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Rorschacher Beizer suchen Alternative zu Plastikröhrli

In den öffentlichen Lokalen in Neuenburg sind ab 2019 Plastik-Trinkhalme tabu. Jetzt zeigt sich: Auch in der Region Rorschach besteht ein Bedürfnis nach ökologischen Alternativen.
Rossella Blattmann
Plastikröhrli gehören in der Gastronomie dazu. Beizer aus Rorschach würden aber auf eine Alternative zurückgreifen. (AP Photo/Jeff Chiu)

Plastikröhrli gehören in der Gastronomie dazu. Beizer aus Rorschach würden aber auf eine Alternative zurückgreifen. (AP Photo/Jeff Chiu)

Die Ostschweiz schwitzt. In der Hafenstadt jagen die warmen Temperaturen das Quecksilber in die Höhe. Was gibt es jetzt besseres, als ein eisgekühltes Frappé oder einen erfrischenden Drink? Doch wer ein ebensolches Getränk bestellt, bekommt es vielerorts mit einem Plastik-Trinkhalm serviert.

Die Stadt Neuenburg verbietet ab nächstem Jahr Röhrli in öffentlichen Lokalen. Ab 2019 werden die Neuenburger Getränke nur noch mit abwaschbaren oder kompostierbaren Trinkhalmen serviert. Und der Kaffeeriese Starbucks will die Plastikhalme bis 2020 abschaffen. Ein Augenschein bei vier Lokalen in der Region Rorschach zeigt: Auch wenn ein Teil der Wirte nicht auf die Plastik-Trinkhalme verzichtet, besteht ein deutliches Bedürfnis nach einem umweltfreundlichen Ersatz.

Bio-Trinkhalme aus echtem Stroh

Beatrice Trachsel von der Badhütte in Rorschach sagt: «Wir haben in der letzten Sommersaison noch Plastikröhrli verwendet.» Auf den Beginn der Sommersaison 2018 habe das Team nach Alternativen gesucht. «Mit den Bio-Strohhalmen, einem nachwachsendem Rohstoff, haben wir eine gute Lösung gefunden.» Die Nachfrage nach den ökologischen Röhrli ist so gross, dass im Moment Lieferschwierigkeiten bestehen. «Ab kommender Woche wird es die Strohhalme wieder bei uns in der Badhütte geben.»

Trachsel würde ein Verbot von Plastik-Trinkhalmen in den öffentlichen Lokalen der Stadt Rorschach begrüssen. «Alternativen zu Plastik sind deutlich teurer. Ich denke jedoch, dass es eine lohnende Investition für unsere Umwelt wäre.» Mit den Bio-Strohhalmen leiste die Badhütte einen kleinen Beitrag an eine plastikfreiere Umwelt, sagt Trachsel.

Kein Röhrli, kein Caipirinha

«Für einzelne Cocktails wie Caipirinha und Mojito brauchen wir Plastikröhrli. Ohne sind diese Drinks nicht zu trinken», sagt Lukas Gmür von der Tiki-Strandbar in Goldach. Zudem würden Gäste immer wieder einen Trinkhalm verlangen. Wenn es eine Alternative zu Plastikröhrli gäbe, würde er diese prüfen. «Wir haben uns noch nie über Trinkhalme Gedanken gemacht, da diese einen geringen Anteil an den Abfallbergen bei Events darstellen.»

Auch das Restaurant Hafenbuffet in Rorschach serviert seine Gertänke mit Plastikröhrli. «Seit es das Hafenbuffet gibt, benutzen wir Plastikröhrli. Leider. Wenn es Alternativen gäbe, würden wir die Trinkhalme aus Plastik bei uns nicht mehr verwenden», sagt Christoph Brändle vom Hafenbuffet. Ein Verbot von Plastikröhrli in öffentlichen Lokalen in der Stadt Rorschach würde Brändle begrüssen, da der Verbrauch im Hafenbuffet riesig sei.

Plastik-Trinkhalme im Sirup

Rahel Wagners Seecafé Arion platzt in diesen heissen Sommertagen aus allen Nähten. In ihrem Lokal gibt es ebenfalls Plastik-Trinkhalme. «Ganz viele. Die Röhrli gehören nun Mal zur Gastronomie dazu.» Insbesondere Kinder würden für ihren Sirup immer wieder einen Trinkhalm verlangen. Auch das Auge trinkt im Seecafé mit. «Das dunkle Plastik-Röhrli im orangen Aperol macht einfach etwas her», sagt Wagner. Gäbe es hingegen günstige, umweltverträgliche Alternativen zu den Trinkhalmen aus Plastik, dann würde sie diese für das Seecafé Arion auf jedem Fall in Erwägung ziehen.

Auch in den Ostschweizer Kühlschränken und Vorratskammern befinden sich vermehrt umweltfreundliche und biologische Produkte. «Bei unserer Kundschaft stellen wir eine steigende Nachfrage nach nachhaltigen Produkten fest», sagt Isabelle Zarn von Migros Ostschweiz. Es komme immer wieder vor, dass die Migros Produkte aufgrund ökologischer Überlegungen nicht ins Sortiment aufnehme, oder diese wieder aus dem Sortiment entferne. Momentan konzentriere sich der Grossverteiler auf den vermehrten Einsatz von Recycling-Plastik. «Hier sehen wir den grösseren Umweltnutzen als bei den Trinkhalmen.»

Trinkhalme aus Papier immer beliebter

Markus Brunner von Coop Ostschweiz sagt: «Wir stellen fest, dass nachhaltige Produkte bei den Coop-Kunden immer beliebter werden.» Die Nachfrage nach Plastik-Trinkhalmen habe tendenziell etwas abgenommen. «Dafür werden Röhrli aus Papier immer beliebter.»

Doch wie sieht es mit einem Verbot in der Hafenstadt aus? Stadtpräsident Thomas Müller sagt: «Ein Verbot von Plastik-Trinkhalmen in öffentlichen Lokalen wie in Neuenburg war für Rorschach nie ein Thema.» Aus ökologischer Sicht sei der Verbrauch von Plastik-Röhrli bezüglich Gewicht und Volumen nebensächlich. Plastikröhrli würden einen sehr kleinen Anteil des Abfalles ausmachen.

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