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Das ist neu: Benevol plant ein Haus für die Freiwilligenarbeit

Benevol St.Gallen plant ein Servicezentrum, um Vereine und gemeinnützige Organisationen zu entlasten. Im Benevol-Park können sie Tätigkeiten delegieren, die mit dem Vereinszweck wenig zu tun haben.
Roger Berhalter
Gezeichnete Vision des Benevol-Parks (Bild: PD)

Gezeichnete Vision des Benevol-Parks (Bild: PD)

Wer im Turnverein ist, möchte turnen. Wer im Fotoclub ist, möchte fotografieren. Das klingt wie eine Binsenweisheit, ist aber im Alltag nicht selbstverständlich. Denn im Turnverein wird eben nicht nur geturnt, es gilt auch Sponsoren zu finden und eine Website zu unterhalten. Die Mitglieder des Fotoclubs wiederum müssen auch eine Buchhaltung führen und Flyer gestalten. Viele Vereine und Non-Profit-Organisationen stossen so an Grenzen.

«Man kann nicht alles alleine machen und sollte sich auf das Wesentliche konzentrieren», sagt Peter Künzle, Geschäftsführer von Benevol St. Gallen. Er ist Experte auf dem Gebiet der Freiwilligenarbeit und beobachtet bei ehrenamtlichen Organisationen immer wieder dasselbe Muster: Eine Idee wird geboren und zunächst mit Elan umgesetzt – doch nach drei bis fünf Jahren verliert das ehrenamtliche Engagement an Schwung. «Die Freiwilligen sind zwar meist Profis in ihrem Kernthema, zusätzlich müssen sie aber Bereiche ausserhalb ihrer Kernkompetenz abdecken.»

180000 Franken
aus dem Lotteriefonds

Das muss nicht sein, findet Künzle. Er treibt schon länger die Idee eines «Benevol-Parks» voran. Darunter versteht er ein Dienstleistungs- und Servicezentrum, das grössere Vereine und andere gemeinnützige Institutionen entlasten soll, indem es zu fairen Preisen passende Angebote zur Verfügung stellt.

Der Turnverein soll sich aufs Turnen konzentrieren, während er die neue Website über den Benevol-Park gestalten und betreiben lässt. Dieses Delegieren von Tätigkeiten entlaste den Verein, sei verhältnismässig günstig und schaffe erst noch die Möglichkeit, Vereinsmitglieder zu halten und neue finden, ist Künzle überzeugt. «Wenn beispielsweise ein Vereinskassier eine einfache Buchhaltungslösung erhält, wird er wahrscheinlich noch etwas länger Kassier bleiben.»


Die Idee ist schon weit gediehen und hat auch den Kanton überzeugt. Er möchte aus dem Lotteriefonds 180000 Franken als Anschubfinanzierung leisten, um den Benevol-Park in Schwung zu bringen. Noch ist der Betrag nicht gesprochen; der Kantonsrat wird diese Woche über die Lotteriefondsbeiträge entscheiden.

Die Stadt hilft bei der Standortsuche

Auch die Stadt ist schon im Boot. Künzle erhofft sich einen substanziellen Beitrag, zudem ist das Hochbauamt bei der Suche nach einer passenden städtischen Liegenschaft behilflich. Denn der Benevol-Park soll nicht nur eine virtuelle Plattform, sondern auch ein realer Standort sein. Ein «Haus des Engagements», wie ein ähnliches Projekt in Freiburg im Breisgau heisst.

Das Haus soll möglichst zentral in St. Gallen stehen und mit Büroarbeitsplätzen, Küche, Caféteria, Sitzungszimmer und Gemeinschaftsraum ausgestattet sein. So jedenfalls sieht die Vision aus, die auch in gezeichneter Form vorliegt (siehe Illustration). Der Benevol-Park könnte für die Freiwilligenarbeit das sein, was ein Innovationspark für Start-ups ist.


In diesem Haus der Freiwilligenarbeit könnten sich beispielsweise die Sponsoring-Verantwortlichen verschiedener Organisationen zum Austausch treffen. Oder ein regionales IT-Unternehmen könnte seine Dienstleistungen anbieten. Es gäbe Sitzungszimmer, die gemeinsam genutzt würden, ebenso wie die Server und Drucker. Im Benevol-Park stünden Infrastruktur und Fachpersonal zur Verfügung, das projektbezogen oder längerfristig gebucht werden kann. «Das ist für die beteiligten Organisationen günstiger, als wenn sie die gleichen Dienstleistungen in der Privatwirtschaft einkaufen», sagt Künzle.


Benevol St. Gallen arbeitet mit rund 300 Organisationen zusammen. Geschäftsführer Künzle hat eine Umfrage durchgeführt, um den Bedarf nach einem solchen Benevol-Park zu klären. «Die Rückmeldungen waren sehr positiv. Ich bekomme heute schon Anfragen für konkrete Dienstleistungen.»

Eine Liegenschaft bis Herbst 2019

Doch soweit ist der Benevol-Park noch nicht. Als nächstes muss Künzle die Finanzierung sicherstellen und 610000 Franken an Planungs- und Projektierungskosten decken. Ebenso sei er daran, die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen aufzugleisen. So habe die Fachhochschule Interesse angemeldet, das Projekt zu begleiten. Nach einer Startphase von drei Jahren soll der Benevol-Park selbsttragend sein.

Bis Herbst 2019 möchte Künzle auch einen Standort für das Haus der Freiwilligenarbeit finden. Noch kann er keine Adresse nennen, noch hat er kein konkretes «Haus» in Aussicht. Augenzwinkernd sagt er: «Wer weiss, vielleicht gibt’s ja ein unverhofftes Weihnachtsgeschenk?»

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