Beni Müggler will Steinach grüner und sozialer machen: Der Grüne setzt sich für sozialverträgliche Wohnungen und die Jugend ein

Beni Müggler (Grüne) will im Gemeinderat mitwirken. Im Dorf will sich der Vater von vier Kindern für die Jugend einsetzen - was der Sozialarbeiter bereits beruflich tut.

Jolanda Riedener
Drucken
Teilen
Beni Müggler ist oft mit dem Velo unterwegs.

Beni Müggler ist oft mit dem Velo unterwegs.

Bild: Jolanda Riedener

Die beiden freiwerdenden Sitze im Steinacher Gemeinderat sind hart umkämpft. Auch die Grünen wollen ihren Einfluss auf der Kommunalebene stärken: Die Partei steigt mit dem 54-jährigen Beni Müggler ins Rennen. Das grosse Interesse am Rat habe wohl auch mit dem Wechsel im Präsidium zu tun, findet er.

Im vergangenen Herbst war Beni Müggler im Wahlkampf für den Kantonsrat. «Danach habe ich gedacht, jetzt wird es etwas ruhiger.» Nachdem gleich zwei Gemeinderäte den Rücktritt bekanntgaben, entschied er, anzutreten.

Beni Müggler arbeitet als Schulsozialarbeiter in Arbon. Dabei sieht er Parallelen zur Tätigkeit im Rat:

«Ich bin ein politischer Mensch und habe gerne mit den Leuten vor Ort zu tun.»

Politik wurde ihm in die Wiege gelegt

Politik war auch in der Familie des gebürtigen Steinachers präsent, der Vater war einst Gemeindeschreiber, die Mutter CVP-Kantonsrätin. Mit den bestehenden Gemeinderatsmitgliedern könne er sich eine Zusammenarbeit gut vorstellen. Der Erfolg der Grünen bei den Kantonsratswahlen habe zusätzlich motiviert: «Wir wollen noch präsenter sein.» Zwar habe die Partei noch immer relativ wenig Mitglieder, dafür aber viele Sympathisanten. In der Bevölkerung gebe es verstärkt das Bedürfnis nach Nachhaltigkeit. Er sagt:

«Viele Parteien schreiben sich dies mittlerweile auf die Fahne, aber wir fordern Nachhaltigkeit auch konsequent ein.»

Steinach ist laut Beni Müggler beim Ausbau von erneuerbarer Energie schon recht weit gekommen. «Doch ein Nachlassen liegt nicht drin.» Und es gelte auch sozial- und gesellschaftspolitische Anliegen einzubringen. So sei etwa das verdichtete Bauen mit begrenztem Wohnraum in Steinach anzugehen. Er sei für Aufwertungen im Zentrum, die zum Dorfcharakter passten statt Brachen und Abstellplätze für Autohändler. Auch das geplante HRS-Hochhaus an der Grenze zu Arbon sei völlig überrissen und unpassend für Steinach.

Ist in Steinach aufgewachsen: Beni Müggler will für die Grünen im Gemeinderat mitwirken.

Ist in Steinach aufgewachsen: Beni Müggler will für die Grünen im Gemeinderat mitwirken.

Bild: Jolanda Riedener

Den schönsten Arbeitsweg mit dem Velo zurücklegen

Weiter soll günstiger Wohnraum erhalten bleiben, auch wenn das privatwirtschaftlich schwierig sei. «Wir haben Industrie hier, die einfache Arbeiter anzieht», sagt Beni Müggler. Und diese sollten hier wohnen können, auch um einen kurzen Arbeitsweg zu haben und den Verkehr zu entlasten. Die Förderung der Biodiversität liege ihm ebenfalls am Herzen. Dabei sollten auch mehr Privatbesitzer in die Verantwortung genommen werden.

Als passionierter Velofahrer spricht er sich für die Förderung des Langsamverkehrs aus, insbesondere in Richtung Horn gebe es Nachholbedarf. Weiter soll der Schulweg nach Arbon für Oberstufenschüler sicherer werden. An seinen Arbeitsort nach Arbon fährt er selber täglich mit dem Velo dem See entlang und schwärmt:

«Ich habe mit Abstand den schönsten Arbeitsweg.»

Müggler ist Vater von vier Buben im Alter zwischen 11 und 18 Jahren. Sollte er in den Gemeinderat gewählt werden, wolle er sich auch für die junge Bevölkerung einsetzen: Derzeit gebe es in der Gemeinde neben den Vereinen keine öffentliche Jugendarbeit, das gelte es zu ändern. Neben seiner beruflichen Tätigkeit mit Jugendlichen leitet Beni Müggler bei der Katholischen Kirche die Firmgruppe der Pfarreien Steinach-Tübach-Berg.

Mehr zum Thema