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Bei Miroslava Jankovic in Gossau explodiert das Gemüse

Im Garten von Miroslava Jankovic wächst das Gemüse so gut, dass sie sich schon fast dafür entschuldigen muss. Für ihre Arbeit bekam die Familienfrau jetzt wiederum den Preis des Familiengärtnervereins Mooswiesen aus Gossau.
Corinne Allenspach
Miroslava Jankovic in ihrem prämierten Garten. Die Idee mit dem bepflanzten Schirm hat sie schon vor 20 Jahren irgendwo gesehen und diese Saison erstmals umgesetzt. (Bild: Ralph Ribi)

Miroslava Jankovic in ihrem prämierten Garten. Die Idee mit dem bepflanzten Schirm hat sie schon vor 20 Jahren irgendwo gesehen und diese Saison erstmals umgesetzt. (Bild: Ralph Ribi)

Sie könnte einen ganzen Dorfladen mit Gemüse ausstatten. Bohnen, Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Peperoni, Salat, Gurken, Rüebli, Kohlrabi, Kefen, Krautstiel, Randen, Romanesco, Zucchetti, und, und, und... Sie alle wachsen nicht nur, sie explodieren geradezu im Garten von Miroslava Jankovic.

Eine Gärtnerin, die mit dem Gemüse spricht

Stolz steht die gebürtige Serbin, die seit 29 Jahren in der Schweiz lebt, auf ihrer Parzelle Nummer 104 im Familiengarten Mooswiesen in Gossau. Fast entschuldigend sagt sie: «Ich weiss auch nicht genau, warum alles so gut wächst.» Vielleicht deshalb, weil sie mit den Pflanzen spricht. «Wie mit Babys, immer nett», sagt die Hobbygärtnerin und lacht. Und wenn eine Pflanze mal nicht so richtig gedeihen mag, fragt sie, was ihr fehle.

Obwohl, im Garten von Miroslava Jankovic wachsen lauter Prachtexemplare. Nicht nur Gurken und Tomaten ranken sich mannshoch, auch Stockrosen und Sonnenblumen. Unkraut ist weit und breit keines zu sehen. Da verwundert es nicht, dass sie im Wettbewerb um den schönsten Familiengarten einmal mehr den ersten Platz geholt hat und einen Landi-Gutschein sowie ein Messer entgegennehmen durfte. Bereits zum siebten oder achten Mal dürfe sie diesen Titel tragen, freut sie sich.

Jedes Jahr sieht der Garten anders aus

Der Familiengärtnerverein Mooswiesen wurde 1979 gegründet. Heute pflegen auf dem Areal an der Buechenwaldstrasse, ennet den Bahngleisen und mitten im Grünen, Hobbygärtner 118 Parzellen mit durchschnittlich rund 100 Quadratmetern. Jedes Jahr kürt eine externe Jury die schönsten Gärten, diesmal Mitglieder des Familiengärtnervereins Niederuzwil.

Bewertet werden der Gesamteindruck des Gartens, Ordnung, Bepflanzung und Gestaltung. «Wieso ich Erste geworden bin, keine Ahnung», sagt Miroslava Jankovic bescheiden. Sie habe gegärtnert wie immer: ­jäten, giessen, Neues ausprobieren. Ja, sie habe einen Biogarten. Den Schnecken etwa rückt sie mit Salz oder Eierschalen zu Leibe. Schneckenkörner streut sie nur im Notfall. Auch alte Sorten erhalten einen Platz. So wachsen unter einem Glasdach Pro Specie Rara Tomaten, Berner Rosen, Black Plum und Zitronento­maten. Die Meistergärtnerin sagt:

«Eigenes Gemüse schmeckt so viel besser als aus dem Supermarkt»

Die Entwicklung ihres Gartens hat sie dokumentiert, mit laminierten Fotos in A4-Grösse. Man muss ganz genau hinschauen, um zu erkennen, dass es sich immer um die gleiche Parzelle handelt. Denn ihr Garten sieht jedes Jahr anders aus. Einmal gestaltete sie aus roten und weissen Blumen ein grosses Schweizerkreuz. Dieses Jahr hat sie eine Idee umgesetzt, die sie bereits vor 20 Jahren irgendwo gesehen hat: Eingebettet in einen weissen Schirm, blühen Petunien in verschiedenen Farben.

Im Sommer täglich eine Stunde giessen

Miroslava Jankovic arbeitet seit 29 Jahren in der Kantine der Metzgerei Gemperli. Nach Feierabend fährt sie, die daheim keinen Balkon hat, jeweils so rasch als möglich in ihren Garten. «Das ist mein Hobby», sagt sie. Zeit für weitere Hobbys bleibe keine, auch wenn ihr Mann mithelfe. Den Garten ausgiebig pflegen, das tut die Mutter zweier erwachsener Kinder nicht, um Preise zu gewinnen, sondern weil sie es gern mache.

In diesen heissen Sommertagen ist sie mit ihren über einem Dutzend Gemüsesorten und den zahlreichen Blumen täglich rund eine Stunde mit Giessen beschäftigt. Und eine weitere Stunde, weil sie auch die Parzelle einer Kollegin pflegt. «Sie muss viel arbeiten, und ich helfe einfach gern», sagt Miroslava Jankovic. Das ist es neben der Freude am Gärtnern, was ihr gefällt: «Wir sind hier wie eine grosse Familie.»

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