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Bei Pralinés ist sie ein Profi

Am Anfang stand der Ärger: Marlen Niederer war es leid, dass Staad keine eigene Süssigkeit vorzuweisen hatte. Kurzerhand erfand sie ein preisgekröntes Praliné.
Res Lerch
Marlen Niederer mit ihrem neusten Werk, den «Staader Sturmwällä». (Bild: Res Lerch)

Marlen Niederer mit ihrem neusten Werk, den «Staader Sturmwällä». (Bild: Res Lerch)

Die Gewerbeschau 2018 in Altenrhein ist Geschichte, erlebte aber eine Première. Am Stand von «Lenli’s Brot- und Chäsbar» hat Marlen Niederer – oder eben s’Lenli – mit der «Sturmwällä» ihre neuste Erfindung präsentiert. «Nach der ‹Staader Wälle› wusste ich, dass ich noch ein Praliné mit einem Schuss Alkohol herstellen will», meint die in und um Staad bestens bekannte Unternehmerin, die nun seit 18 Jahren ihre Selbstständigkeit lebt – und auch geniesst. Doch schön der Reihe nach.

Eigentlich wollte Marlen Niederer Sportartikelverkäuferin werden. Daraus wurde nichts, da in jenem Geschäft ein Lehrling an der Reihe war und erst am darauffolgenden Jahr wieder Platz für eine Lehrtochter frei wurde. Geschlechterfragen waren zu jener Zeit noch kein Thema. Statt sich als Verkäuferin von Sportartikeln auszubilden, hat Niederer dann ihre Ausbildung in der Bäckerei Indlekofer in Rheineck absolviert. Da hatte sie die eine Hälfte ihrer späteren beruflichen Tätigkeit bereits im Sack.

Fehlt noch der Käse. «Nach meiner Ausbildung habe ich in der «Chäs-Glogge» in St. Gallen als Geschäftsführerin gearbeitet und dort mit rund 400 verschiedenen Käsesorten zu tun gehabt. Da ist in mir die Idee gewachsen, mit einer Verbindung von Brot und Käse etwas zu wagen», sagt sie. Den Entscheid hat Niederer nie bereut. Seit 18 Jahren betreibt sie im Geschäftshaus Adler in Staad ihre «Lenli’s Brot - und Chäsbar». Und wer in der heutigen Zeit über einen langen Zeitraum im Detailhandel erfolgreich tätig ist, darf auch berechtigt ein bisschen stolz auf sich sein. Ohne Innovation und viel Selbstvertrauen verbunden mit einer grossen Leidenschaft geht das nicht.

Süssigkeit mit Auszeichnung

«Dass man als Staaderin oder Staader keine Mitbringsel für Besuche oder Geschenke besorgen konnte, war mir lange ein Dorn im Auge. Deshalb bin ich auf die Idee eines Pralinés mit dem Namen ‹Staader Wälle› gekommen», sagt sie und freut sich darüber, dass sie mit diesem Produkt eine Silbermedaille an der Swiss Bakery Trophy 2012 erreicht hat. Schon bald habe die Kundschaft gefragt, ob man diese Süssigkeit auch mit Alkohol haben könne. Und schon war die Idee für die «Sturmwällä» mit Marc und Kornelkirschen lanciert – diese beiden Schnäpse kommen aus der Region Thal.

Den Rest ihrer persönlichen Erfolgsgeschichte ist sie selber. «Ich bin immer mich selber geblieben und kann offen und ehrlich auf die Leute zugehen». Ihre «Brot- und Chäsbar» öffnet Niederer täglich um 6 Uhr und schliesst wieder um 12.15 Uhr. «Die Nachmittage und der Sonntag gehören mir», sagt sie trocken. «Denn wenn ich kurz nach 6 Uhr den Laden öffne, kann ich ja auch nicht erst kurz vor 6 Uhr auftauchen.»

Apropos «s’Lenli»: Der Übernahme kommt daher, dass sie als junges Mädchen beim Fussballspielen jeweils am Torpfosten lehnte. Gross herumlehnen, das tut die Staader Unternehmerin schon lange nicht mehr: «Das Business ist kein Ponyhof und wer sich da behaupten will, muss Pfupf haben», sagt sie. Vieles verdanke sie ihrer Familie und ihren Freunden, sie im Hintergrund unterstützten.

Innovativ wird Marlen Niederer auch bleiben. Bereits im letzten Winter hat sie an einem Fondue rumgetüftelt und so für Singles Einzelportionen neu entwickelt, die in der Mikrowelle aufbereitet werden können. «Ich bin eine Macherin und das will bleiben».

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