Ein Park für die Freiwilligenarbeit: Benevol-Stiftung eröffnet an der St.-Leonhard-Strasse in St.Gallen ein Servicezentrum für Vereine

Der Benevolpark an der St.-Leonhard-Strasse ist in Betrieb. Er dient als Drehscheibe für gemeinnützige Organisationen.

Luca Ghiselli
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Peter Künzle und Men Spadin im Benevolpark.

Peter Künzle und Men Spadin im Benevolpark.

Bild: Ralph Ribi

«Die Decke hat es in letzter Minute über die Grenze geschafft», sagt Men Spadin und zeigt nach oben. Der Öffentlichkeitsbeauftragte der Stiftung Benevol steht am Kaffeetisch im frisch eröffneten Benevolpark. Trotz Pandemie hat die Stiftung für freiwilliges Engagement ihre Büros fristgerecht beziehen können. Auch die Zeitvorsorge, das Tandem-Angebot und einige kleinere Organisationen sind in der Zwischenzeit eingezogen.

Der Benevol-Öffentlichkeitsbeauftragte Men Spadin im Gespräch mit einer Mitarbeiterin.

Der Benevol-Öffentlichkeitsbeauftragte Men Spadin im Gespräch mit einer Mitarbeiterin.

Bild: Ralph Ribi

Im ehemaligen Postgebäude an der St.-Leonhard-Strasse 45, einen Steinwurf vom Hauptbahnhof entfernt, können Vereine und andere gemeinnützige Organisationen Sitzungszimmer und Arbeitsplätze mieten, Veranstaltungen durchführen oder Beratungsgespräche führen. Der Park soll als Hub für Vereine dienen, als Ort des Austauschs und der Begegnung. Und: Der Park soll eine Lücke füllen. Denn immer mehr Vereine sind auf flexibel verfügbare Räume angewiesen, weil immer weniger Beizen in der Region solche Sitzungs- und Seminarräume anbieten, wie Men Spadin auf dem Medienrundgang erklärt.

Neben Arbeitsplätzen bietet der Benevolpark auch Räume für Seminare oder andere Veranstaltungen an.

Neben Arbeitsplätzen bietet der Benevolpark auch Räume für Seminare oder andere Veranstaltungen an.

Bild: Ralph Ribi

Austausch, aber auch Privatsphäre

Das Park-Thema zieht sich durch die grosszügigen Räume: Sie sind alle nach St.Galler Pärken und Grünanlagen benannt – vom Stadtpark bis zum Grabenpärkli. «Wir unterscheiden zwischen der öffentlichen Zone und Räumen, die Privatsphäre verlangen», sagt Benevol-Geschäftsführer Peter Künzle. Im Park soll einerseits der Wissenstransfer unter den Organisationen und Vereinen niederschwellig ermöglicht werden, andererseits sensible Beratungen wie jene des Tandem-Programms zur Reintegration von Stellensuchenden stattfinden.

Dafür wurden im offen konzipierten Büro eigens geschlossene Sitzungszimmer eingebaut. Die Nutzungszeiten sind flexibel: «Mit unserer Nachteulen-Aktion kann man zum Beispiel ab 18 Uhr für fünf Franken hier auch abseits der Bürozeiten arbeiten», sagt Künzle.

Im Benevolpark an der St.-Leonhard-Strasse kann auch abends gearbeitet werden.

Im Benevolpark an der St.-Leonhard-Strasse kann auch abends gearbeitet werden.

Bild: Ralph Ribi

Noch ist der Benevolpark noch nicht voll ausgelastet. Erst rund ein Drittel der Kapazität ist erreicht. «Wir sind in Gesprächen mit verschiedenen Organisationen», sagt Künzle. Ziel sei es, einen Mix aus grossen, etablierten und jungen, aufstrebenden Vereinen und Institutionen im Benevolpark zu beherbergen. «So profitieren alle am meisten voneinander», ist Künzle überzeugt. Durch die flexible Nutzung könnten Räume mehrfach pro Tag vergeben werden. Men Spadin sagt:

«Wir haben uns von unseren fixen Bürotischen verabschiedet und arbeiten dort, wo es gerade Platz hat.»

Das rund 500'000 Franken teure Projekt wurde zum einen von Sponsoren aus der Privatwirtschaft, zum anderen von der öffentlichen Hand finanziert. Die erste Vision für den Benevolpark entstand 2016. «Wir sind ein grosses Risiko eingegangen.» Sind die Initianten mit dem Ergebnis zufrieden? «Es ist besser geworden, als wir uns erhofft hatten», sind sich Künzle und Spadin einig. «Jetzt setzen wir alles daran, den Park noch mehr mit Leben zu füllen.» Am 15. August findet dafür ein Tag der offenen Tür statt.

Weitere Informationen zum Angebot im neuen Benevolpark gibt's hier.

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