«Damit die Bevölkerung eine echte Wahl hat»: Ruth Lehner und Stefan Rindlisbacher steigen ins Rennen ums Gossauer Schulpräsidium

Die überparteiliche Findungskommission für das Schulpräsidium präsentiert einen Zweiervorschlag für die Wahlen im September: Ruth Lehner oder Stefan Rindlisbacher soll die Nachfolge von Urs Blaser antreten.

Michel Burtscher
Drucken
Teilen
Ruth Lehner und Stefan Rindlisbacher konnten die Findungskommission überzeugen.

Ruth Lehner und Stefan Rindlisbacher konnten die Findungskommission überzeugen.

PD

Im September wählen die Gossauer Stimmberechtigten die neue Schulpräsidentin oder den neuen Schulpräsidenten. Der bisherige Amtsinhaber Urs Blaser (FDP) hatte im vergangenen August bekanntgegeben, dass er bei den Gesamterneuerungswahlen nicht mehr antritt und sein Büro im Schulamt Ende dieses Jahres räumt.

Jetzt sind die ersten Kandidaturen für seine Nachfolge bekannt. Die überparteiliche Findungskommission schlägt der Gossauer Bevölkerung gleich zwei Personen für das wichtige Amt vor, wie sie in einer Medienmitteilung schreibt: Ruth Lehner und Stefan Rindlisbacher.

Es waren zahlreiche Bewerbungen eingegangen

Andreas Oberholzer, Präsident SVP-Ortspartei und Findungskommission

Andreas Oberholzer, Präsident SVP-Ortspartei und Findungskommission

PD

Auf Anfrage sagt Andreas Oberholzer, Präsident der SVP-Ortspartei und der Findungskommission, man habe schon an der ersten Sitzung entschieden, wenn möglich zwei Kandidaten vorzuschlagen:

«Damit die Bevölkerung eine echte Wahl hat.»

Laut der Mitteilung waren bei der Findungskommission zahlreiche Bewerbungen eingegangen, mehrere Personen wurden dann zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Wie viele es genau waren, will Oberholzer nicht sagen. Nur so viel: «Es waren mehr als die zwei, die wir nun ausgewählt haben.»

Zwei ausgewiesene Bildungsfachleute

Lehner und Rindlisbacher hätten die Findungskommission davon überzeugen können, dass sie für die Nachfolge von Urs Blaser geeignet sind. Oberholzer sagt:

«Beide bringen die Fähigkeiten mit, um in seine grossen Fussstapfen zu treten.»

Sie erfüllten «die Anforderungen betreffend persönliche Eignung sowie Führungs- und Sachkompetenz für diese anspruchsvolle Stelle in hohem Masse», heisst es in der Mitteilung. Man sei überzeugt, mit diesen zwei «ausgewiesenen Bildungsfachleuten» die richtige Auswahl getroffen zu haben.

Fundierter Bezug zum Bildungswesen

Was die Findungskommission konkret voraussetzte, geht aus dem Inserat hervor, mit dem sie Kandidaten suchte. Dort hiess es, man suche eine «integre, flexible und sehr belastbare Persönlichkeit», die einen fundierten Bezug zum Bildungswesen habe und die Schule im Sinne der Stadt strategisch-konzeptionell weiter entwickle.

Sie oder er soll mit verschiedensten Anspruchsgruppen «konstruktiv, stufengerecht sowie lösungsorientiert kommunizieren und verhandeln», hiess es weiter. Zudem müsse die Kandidatin oder der Kandidat über Führungserfahrung und hohe Sozialkompetenzen verfügen.

Lehner ist Präsidentin der CVP-Ortspartei

Ruth Lehner ist in Gossau keine Unbekannte: Die 50-Jährige sitzt seit 2017 im Schulrat und amtet als Präsidentin der CVP-Ortspartei. Sie arbeitet zurzeit als Dozentin für Erziehungswissenschaften sowie Berufs- und Studienkompetenzen an der Pädagogischen Hochschule St.Gallen.

Sie sagt, sie habe lange überlegt, ob sie sich bei der Findungskommission bewerben solle. Sie sei dann zum Schluss gekommen, dass nun der richtige Zeitpunkt für diesen Schritt ist:

«Wenn ich das machen will, muss ich diese Chance jetzt packen.»

Es wäre für sie eine neue Herausforderung, sagt sie, vor der sie aber auch Respekt habe. Am Amt reizt Lehner, die Schule Gossau strategisch weiterzuentwickeln.

Rindlisbacher will nun einer Partei beitreten

Stefan Rindlisbacher ist 41 Jahre alt und in Gossau aufgewachsen, wo er heute wieder wohnt. Zurzeit arbeitet er als Oberstufenlehrer in Flawil und ist Vizepräsident des kantonalen Verbands der Oberstufenlehrkräfte. Er will sich laut der Medienmitteilung bis Mitte Juli einer Gossauer Ortspartei anschliessen.

Rindlisbacher sagt, er kandidiere für das Schulpräsidium, weil es eine «grossartige Aufgabe» sei. Er komme aus einer Lehrerfamilie, die Schule sei schon immer ein wichtiger Teil seines Lebens gewesen. «Das wäre jetzt die Chance, in der Schulführung tätig zu werden.» Es sei eine spannende Herausforderung, mit verschiedenen Beteiligten wie Schulleitern, Lehrern, Schülern und Eltern zusammenzuarbeiten und die Schule Gossau weiterzubringen.

Mehr zum Thema