Bevölkerungszahlen

Viele Abmeldungen verhinderten es: Stadt St.Gallen zählte Ende 2020 knapp nicht 80'000 Einwohnerinnen und Einwohner

Ende 2020 wohnten 79'990 Einwohnerinnen und Einwohner in der Stadt St.Gallen. Das ist eine Zunahme von 266 Personen im Vergleich zum Vorjahr, liegt aber weiterhin unter den 80'000, die sich der Stadtrat als Ziel für die Amtszeit 2017 bis 2020 gesetzt hat.

Marlen Hämmerli
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Der Marktplatz mit Bohl und Blumenmarkt: 2020 verzeichnete St.Gallen erstmals seit langem eine Geburtendefizit, also mehr Todesfälle als Geburten.

Der Marktplatz mit Bohl und Blumenmarkt: 2020 verzeichnete St.Gallen erstmals seit langem eine Geburtendefizit, also mehr Todesfälle als Geburten.

Bild: Michel Canonica

Anfang Dezember ging man bei der Stadt St.Gallen noch davon aus, 2020 nun endlich die magische Marke zu knacken. Ende November lebten 80'334 Personen in der Stadt. Dabei wurde die nicht-ständige Wohnbevölkerung dazugezählt, also etwa Wochenaufenthalter und Menschen mit Kurzaufenthaltsbewilligung.

Anfang Januar tritt nun aber wieder Ernüchterung ein. St.Gallen zählte Ende 2020 79'990 Einwohnerinnen und Einwohner. Zehn Personen mehr, und die Prognose von Stephan Wenger, Leiter der städtischen Bevölkerungsdienste, wäre zur Realität geworden. Er sagt dazu:

«Das ist nicht dramatisch. Mir persönlich ist die Lebensqualität in unserer Stadt wichtiger als die Anzahl der Einwohnerinnen und Einwohner.»

Mehr Todesfälle, weniger Geburten

Auffallend aber nicht überraschend ist das Geburtendefizit, das heisst, es starben mehr Personen, als Kinder auf die Welt kamen. 2020 lagen die Todesfälle über dem langjährigen Durchschnitt und die Geburten darunter. Konkret wurden 44 mehr Todesfälle als Geburten verzeichnet, wie die Stadt in einer Mitteilung schreibt.

Die überdurchschnittliche Anzahl der Todesfälle ist jedoch nicht der Grund, warum die Stadt die Marke von 80'000 Einwohnerinnen und Einwohnern doch nicht geknackt hat. Als Stephan Wenger im November berechnete, wie viele Personen Ende Jahr in der Stadt wohnen werden, war die überdurchschnittliche Todesrate bereits Realität. Er sagt:

«Für einmal kann man hier nicht Corona die Schuld geben.»

Andersrum gilt aber auch: Wäre Corona nicht gewesen, hätte St.Gallen die Marke deutlich übertroffen. So aber reichte es knapp nicht.

Im Dezember meldeten sich wie üblich viele Personen bei den Bevölkerungsdiensten ab. Hauptsächlich Studentinnen und Studenten verliessen St.Gallen sowie Kurzaufenthalter, die ehemaligen Saisonniers, sagt Wenger.

Stephan Wenger, Leiter der Bevölkerungsdienste der Stadt St.Gallen.

Stephan Wenger, Leiter der Bevölkerungsdienste der Stadt St.Gallen.

Bild: Benjamin Manser (1. März 2012)

Gut 75'500 Personen haben ihren Hauptwohnsitz in St.Gallen

Ende Jahr zählten schliesslich 75'512 Personen zur ständigen Wohnbevölkerung, hatten also ihren Hauptwohnsitz in der Stadt St.Gallen. Zur ständigen Bevölkerung gehören gemäss Medienmitteilung auch Ausländerinnen und Ausländer mit einer Niederlassungs- oder Jahresaufenthaltsbewilligung. 3'615 Personen mit Nebenwohnsitz in der Stadt zählten zur weiteren Wohnbevölkerung. Grösstenteils sind das Wochenaufenthalterinnen und Wochenaufenthalter. Der nicht-ständigen Wohnbevölkerung gehörten 863 Personen an.

Der Wanderungssaldo, der sich aus Zuzügen minus Wegzügen berechnet, weist 2020 ein Plus von 300 Personen auf. Für Stephan Wenger bedeutet das: «Die Stadt wird als attraktiv wahrgenommen.»

Mehr Infos gibt es hier.