«Beide Seiten haben im Wahlkampf Fehler gemacht»: Nach Wahlschlappe kam es zum Streit zwischen den Thaler CVP-Kandidaten – nun gab es eine Aussprache

Zwischen den beiden Thaler CVP-Kandidaten Felix Bischofberger und Werner Reifler brodelte es nach der verlorenen Wahl ums Gemeindepräsidium. Darauf hin trat der ganze Parteivorstand zurück. Nun zeichnet sich eine Versöhnung ab.

Jolanda Riedener
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Haben wieder gut lachen: Werner Reifler (links) und Felix Bischofberger.

Haben wieder gut lachen: Werner Reifler (links) und Felix Bischofberger.

Bild: PD

«Die Wellen haben sich gelegt», sagt Werner Reifler. Anders noch vor einem guten halben Jahr: Die Enttäuschung des CVP-Kandidaten fürs Thaler Gemeindepräsidium war gross. So machte er im zweiten Wahlgang im November nur zehn Stimmen weniger als der gewählte Felix Wüst (FDP). Sein Parteikollege Felix Bischofberger, der sich nach dem ersten Wahlgang auf Geheiss der Partei zurückziehen musste, machte 250 Stimmen. Stimmen, mit denen Reifler seinen FDP-Konkurrenten hätte ausstechen können.

Bei der FDP war die Freude über den unerwarteten Wahlausgang gross:

Jubel bei der FDP, nachdem ihr Kandidat Felix Wüst zum Gemeindepräsidenten gewählt worden ist.

Jubel bei der FDP, nachdem ihr Kandidat Felix Wüst zum Gemeindepräsidenten gewählt worden ist.

Bild: Jolanda Riedener (November 2019)

Bischofberger wurde vorgeworfen, er hätte deutlicher machen sollen, dass er als Kandidat im zweiten Wahlgang nicht mehr zur Verfügung steht. Er bedauere die Entwicklung, die für ihn emotional nicht einfach gewesen sei, sagte Bischofberger damals. In einer gemeinsamen Mitteilung von Reifler und Bischofberger heisst es nun:

«Es nützt nichts, die Faust im Sack zu machen.»

Es habe eine Aussprache zwischen den beiden gegeben und man wolle die Vergangenheit jetzt ruhen lassen. Nach wie vor arbeiten sie im Gemeinderat zusammen. Bischofberger sei auf der Strasse immer wieder darauf angesprochen worden, ob denn die Arbeit im Rat trotz der offensichtlichen Differenzen funktionieren könne – Reifler ebenso. Dass die beiden nun aufeinander zugehen, sei auch ein Signal für die Bevölkerung, sagt Bischofberger.

Im Gemeinderat auch künftig zusammenarbeiten

«Die Wahlen sind vorbei und es war an der Zeit, die Sache zu analysieren und einen Schlussstrich zu ziehen», sagt Felix Bischofberger. In der Mitteilung heisst es: «Beide Seiten haben im Wahlkampf Fehler gemacht.» Welche Fehler das waren, will Bischofberger nicht sagen. Dies müsse jetzt unter ihnen beiden bleiben. Bischofberger sagt so viel:

Felix Bischofberger.

Felix Bischofberger.

Bild: PD
«Es wurde zu wenig kommuniziert.»

Auch Werner Reifler will die Fehler nicht benennen:

Werner Reifler.

Werner Reifler.

Bild: PD
«Es geht jetzt nicht darum, alte Wäsche zu waschen.»

Der nächste Wahlkampf mit den Gesamterneuerungswahlen im September steht bereits vor der Tür. Bischofberger hat seine erneute Kandidatur für den Gemeinderat den Parteimitgliedern bereits mitgeteilt – nun steht noch die Nomination an.

Reifler tritt voraussichtlich parteilos an

Auch Werner Reifler wolle seine Arbeit als Gemeinderat weiterführen, allerdings ohne Partei im Rücken: «Es sind noch einige Aufgaben im Rat offen.» Über einen Wiedereintritt in die CVP denke er derzeit nicht nach.

Reifler ist nach der verlorenen Gemeindepräsidiumswahl aus der CVP ausgetreten. Denn: Eine Zusammenarbeit mit Bischofberger sei nicht mehr möglich gewesen, sagte er damals.

Felix Bischofberger trat aus dem CVP-Vorstand zurück, ebenso der restliche Parteivorstand. Gemäss dem damaligen CVP-Präsident Cornel Rüst war das Verhalten von Bischofberger Grund für den Rücktritt.

Erste Priorität haben die Erneuerungswahlen

Sandro Parissenti, Präsident der CVP Regionalpartei.

Sandro Parissenti, Präsident der CVP Regionalpartei.

Bild: Ralph Ribi

Inzwischen hat die Regionalpartei interimsmässig die Leitung der Thaler CVP übernommen, der Sandro Parissenti als Präsident der Regionalpartei vorsteht. Er sagt:

«Ich hoffe natürlich, dass diese Übergangslösung möglichst kurz bestehen bleibt.»

Die CVP müsse sich wieder vor Ort organisieren. In Folge der Covid-19-Massnahmen sei eine Zusammenkunft mit allen Mitgliedern allerdings nicht möglich gewesen.

Jetzt konzentriere man sich vor allem auf die Gesamterneuerungswahlen im September. An zweiter Stelle stehe die Besetzung des Thaler CVP-Vorstandes.