Ärger in Gossau: Wegen einer beschädigten Leitung sind Anschlüsse tot – seit über zwei Wochen

Weder Internet noch Telefon: Seit dem 22. Mai funktioniert ein Glasfaserkabel in Gossau nicht. Die Swisscom spricht von nur drei betroffenen Anschlüssen. Entschädigungen würden individuell geprüft.

Roger Fuchs
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Als das «Tagblatt» anruft, geht es schnell: Die beschädigte Leitung in Gossau werde prioritär behandelt, so Swisscom. Bild: KEYSTONE/Ti-Press/Carlo Reguzzi)

Als das «Tagblatt» anruft, geht es schnell: Die beschädigte Leitung in Gossau werde prioritär behandelt, so Swisscom. Bild: KEYSTONE/Ti-Press/Carlo Reguzzi)

Maja Rohner ist verärgert. Seit über zwei Wochen herrscht Funkstille auf ihrer Swisscom-Glasfaserleitung. Gleichzeitig wurden sie und ihr Mann zwischenzeitlich von Pontius zu Pilatus geschickt. Erst hiess es, sie müssten einen neuen Router abholen. Als dieser dann ebenfalls nicht funktionierte, wurde ihnen ein Internetstick angeboten. Doch im Swisscom-Shop Gossau mussten sie erfahren, dass es solche nur in Wil und in der Stadt St.Gallen gibt. Maja Rohner holte schliesslich einen solchen, ist aber erneut nicht glücklich. Immer wieder müsse man sich bei diesem Stick neu ins Netz einloggen.

Der Ursprung für diese Wirren liegt in einem Vorfall am
22. Mai an der Friedbergstrasse, wie eine Nachfrage bei den Gossauer Stadtwerken und der Swisscom zeigt. Demnach wurde bei Arbeiten ein Kupferkabel durchtrennt, zudem wurde ein Glasfaserkabel angekratzt.

«Anfänglich war nicht klar, dass auch Glasfaser-Anschlüsse betroffen sind», sagt Esther Hüsler, Mediensprecherin bei der Swisscom. Überdies sei es bei einzelnen Fasern technisch sehr schwierig, herauszufinden, wo das Problem liege. Trotz dieser Herausforderung sei es nicht in ihrem Sinn, dass bei einem Vorfall mit Ausfällen von über zwei Wochen gerechnet werden müsse. Und so hiess es gegenüber dem «Tagblatt», dass man die Sache prioritär behandeln und noch vor Pfingsten in Ordnung bringen wolle.

Entschädigung wird individuell geprüft

Für Maja Rohner ist der Vorfall damit noch nicht erledigt. Wenn sie für etwas zahle, wolle sie auch eine entsprechende Leistung bekommen. Da dies im Fall der Telekomdienstleistung in den letzten zwei Wochen nicht der Fall war, erwartet sie ein entsprechendes Entgegenkommen bei der nächsten Rechnung. Schliesslich sei ihnen auch eine Hotelbuchung bachab gegangen. Eine solche wurde storniert, weil sie nicht erreicht werden konnten.

Mediensprecherin Esther Hüsler signalisiert ein Entgegenkommen für die ausgefallene Dienstleistung. Versprechungen kann sie aber nicht abgeben. Das werde man individuell anschauen. Betroffene Kundinnen und Kunden könnten sich diesbezüglich beim Kundendienst melden, so dass im Einzelfall eine Lösung gefunden werden könne.

Damit Maja Rohner wenigstens ihre Mails checken konnte, hat sie zwischenzeitlich eine ganz eigene Lösung gefunden. Bei ihrem Sohn, der in unmittelbarer Nähe an der Nelkenstrasse wohne, habe der Computer eines Tages wieder funktioniert. Und so fuhr sie zu ihm, um die wichtigsten Mails abzurufen. Dass sich Rohners zu Hause mit dem abgeholten Stick immer wieder von neuem einloggen mussten, lässt sich gemäss Esther Hüsler erklären. Das Gerät schalte bei Nichtgebrauch in den Standby-Modus. Der noch vor dem Stick ausgehändigte neue Router wird damit begründet, dass man erst von einer Einzelstörung ausging.

Hilfe vor Ort nur bei Grossstörungen

Doch warum finden Kundinnen und Kunden solche Internetsticks nicht im Swisscom-Shop Gossau? Ganz allgemein brauche man diese zu wenig, als dass man sie in allen Shops anbieten müsste. Gemäss Esther Hüsler würde Swisscom bei einer Grossstörung allerdings ganz anders reagieren. In solchen Fällen biete man Hand vor Ort und stelle Container auf, wo die Kundschaft die notwendigen technischen Hilfsmittel ausgehändigt bekomme. In Gossau waren nach aktuellem Kenntnisstand des Telekomunternehmens nur drei Anschlüsse betroffen.