Besser als der Geldbeutel erlaubt – Der STV St.Gallen verzichtet auf die NLA

Der Volleyballklub aus der Ostschweiz spielt um den dritten Aufstieg in Folge. Doch etwas steht dem Erfolg im Weg.

Robin Bleiker
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Passeur Adrian Monn in der alten Kreuzbleiche.

Passeur Adrian Monn in der alten Kreuzbleiche.

Bild: Benjamin Manser (St. Gallen, 24. Februar 2020)

Die letzten Jahre waren turbulent für das erste Team der Männer des STV St.Gallen. Nachdem man 2017 mit Adrian Schläpfer als Spielertrainer einen ehemaligen Profispieler engagiert hatte, ging es rasant aufwärts. Der STV stieg 2018 in die 1. Liga auf und dominierte diese auf Anhieb. Nach dem erneuten Aufstieg spielen die St.Galler nun seit dem vergangenen Sommer in der NLB, in deren Aufstiegs-Playoffs sie bereits wieder zu den Favoriten gehören.

Adrian Monn, Passeur und somit zentraler Spieler im Team der Ostschweizer, ist seit den Zeiten in der 2. Liga dabei. «Die Aufstiege waren herrlich», sagt er dazu. Im Unterschied zur 1. Liga sei die NLB professioneller. Die Spielstände werden jeweils live übertragen und jedes Spiel wird aufgezeichnet. Dies erlaubt dem Team eine Analyse der bevorstehenden Gegner für eine individuelle Vorbereitung.

NLA in Reichweite, mit NLB zufrieden

Die St.Galler reihten in den vergangenen Jahren einen Sieg an den anderen. Niederlagen waren dabei nur die Ausnahme der Regel. Der Gipfel dieser beeindruckenden Geschichte wäre ein Aufstieg in die NLA. Die Chancen dafür stehen gut. Das Team hatte wie schon im Jahr zuvor keine Schwierigkeiten, sich in der neuen Liga zu etablieren. Aus 14 Spielen gewannen die Ostschweizer zwölf und beendeten die Qualifikationsrunde auf Platz eins.

In der Aufstiegsrunde stehen sie auf Rang drei, jedoch mit drei Spielen weniger als der Erstplatzierte. «Wenn wir dieses Wochenende beide Partien gewinnen, stehen wir wohl wieder auf Platz eins», so Monn, der aber auch sagt:

«Auch wenn wir Erste werden: Aufsteigen werden wir nicht.»

Der Verein würde aus finanziellen Gründen auf einen Aufstieg verzichten. Bei Randsportarten ist es oft so, dass höhere Ligen zwar einen höheren finanziellen Aufwand der Vereine verlangen, die Einnahmen aber gleichwohl bescheiden bleiben.

Ausserdem sei das Interesse an der NLA nicht so gross, da dies einen deutlichen Mehraufwand der Spieler fordere, sagt Monn. Mit der aktuellen Situation im Verein ist er sehr zufrieden. Der Student der ETH Zürich pendelt zwei Mal wöchentlich nach St.Gallen, um mit dem STV zu trainieren.

Was macht eigentlich ein Passeur?

Als Passeur oder auch Zuspieler, spielt Monn eine zentrale Rolle im Angriffsspiel. Grundsätzlich kommt jeder zweite Ball zu ihm. Er verteilt dann die Bälle an die Angreifer. Er hat meistens verschiedene Optionen. Das Ziel ist es, den Ball so zu spielen, dass der Gegner den darauffolgenden Angriff nicht blocken kann.

«Man muss schon den Blick für alles haben», so Monn. Dabei versucht er, die Gegner auch auszutricksen. Er zeigt per Handzeichen seinen Mitspielern, wie er ihnen den Ball im Falle eines Zuspiels passen wird. Je nach Spielsituation muss er sich jedoch spontan anpassen und schnell eine gute Entscheidung treffen.

Die Partien am Wochenende

Der STV St.Gallen spielt morgen gegen Volleyball Papiermühle und am Sonntag gegen Lausanne. Beide Spiele finden jeweils um 16 Uhr in der alten Kreuzbleiche in St.Gallen statt. Die Lausanner, die in der Qualifikationsgruppe West spielen, schlossen diese ebenfalls auf Rang eins ab, mit zwölf Siegen aus zwölf Spielen. Wie der STV die Aufstiegsrunde beendet, bleibt abzuwarten. Sicher ist jedoch, dass die St.Galler auch die kommende Saison in der NLB bestreiten werden.