein Restaurant eine gute Möglichkeit. (Illustration: PD/HRS Real Estate AG)
Die obere Seite des Büroneubaus an der St.Leonhard-Strasse. (Illustration: PD/HRS Real Estate AG)
Die östliche, untere Seite des Büroneubaus an der Grünbergstrasse. (Illustration: PD/HRS Real Estate AG)
Im Inneren des Bürohauses müsste der Niveauunterschied im Gelände ausgeglichen werden. Die Architekten stellen sich eine Treppe zwischen Unter- und Restaurant im Erdgeschoss vor. (Illustration: PD/HRS Real Estate AG)
Das Original aus der Luft (von links nach rechts): der Sankt Leopard, davor der Fuss- und Veloweg zwischen Lokremise und Reithalle (der rote Ziegelbau ennet der Strasse), dann der Garten und darin die Villa Wiesental. (Bild: Urs Bucher und Benjamin Manser - 25. Januar 2016)
Die Villa Wiesental (Rosenbergstrasse 95) und rechts davon die Verzweigung Rosenberg- und St.-Leonhard-Strasse. Dahinter ist das Geschäftshaus «Sankt Leopard» zu erkennen. (Bild: Urs Bucher und Benjamin Manser - 25. Januar 2016)
Die Rückseite der Villa Wiesental. (Bild: Hanspeter Schiess - 19. Februar 2019)
Die Villa Wiesental im heutigen Zustand von der Grünbergstrasse her. (Bild: Hanspeter Schiess - 19. Februar 2019)
Die Verzweigung Rosenberg- und St.-Leonhard-Strasse mit der sanierten Villa Wiesental und dem Büroneubau dahinter. (Illustration: PD/HRS Real Estate AG)
Sanierung und Neubau im Modell: Die sanierte Villa Wiesental mit der kleinen Freifläche mit Baum, das neue Bürohaus und der «Sankt Leopard». (Bild: Hanspeter Schiess - 19. Februar 2019)
Modellaufnahme des neuen Ensembles von Norden, also vom Rosenberg, her: Links das Ende der Häuserzeile an der Rosenbergstrasse, der KV-Bau und der Wasserturm neben der Lokremise. Recht die Villa Wiesental, der Büroneubau und der «Sankt Leopard». (Bild: Hanspeter Schiess - 19. Februar 2019)
Modellaufnahme des neuen Ensembles von Westen her: Links hinter den Bäumen die Villa Wiesental, dahinter der Büroneubau und rechts davon der «Sankt Leopard». (Bild: Hanspeter Schiess - 19. Februar 2019)
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St.Galler Jugendstilvilla erhalten: Villa Wiesental sanieren, daneben neu bauen

Sobald eine rechtskräftige Baubewilligung für das Vorhaben vorliegt, soll die Liegenschaft von der HRS an die Pensionskasse übergehen. Für die Sanierung der Villa sind rund fünf Millionen Franken eingeplant. Im historischen Haus sollen rund 20 Büros entstehen. Die innere Substanz des Baus sei nach wie vor gut und die Raumaufteilung ideal für eine Nutzung als Kanzlei oder Praxis.

Zufahrt durch die Garage des «Sankt Leopard»

Im Garten der Villa soll für weitere 23 Millionen Franken ein Büroneubau mit rund 3000 Quadratmetern Nutzfläche entstehen. Die Zufahrt in die Tiefgarage des Neubaus wird via Grünbergstrasse und durch jene des «Sankt Leopard» erfolgen. Der grössere Teil des Areals um Villa und Neubau soll öffentlich zugänglich werden.

Auch die bestehende Verbindung für den Langsamverkehr zwischen Reithalle und Lokremise bleibt erhalten. Neben dem Büroneubau ist sogar Platz ausgespart, um allenfalls eine Unterführung unter der St.-Leonhard-Strasse bauen zu können. Erste Pläne für so ein Vorhaben liegen beim Stadtrat.

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