Beiträge aus dem Lotteriefonds: Eine Viertelmillion geht an den See

260500 Franken aus dem Lotteriefonds erhält die Region Rorschach. Auch das Wahrzeichen bekommt Beiträge und zwei weitere Zeitzeugen, die damit erhalten bleiben sollen.

Jolanda Riedener
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Noch sind vertiefte Abklärungen zum Vorprojekt der Kornhaussanierung nötig.

Noch sind vertiefte Abklärungen zum Vorprojekt der Kornhaussanierung nötig.

Bild: Jolanda Riedener

Das Kornhaus ist das Wahrzeichen der Stadt Rorschach. Die heutige Nutzung entspricht aber nicht dem Potenzial, welches das Gebäude aufweist, findet das kantonale Amt für Kultur. Und spricht deshalb einen Beitrag aus dem Lotteriefonds für die Umnutzung und Renovation des einstigen Lagerhauses, der Kantonsrat bewilligte dies am 3. Juni. Das Kornhaus ist aber nur eines von drei Gebäuden in der Region Rorschach, das von den Beiträgen profitiert.

In den vergangenen fünf Jahren hat die Schweizerische Landeslotterie durchschnittlich einen Gewinn von 345,4 Millionen Franken erzielt. Aus dem Gewinn des Jahres 2019 fliessen in diesem Jahr 22,2 Millionen Franken in den Lotteriefonds des Kantons St.Gallen.

Zwei Kulturinstitutionen in der Region Rorschach erhalten jährliche Beiträge an ihre Betriebskosten: Das «Treppenhaus» in Rorschach und das Kulturschloss Wartegg in Rorschacherberg bekommen jeweils 20000 Franken für ihr kulturelles Engagement.

Resultate sind im Herbst zu erwarten

Im Bereich der Denkmalpflege geht ein Beitrag von 70900 Franken an die Umnutzung und Renovation des Rorschacher Kornhauses. «Kein Gebäude in Rorschach kann die kulturhistorische Bedeutung der Stadt am See besser darstellen als das Kornhaus», heisst es in der Begründung.

Lichtkünstler Gerry Hofstetter inszenierte das Rorschacher Kornhaus.

Lichtkünstler Gerry Hofstetter inszenierte das Rorschacher Kornhaus.

Bild: Christof Sonderegger (Juni 2017)

Das Vorprojekt zur Kornhaussanierung soll Möglichkeiten auf der Basis der durchgeführten Bedürfnisanalyse konkret darstellen und deren baulichen und finanziellen Konsequenzen in der Umsetzung aufzeigen. Die Kosten belaufen sich auf 312700 Franken. Das Vorprojekt verzögerte sich aufgrund von anfallenden Untersuchungen im Zusammenhang mit dem Seepegel. Es soll im Herbst abgeschlossen werden.

Die Decke der Katholischen Kirche Steinach wurde im Dezember 2018 befestigt und gesichert.

Die Decke der Katholischen Kirche Steinach wurde im Dezember 2018 befestigt und gesichert.

Bild: Fritz Heinze

Auch Steinach erhält einen Beitrag von 47300 Franken an die Fassaden- und Innenrenovation der Katholischen Pfarrkirche. Die barocke Kirche wurde 1743 von Baumeister Jakob Grubenmann erbaut und 1770 durch Franz Ludwig Herrmann und Fernand Beer ausgestattet. Im Dezember 2018 musste die Kirche wegen von der Decke herabfallender Stuckaturen bis zur Notsicherung im Januar 2019 geschlossen werden. Dabei kam es zu Verzögerungen der geplanten Aussensanierung, die mittlerweile abgeschlossen ist.

Die Gesamtkosten für die Innenrenovation belaufen sich auf 968000 Franken, darin sind denkmalpflegebedingt anrechenbare Aufwendungen von 236000 Franken enthalten. Daraus ergibt sich eine Gesamtsubvention von 70800 Franken, der Beitrag entsprechend dem katholischen Konfessionsteil liegt bei 47300 Franken.

Über 100000 Franken für Fassadenrenovation

Den höchsten Betrag spricht der Kanton für die Fassadenrestaurierung des ehemaligen Bürgerhauses Gasparini an der Mariabergstrasse 19 in Rorschach. Das Gebäude wurde zwischen 1790 und 1799 im klassizistischen Stil erbaut. Früher war das Haus an der «Italienerstrasse» vermutlich kein repräsentatives Wohnhaus, sondern beherbergte Büro- und Lagerräume, da es sich mit einer zurückhaltenden Gestaltung vom Mutterhaus nebenan deutlich abhebt.

Das Bürgerhaus an der Mariabergstrasse 19 beherbergt das Ambulatorium der Psychiatrie Nord St.Gallen.

Das Bürgerhaus an der Mariabergstrasse 19 beherbergt das Ambulatorium der Psychiatrie Nord St.Gallen.

Bild: Jolanda Riedener (Mai 2020)

Das Gebäude gehört der in Rorschach aufgewachsenen Architektin Isa Stürm, die sich mit ihrer Firma für die Pflege und den Erhalt der denkmalgeschützten Bausubstanz einsetzt. Mit der Sanierung wird der historische Bestand gesichert. Die Kosten belaufen sich auf 730000 Franken, wovon der Kanton 102300 Franken übernimmt.

Noch bis am 20. August können Gesuche für Beiträge aus dem Lotteriefonds eingereicht werden, über die der Kantonsrat im Februar 2021 befindet. Es können nur Projekte gefördert werden, bei denen ein Kantonsbeitrag von mindestens 10000 Franken gerechtfertigt ist. Das Projekt muss unter anderem einen angemessenen Bezug zum Kanton haben und einem gemeinnützigen Zweck dienen. Das Amt für Kultur ist für die Vergabe der Beiträge zuständig, den definitiven Entscheid fällt jeweils der Kantonsrat.