Die Gemeinde als Bademeister ins Herz geschlossen: Roger Keller will Steinachs Präsident werden

Der Toggenburger Roger Keller kandidiert in Steinach. Die Gemeinde kennt er kaum, politisch ist er unerfahren. Die fürs Amt nötigen Fähigkeiten bringe er mit.

Jolanda Riedener
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«Ich lebe eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus», sagt Roger Keller. (Bild: Jolanda Riedener)

«Ich lebe eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus», sagt Roger Keller. (Bild: Jolanda Riedener)

Durch Zufall landete Roger Keller in Steinach. Vergangenes Jahr ist er von heute auf morgen als Badmeister eingesprungen. «Eine Bekannte, die auf der Gemeindeverwaltung arbeitet, hat mich angefragt», sagt er. Beruflich orientierte er sich damals neu und der Tapetenwechsel kam ihm gerade recht.

Aufgewachsen ist Keller im Rheintal, in Sevelen. Heute wohnt er im 300-Seelen-Ort Stein, das politisch zu Nesslau gehört. An die Monate im Seebad Steinach erinnert er sich gerne zurück. Er sagt:

«Ich war nach kurzer Zeit integriert und habe Freunde gefunden.»

Dadurch sei er auch mit einigen Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung in Kontakt gekommen. Als die Suche um einen Nachfolger für Roland Brändli näher kam, habe ihn darauf ein Bekannter aus Steinach angefragt. Das habe ihn anfangs überrascht, nach Gesprächen mit seinem Umfeld sei er aber zum Schluss gekommen, sich dem anspruchsvollen Amt zu stellen. «Die hohen Ansprüche entsprechen meinem beruflichen Werdegang», sagt er.

«Ich bleibe ruhig und sachlich»

Seine Stärken sieht der 50-Jährige in seiner lösungsorientierten Art, seiner Führungserfahrung und Kommunikationsfähigkeit. «Ich bleibe in hektischen Situationen ruhig und sachlich», sagt er. Erfahrung in Politik und Verwaltung kann er nicht vorweisen. Beruflich sei er aber regelmässig mit der Gemeindeverwaltung in Kontakt gewesen. «Einen Heimvorteil habe ich im Gegensatz zu meinen Konkurrenten nicht», sagt er:

«Dafür bin ich unabhängig, unverbraucht und unvoreingenommen.»

Roger Keller ist Vater von drei Kindern (17, 20 und 23 Jahre alt) und gelernter Kaufmann. Mit seinem Schwager gründete er ein Plattenlegergeschäft und später alleine ein Whirlpool-Unternehmen. Nach einem Abstecher in die Medienbranche war er als Regionalstellenleiter einer Vermögensberatungsfirma tätig, sowie Filialleiter zweier Personaldienstleister.

Heute arbeitet er im Aussendienst bei der Arboner Firma Forster Swiss Home AG. «Mein Job erfüllt mich», sagt er. «Als Gemeindepräsident sehe ich die Möglichkeit, meine Erfahrung und mein Wissen noch vielseitiger einzubringen.»

Abseits vom Links-Rechts-Schema

Der Parteilose wünscht sich ein aktives Dorfleben und will ebenso die jungen Leute einbeziehen. Begeisterter Nachwuchs sei ihm in Politik, Vereinen und Kirchen wichtig. «Lebendige Ideen zum Wohl der Gemeinde sind auf allen Ebenen gefragt.»

Ins politische Links-Rechts-Schema will er sich aber nicht einreihen. So findet er, man müsse tatsächlich bedürftigen Flüchtlingen Schutz bieten und sie vernünftig integrieren. Schweizer Werte sind ihm wichtig und sollen gewahrt werden. Umweltschutz bedeutet für ihn, im Sinne der Natur massvoll mit den Ressourcen umzugehen.

Lebt seinen Glauben in der Grace Church aus

«Als gläubiger Christ bin ich zum Beispiel auch mit einigen Ansichten der CVP einig», sagt Keller und deutet auf ein silbernes Kreuz, das er um den Hals trägt. Er bezieht seine Kraft und Zuversicht aus dem Glauben und ist Mitglied in der Freikirche Grace Church Buchs. Die Schweizer Fachstelle für Sektenfragen Infosekta spricht der Gospelhouse Church, wie sich die Glaubensgemeinschaft früher nannte, teilweise «sektenhafte Aspekte» zu.

In Steinach will Roger Keller die laufenden Projekte effizient weiterführen und erfolgreich abschliessen. Begleitend will er sich mit den Bürgerinnen und Bürgern auseinandersetzen und ihre Meinung einfordern.

«Ich bewege mich gerne ausserhalb der Komfortzone», sagt er. Im Wahlkampf setzt er auf persönliche Gespräche, will Stammtische oder Vereine besuchen und ist dabei, eine Website zu erstellen. Auch am Wahlpodium können die Steinacherinnen und Steinacher ihn näher kennen lernen.