Stadtparlamentarier will die Rettungskette in St.Gallen verbessern

Thomas Brunner hat dem Stadtrat eine Interpellation eingereicht, weil er in der Notfallversorgung auf Stadtgebiet Optimierungsbedarf sieht.

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Thomas Brunner will die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte besser nutzen. (Bild: Coralie Wenger)

Thomas Brunner will die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungskräfte besser nutzen. (Bild: Coralie Wenger)

Ist die Rettungskette auf Stadtgebiet optimierbar? Das fragt sich Stadtparlamentarier Thomas Brunner. Der Fraktionspräsident der Grünliberalen vermutet Verbesserungsbedarf – und hat gemeinsam mit 29 Mitunterzeichnenden eine Interpellation eingereicht. Besonders bei Notfällen wie Herzinfarkten oder Schlaganfällen hänge die künftige Lebensqualität primär von einer unverzüglichen Erstversorgung ab.

Derweil mache man andernorts gute Erfahrungen mit sogenannten «First Responder»-Netzwerken. Das sind geschulte Ersthelfende, die bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand von der Notrufzentrale 144 aufgeboten werden, um die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken. Weil der Kanton St. Gallen auf diesem Gebiet «nicht als Pionier» gelte, müsse sich die Stadt selbst in Erwägung ziehen, die Rettungskette auf Stadtgebiet zu optimieren, findet der Interpellant.

Brunner weiss um das Privileg St. Gallens, Standort eines Zentrumsspitals zu sein; dennoch will er wissen, wie viel Zeit bei zeitkritischen Notfällen zwischen Notruf und Erstbehandlung durch die eintreffende Ambulanz vergeht. Ausserdem, mit wie vielen vermeidbaren Todesfällen der Stadtrat rechnet, falls die hiesige Rettungskette nach dem Vorbild der derzeit bestorganisierten Vorbilder optimiert würde.

Übersicht der städtischen Defibrillatoren gewünscht

In und ausserhalb der Verwaltung gebe es unter anderem in Herz-Lungen-Wiederbelebung ausgebildetes Personal. Beispiele sind Bademeister, Polizisten oder Angehörige der Feuerwehr. Brunner fragt, wie diese bei Notfällen in ihrer Umgebung in die Alarmierung eingebunden sind – und ob die Zusammenarbeit verbessert werden könnte. Brunner will auch wissen, wie viele Defibrillatoren auf Stadtgebiet einsetzbar sind. Vor allem aber, wo sich diese befinden. Er wünschte sich eine vollständige Übersicht der Geräte, die öffentlich und unkompliziert zugänglich ist.

Helfende Taxi- und Busfahrer

In manchen Städten seien patrouillierende Einheiten wie Streifenwagen, aber auch Fahrzeuge des öffentlichen Verkehrs sowie Taxis zur Erstversorgung ausgerüstet und die Fahrer entsprechend ausgebildet – wenn auch teilweise fremdfinanziert durch Sponsoring. Brunner will wissen, ob ein solches Konzept auch in St. Gallen bestehe oder ob der Stadtrat bereit wäre, ähnliche Modelle zu prüfen und allenfalls in die Wege zu leiten. (seh)