Was die Parteipräsidenten nach den Stadtparlamentswahlen sagen

Von «der Oberhammer» bis «schade»: Wie die Parteipräsidenten auf die Wahlergebnise für das Stadtparlament reagieren.

Diana Hagmann-Bula
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Die Mutterpartei verliert zwei Sitze, Konstantin Hälg gewinnt bei den Jungfreisinnigen einen dazu.

Die Mutterpartei verliert zwei Sitze, Konstantin Hälg gewinnt bei den Jungfreisinnigen einen dazu.

Bild: Michel Canonica

So hört sich Festlaune an. Ein «Top-Resultat» habe seine Partei mit insgesamt drei neuen Sitzen im Stadtparlament erzielt, er sei «fast sprachlos». Die Worte fehlen Marcel Baur, Präsident der GLP, dann doch nicht, aber seine Stimme überschlägt sich vor Freude.

Mit zwei Sitzen hat er gerechnet, dass die Jungen auch noch einen holen: «Der Oberhammer.»

Für Baur ist das Ergebnis Bestätigung dafür, dass die GLP ihre eigene Politik mache und nicht nur das Zünglein an der Waage sei. «Mathematisch gesehen vielleicht nicht, aber inhaltlich.»

Auch die Grünen feiern. Zwar hat Co-Präsident Markus Mauchle damit gerechnet, dass die Partei gesamthaft vielleicht sogar um zwei Sitze zulegt. «Aber schon ein Sitz ist ein Erfolg.» Gegenüber 2016 hätten sie rund drei Prozent mehr Wählerstimmen erhalten. Anders als bei GLP und FDP müssen die Jungen Grünen Sitze (-2) hergeben. Zwei bisherige Junge seien für die Mutterpartei angetreten, eine bisherige Junge habe wegen Wegzugs nicht mehr kandidiert. «So gesehen dennoch ein Superergebnis», sagt Mauchle.

Schweizweiter Megatrend zeigt sich in St.Gallen

SP-Präsident Peter Olibet bedauert, dass seine Partei total einen Sitz verloren hat. «Das hat damit zu tun, dass von der Klimakrise die Grünen profitieren», sagt er. Der schweizweite Megatrend zeige sich eben auch in St.Gallen.

Und mit Maria Pappa habe, anderes als vor vier Jahren, ein «Super-Zugpferd» fürs Stadtparlament gefehlt.

Die FDP verliert zwei Sitze, ihre Jungpartei gewinnt einen. Bilanz: minus 1. «Damit haben wir nicht gerechnet», sagt Präsident Oskar Seger. Ihn tröstet, dass es vielen grossen Parteien gleich ergangen ist. Seger geht aus dem gestrigen Wahltag dennoch zufrieden heraus: «Das Ergebnis von Mathias Gabathuler im Exekutivwahlkampf macht vieles wett.»

Einen Sitz weniger hat seit gestern die CVP. «Nicht das, was wir uns erhofft haben», sagt Präsident Raphael Widmer. Die CVP setze sich für Gewerbe, Familie und Bildung ein. Aber auch für ein nachhaltiges St.Gallen.

«Offensichtlich haben wir es nicht geschafft, das den Bürgern klar zu machen. Wir müssen nun an unserem Image arbeiten.»

Zu den Verlierern gehört mit einem Sitzverlust auch die SVP. «Nicht so tragisch. Immerhin haben wir den Sitz nur haarscharf verfehlt», sagt Präsident Donat Kuratli. Die Verschiebung im Parlament sei nicht allzu gross. «So bleibt die Stadtpolitik spannend.»