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Trotz Schneefall: Fürs Skifahren reicht's bei den meisten Skiliften in der Region noch nicht

Die Skilifte der Region sind bereit für die Schneesaison. Was jetzt noch fehlt, ist genügend Schnee. Doch auch an Geld mangelt es vielen Betreibern. Zweite Standbeine helfen ihnen, über die Runden zu kommen.
Perrine Woodtli, Rudolf Hirtl
Der Kinderskilift Bischofberg bei Heiden ist bereits seit Samstag in Betrieb. (Bilder: Michel Canonica)

Der Kinderskilift Bischofberg bei Heiden ist bereits seit Samstag in Betrieb. (Bilder: Michel Canonica)

Seit Sonntag bedeckt eine dünne Schneeschicht die Wiesen in der Region. In der Nacht auf Sonntag fielen erste weisse Flocken vom Himmel. Fürs Skifahren reicht es bei den meisten Skiliften in den umliegenden Gemeinden aber noch nicht. Dennoch sind sie schon lange startklar und die Betreiber stehen in den Startlöchern. Alle wollen sie bereit sein, wenn erstmals genug Schnee liegt.

Der Skilift Spitze in Eggersriet etwa ist seit Mitte November einsatzbereit. «Bei milden Wetter ist es angenehmer, alles aufzubauen», sagt Vereinspräsident Regina Viola Engel. «Jetzt warten wir nur noch auf genügend Schnee.» 2017 lief der Skilift erstmals am 16. Dezember. Das war dieses Jahr nun nicht der Fall. Für den Skiliftbetrieb sind gut 20 Zentimeter Schnee nötig.

Seit letzter Saison wird der Skilift nicht mehr als Aktiengesellschaft, sondern als Verein geführt. «Als AG mussten wir Steuern zahlen. Das war Geld, das wir unnötig verloren haben», so Engel. Mit den Spenden einiger Aktionäre verfüge der Verein nun über ein «schönes Polster». «So haben wir Geld auf der Seite, falls etwas kaputtgeht.» Trotzdem: Ohne die «Bügelbeiz» ginge es nicht. Sie ist die Haupteinnahmequelle des Vereins.

«Es ist wie immer: Mit dem Trinken verdient man das Geld.»

Das grosse Warten auf die Schneemengen

Auf sein zweites Standbein könnte auch der Skilift Grub-Kaien im angrenzenden Grub AR nicht verzichten. Seit fünf Jahren dient dort das «Skiliftstöbli» als zusätzliche Einnahmequelle. «Ohne die Beiz würden wir nicht überleben», sagt René Lanker, Verwaltungsratspräsident der Skilift Grub-Kaien AG.

Rund 30 Zentimeter sind nötig, damit Skifahrer und Snowboarder den Gruber Hang nutzen können. «Wie jedes Jahr heisst es jetzt wieder: das grosse Warten auf den Schnee.» Aber auch auf den Schnee könne man sich nicht verlassen, was das Geschäft anbelange, sagt Lanker. «2017 lag Anfang Dezember erstmals Schnee. Leute kamen aber keine. Viele sind so früh noch gar nicht bereit fürs Skifahren.» Sie würden erst ab Weihnachten kommen. Personalkosten habe man vorher aber trotzdem. Ohne die Fronarbeit zahlreicher Mitarbeiter ginge das alles nicht.

Auch in Wittenbach ist der Skilift Erlacker, der tiefstgelegene Skilift unter den umliegenden Gemeinden, einsatzbereit. Die Anlage wurde Ende November aufgestellt. So werden auch die Wittenbacherinnen und Wittenbacher von Tag eins an ihren Skilift nutzen können.

Christian Frei indessen hofft, dass in der zweiten Dezemberhälfte noch genügend Schnee am Waldkircher Tannenberg fällt. Er ist der Präsident des Skiclubs Tannenberg, der auch den Skilift betreibt. «2017 konnten wir im Dezember die Saison eröffnen. Wir hoffen, dass es auch dieses Jahr so sein wird», sagt Frei.

Diese Saison nimmt der Skiclub erstmals die neue Lichtanlage für die Langlaufloipe in Betrieb. Mit der Loipe wird teilweise auch der Skilift finanziert. «Der Skilift ist grundsätzlich selbsttragend, da unsere Betriebskosten relativ tief gehalten werden können», sagt Frei. «Dennoch brauchen wir für Neuerungen die Einnahmequelle durch den Betrieb der Loipen.»

«Skiliftbetrieb ist immer ein Verlustgeschäft»

Auch die beiden städtischen Skilifte, der Skilift Schlössli in Haggen und der Skilift Beckenhalde in St. Georgen, sind bereit. Genauso der Skilift Vögelinsegg ennet der Stadtgrenze in Speicher. «Wir sind jedes Jahr ab Ende November einsatzbereit», sagt Genossenschaftspräsident Christof Chapuis. Schliesslich wisse man nie, wann der erste Schnee komme und man wolle ab dem ersten Tag den Betrieb aufnehmen können.

Anders als andere verfügt die Genossenschaft über kein zweites Standbein, auch über keine eigene Beiz. Dies, weil beim Skilift bereits eine Besenbeiz existiere und man diese nicht konkurrenzieren wolle. Der Skilift Vögelinsegg finanziert sich über Sponsoren und die Genossenschafter. Finanziell gehe es mal besser, mal schlechter.

«Ein Skiliftbetrieb ist mittelfristig aber immer ein Verlustgeschäft.»

Früher Saisonstart dank Kunstschnee

Beim auf 1000 Meter liegenden Bischofsberg ob Heiden ist im Gegensatz zu den umliegenden Betrieben nicht nur alles bereit für die Skisaison, der Kinderskilift läuft bereits seit Samstag. Ein Wasserspeicher, zwei Schneekanonen, und tiefe Temperaturen machen es möglich. Die knapp 130 Meter lange Anlage hat Johannes Solenthaler 2002 aufgestellt.

Der Landwirt hat in die Kunstschneeproduktion investiert, weil der Skilift finanziell etwas abwerfen müsse, da es sonst schwierig werde. «Das sind genau die Situationen, die mich reizen. Ich mag es, die Herausforderung anzunehmen und eine Lösung zu finden.» Ergänzt wird das Angebot auf dem Bischofsberg seit 2015 mit einer Skihütte samt Restaurant, das auch in den mondänen Skiorten der Alpen eine gute Figur machen würde.

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