Bei der Rorschacher SP wollen zwei den Platz von Thomas Müller

Der Kandidat der Bürgerlichen für die Nachfolge von Rorschachs Stadtpräsident Thomas Müller ist bereits bekannt. Jetzt nennt auch die SP zwei Namen, die Nominierung steht noch aus.

Martin Rechsteiner
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Der Ex-Kantonsrat Felix Gemperle hat sein Interesse an einer Kandidatur geäussert, allerdings noch mit Vorbehalten. (Bild: Rudolf Hirtl)
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Stadtrat Guido Etterlin will sich von der SP als Kandidat aufstellen lassen. (Bild: Ines Biedenkapp)

Der Ex-Kantonsrat Felix Gemperle hat sein Interesse an einer Kandidatur geäussert, allerdings noch mit Vorbehalten. (Bild: Rudolf Hirtl)

Wer wird der Nachfolger von Rorschachs Stadtpräsident Thomas Müller im kommenden Jahr? Derzeit versuchen die Ortsparteien von rechts bis links, eine Antwort aus den eigenen Reihen auf diese Frage zu finden.

Während mit Robert Raths von der FDP bereits ein bürgerlicher Kandidat feststeht, engt sich jetzt auch bei den Linken der Kreis ein. Bis am vergangenen Freitag konnten Mitglieder der SP Rorschach Stadt am See beim Parteivorstand vorstellig werden, wenn sie sich für eine Kandidatur interessierten. Der SP-Vorstand hat angekündigt, alle Interessenten anzuhören und an einer Nominationsversammlung am 16.November ihren Kandidaten zu bestimmen.

Einer hegt noch Vorbehalte

Bis anhin wurden für die SP zwei Namen gehandelt: Guido Etterlin, Stadt- und Kantonsrat, sowie Felix Gemperle, ehemaliger Kantonsrat und Regionenleiter bei den SBB. Beiden waren bis anhin nur vage Aussagen punkto Kandidaturabsichten zu entlocken.

Das hat sich jetzt geändert. Etterlin und Gemperle haben laut SP-Präsident Peter Buschor klar Interesse an einer Kandidatur bekundet: «Guido Etterlin hat sich schon definitiv zu Verfügung gestellt, Felix Gemperle hat Interesse, will erst aber noch das Gespräch mit dem Vorstand abwarten, bevor er sich definitiv entscheidet.» Im Gespräch gehe es um Persönliches, aber auch um die politischen Absichten und Chancen der Interessenten, wie Buschor sagt. Es sei ein offener Dialog, bei dem die Kandidaten unter die Lupe genommen würden. Auf die Frage, weshalb Gemperle abwarten will, bevor er sich offiziell in den parteiinternen Wettstreit um die Nominierung begebe, sagt Buschor:

«Ich kenne seine Beweggründe nicht.»

Felix Gemperle selbst erklärt: «Mir geht es um die Konstellation in der Partei und um die Aufstellung im Stadtrat.» So seien, würde er gewählt, gleich drei Mitglieder der SP im fünfköpfigen Stadtrat vertreten. «Es geht nicht nur um mich. Ich will eine gute Lösung für Rorschach.» Und es gelte zu klären, wie die Partei mit einer vorläufigen Dreiervertretung umginge. «Mein Gespräch mit dem Parteivorstand wird Klarheit schaffen». Nicht zuletzt ist eine bevorstehende Dreiervertretung auch eine mögliche Gefahr für die Partei: Sie könnte im Rennen um das Stadtpräsidium Wähler abschrecken. «Dass die SP als derzeit wählerstärkste Partei in Rorschach einen Kandidaten stellen muss, liegt aber auf der Hand», sagt Gemperle.

«Wie bei einer Stellenausschreibung»

Fragen zum Thema Konkordanz stellen sich weniger, falls der zweite Interessent, Guido Etterlin, ins Stadtpräsidium rückt. Er sagt über seinen Entscheid, kandidieren zu wollen: «Ich habe diesbezüglich Gespräche mit meinem Umfeld geführt. Die Reaktionen waren positiv und haben mich dazu animiert, mich der Herausforderung zu stellen.» Er bezeichnet das Verfahren der Nominierung in der Partei als richtig und vergleicht es mit einer Stellenausschreibung. «Die Kandidaten müssen sich der Basis stellen und als Person mit ihrer Vorstellung zur Stadt überzeugen. Darauf bereite ich mich jetzt vor.»

Bei der CVP ist noch alles offen

Mehr Interessenten gibt es bei der SP nicht, wie Präsident Buschor sagt. So ist davon auszugehen, dass die Partei am 16. November also entweder Etterlin oder Gemperle aufstellt. Weiterhin völlig offen ist die Situation hingegen bei der CVP. «Wir haben am 5. November unsere Mitgliederversammlung. Dort werden wir jegliches Vorgehen betreffend Wahl bestimmen», sagt Präsidentin Ruth Belz. Mehr könne sie derzeit nicht dazu sagen.

Ein möglicher Kandidat der CVP ist der Stadtrat und Gewerbevereinspräsident Stefan Meier. Er will aber die Mitgliederversammlung der Partei abwarten, bevor er sich eine Kandidatur ernsthaft überlege, sagte er kürzlich. Für eine erneute Stellungnahme war er am Montagnachmittag nicht erreichbar.