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Bei ihnen kann die Natur wild wuchern: Die Gossauer Elsbeth und Toni Schäfler wurden für ihren Garten ausgezeichnet

Der Gossauer Familiengärtnerverein Mooswiesen hat den schönsten Garten gekürt. Er gehört Elsbeth und Toni Schäfler. Die beiden pflegen ihren Schrebergarten seit 40 Jahren.
Marion Loher
«Wir wollten unseren Garten so naturnah wie möglich gestalten»: Elsbeth und Toni Schäfler in ihrer blühenden Oase. (Bild: Urs Bucher (2. Juli 2019))

«Wir wollten unseren Garten so naturnah wie möglich gestalten»: Elsbeth und Toni Schäfler in ihrer blühenden Oase. (Bild: Urs Bucher (2. Juli 2019))

Der Mohn blüht. Die Margeriten, die Bart- und die Wollblume auch. Dazwischen wachsen Wilde Möhre und Gurkenkraut sowie Salbei und Oregano. Die Blumenwiese im Schrebergarten von Elsbeth und Toni Schäfler ist ein kleines Paradies. Hier kann die Natur wild wuchern. Die Insekten lieben die Wiese: es kreucht und fleucht, surrt und summt.

Zum Schrebergarten gehört auch eine Magerwiese, auf der zwischen Steinen, Wurzeln und Sand Storchschnäbel wachsen, Nachtviolen gedeihen und Zitronenfalter fliegen. Daneben findet sich ein kleines Biotop mit Dutzenden Kaulquappen und ein grosser Gemüsegarten, in dem praktisch alles wächst, was es zur Selbstversorgung braucht. Für diese biologische Vielfalt sind Elsbeth und Toni Schäfler ausgezeichnet worden: Der Familiengärtnerverein Mooswiesen hat ihre blühende Oase zum schönsten Garten in diesem Jahr gekürt.

Grosse Überraschung, grosse Freude

«Die Auszeichnung ist eine riesige Überraschung», sagt die 75-Jährige. «Wir haben überhaupt nicht damit gerechnet.» Ihr Mann war gar nicht erst zur Rangverkündigung gegangen, da es ihm an diesem Nachmittag zu heiss war und er sich im Schatten im Liegestuhl etwas ausruhte. «Plötzlich habe ich gehört, wie ein Pflock in den Boden unseres Gartens geschlagen wurde», erzählt der 84-Jährige.

Er sei aufgestanden und habe nachgeschaut. «Es war jemand vom Verein, der das Siegerschild befestigte. Da war ich zunächst einmal perplex.» Die Überraschung sei dann aber ziemlich schnell einer «riesengrossen Freude» gewichen, fügen sie an. Und ja, sicherlich seien sie auch ein bisschen stolz auf die Auszeichnung.

Elsbeth und Toni Schäfler hegen und pflegen ihren 192 Quadratmeter grossen Schrebergarten seit 1979. Die beiden gehören zu jenen Mitgliedern, die am längsten beim Familiengärtnerverein Mooswiesen dabei sind. Der Standort des Gartens hat sich in diesen vier Jahrzehnten nie geändert, der Garten selber hingegen schon. «Wir haben mit einem Gemüsegarten, ein paar Himbeeren und einer Werkzeugkiste angefangen», erinnern sich die beiden, die seit 55 Jahren verheiratet sind, vier Kinder, zehn Enkelkinder und ein Ur-Enkelkind haben.

In den darauffolgenden Jahren haben Schäflers ihren Garten in Gossau immer wieder umgestaltet. Dabei sei ihnen die Nähe zur Natur wichtig gewesen. Elsbeth Schäfler:

«Wir wollten unseren Garten so naturnah wie möglich gestalten, etwas für die Biodiversität tun und auch mit dem schaffen, was uns die Natur gibt.»

So wird beispielsweise in grossen Fässern Regenwasser gesammelt. 600 Liter sind es, wenn alle drei Tonnen voll sind. «Regenwasser ist weicher als unser Hahnenwasser und deshalb viel besser für die Pflanzen», ergänzt Toni Schäfler. Chemikalien hätten sie bei sich nie gespritzt.

Die gebürtige Solothurnerin und der Ur-Gossauer stecken viel Zeit und Energie in ihr idyllisches Fleckchen Erde am Rande des Industriequartiers. Früher, als die Kinder noch klein waren, war die Familie vor allem am Wochenende in ihrem Schrebergarten. Mittlerweile sind die Kinder ausgeflogen und Schäflers pensioniert. Heute sieht man die beiden – wenn das Wetter es zulässt – fast täglich in ihrem Garten. «Auch natürliche Blumen- und Magerwiesen geben viel Arbeit», sagt Elsbeth Schäfler.

«Meistens bleibe ich hier draussen, bis der Himmel seine Lichter löscht.»

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