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Flüchtling auf dem Bauernhof Brumenau: «Wir haben ihn sofort ins Herz geschlossen»

Soziales Engagement hat bei Familie Keller aus Wittenbach Tradition. Deshalb bietet sie auf dem Bauernhof Brumenau Flüchtlingen eine sinnvolle Beschäftigung.
Martin Brunner
Walter und Thekla Keller freuen sich über Khalid Kuraezan (hinten, von links), genauso Evelyn, Erich und Walti Keller. (Bild: Martin Brunner)

Walter und Thekla Keller freuen sich über Khalid Kuraezan (hinten, von links), genauso Evelyn, Erich und Walti Keller. (Bild: Martin Brunner)

«Flüchtlinge sind für uns ein Geschenk und eine Bereicherung», sagen Thekla und Walter Keller von der Brumenau in Wittenbach. «Sie bringen ihre eigene und manchmal unglaublich düstere Lebensgeschichte mit.» Die Familie erlebte bereits dreimal, wie wichtig für geflüchtete Menschen der Kontakt zu Schweizern, das Leben in einer Familie und eine Beschäftigung seien.

Es war im Frühjahr 2016, als Thekla und Walter Keller von einem Fütterungsberater eine Empfehlung bekamen. «Es ging um eine Stelle für den Eritreer Neguse Grmay», erzählen sie.

«Als er sich vorstellte, schlossen wir ihn mit seiner herzlichen Art sofort in unsere Herzen.»

Mit allen Bewilligungen ausgestattet trat Neguse Grmay seine Stelle an. Er versorgte anfangs vor allem die Schweine. Das sagte ihm aber nicht wirklich zu, obwohl er die Ferkel genau beobachtete und sofort merkte, wenn etwas nicht stimmte. Kellers haben ihm angeboten, das Melken zu lernen. «Das ging sehr schnell – und auch hier zeigte sich, dass er ein gutes Auge für die Tiere hat und alle genau kannte. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass er in Eritrea rund 60 Kühe betreut hatte.» Seine Arbeit wurde allerdings überflüssig, als Kellers vor zwei Jahren einen Melkroboter anschafften. Kommt dazu, dass Grmay seine Familie nachziehen konnte.

Guter Lehrabschluss mit Note 5,5

Sein Nachfolger wurde Meron Tadese. Seine Geschichte ist deshalb speziell, weil er zwar aus Eritrea stammt, aber in der Schweiz bereits die Oberstufe und eine landwirtschaftliche Attestausbildung absolvieren konnte. «Er war auf der Suche nach einer Lehrstelle, die wir ihm anbieten konnten», sagen Kellers. «Von Vorteil war, dass er unsere Sprache beherrschte.» Kein Wunder, dass Meron Tadese seine Lehre mit einer sehr guten Note abschloss, unter anderem mit einer 5,5 in der Tierhaltung.

Seit bald einem Jahr lebt und arbeitet der Syrer Khalid Kuraezan auf der Brumenau. Er kam über die Gemeinde Wittenbach auf den Hof. «Er ist bereits 49 Jahre alt und hatte in Syrien eine gute Stellung», betonen Kellers. «Mit ihm fühlten wir uns einmal mehr sofort wohl.» Er sei handwerklich sehr geschickt und helfe überall mit. Im Moment vor allem bei einem Umbau, der vor allem ihre beiden Söhne betreffe. «Besonders beeindruckend ist, dass uns durch ihn das Kriegsgeschehen in Syrien ungewohnt nahekommt. Wir erleben, wie gross die psychische Belastung immer noch ist.» Aus der guten Zusammenarbeit mit Flüchtlingen ziehen Kellers eine durchwegs positive Bilanz.

Söhne haben den Hof übernommene

(mab) Auf dem 28 Hektaren grossen Hof von Thekla und Walter Keller leben heute rund 70 Kühe. Seit zwei Jahren übernimmt ein Melkroboter die Melkarbeit. Kellers halten aber auch 40 Mutterschweine. Die Ferkel sind zehn Wochen auf dem Betrieb, bis sie als Jager mit einem Gewicht von 20 Kilo ausgestallt werden.

Die Söhne Erich (Landmaschinenmechaniker und Landwirt) und Walti Keller (Maurer und Landwirt) haben Ende 2018 den Betrieb übernommen. Die beiden erlebten auch den Portugiesen Ernesto Esperanco, der ebenfalls eine Anstellung auf dem Hof hatte. «Er mochte die Landwirtschaft», erzählen Kellers. «Er war zehn Jahre lang bei uns und war Teil der Familie.» Diese Zusammenarbeit endete im Frühling 2016, als jene mit den Flüchtlingen begann.

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