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Wer braucht eine Joghurt-Abfüllanlage? Ausverkauf bei der Mörschwiler Molkerei Manser nach 72 Jahren

Die Produktion in der Mörschwiler Molkerei Manser ist eingestellt.
Nun wird das Inventar verkauft. Für vier ehemalige Mitarbeiter wurde bereits eine Lösung gefunden.
Arcangelo Balsamo

Der Betrieb im Gebäude der Manser Molki an der St.Gallerstrasse in Mörschwil ist eingestellt. Die Anlagen stehen seit Ende April still. Nach 72 Jahren ist Schluss. Bis heute ist das Familienunternehmen stark in der Region verankert. Mit dem Manser-Joghurt hat sich der Milchverarbeiter einen guten Ruf weit über die Gemeindegrenzen hinaus gemacht. Die Verkaufsstellen reichen vom Oberen Rheintal bis in die Stadt St. Gallen. In absehbarer Zeit werden jedoch die Manser-Produkte aus den Verkaufsregalen verschwinden.

Sepp Manser, der mit seinem Bruder Stefan das Familienunternehmen zuletzt geführt hat, geht in Pension. Da kein Nachfolger zur Hand war, suchte die Manser Molki einen Partner. Diesen fand der Milchverarbeiter in der Molkerei Fuchs aus Rorschach. Die Familienunternehmen arbeiten bereits seit 23 Jahren in den Bereichen Milchabfüllung und Handel zusammen. Deshalb ergebe die Lösung für alle Beteiligten Sinn, schrieben die Unternehmen in der gemeinsamen Medienmitteilung, in der die Zusammenlegung verkündet wurde.

Lädeli bleibt bis Ende Juni geöffnet


Der Vertrieb und die Logistik werden noch bis Ende Juni in Mörschwil geregelt. Bis dann wird auch das eigene Lädeli der Molki bestehen. Wie das Gebäude danach genutzt werde, sei noch offen. «Wir klären momentan verschiedene Möglichkeiten ab, können aber noch überhaupt nichts sagen», sagt Sepp Manser. Fest steht hingegen, dass die Produktionsanlagen möglichst alle verkauft werden.

Geschäftsführer Sepp Manser setzt sich mit 67 Jahren zur Ruhe. Bild: Michel Canonica

Geschäftsführer Sepp Manser setzt sich mit 67 Jahren zur Ruhe. Bild: Michel Canonica

Auf der Webseite des Unternehmens stösst man auf verschiedene Listen mit den Objekten, die zum Verkauf stehen. Darunter befinden sich unter anderem Tanks in unterschiedlichen Grössen, Waschmaschinen, ein Etikettendrucker und eine Joghurtabfüllanlage. Auch das Inventar aus dem hauseigenen Laden, wie Gestelle und die Käsetheke werden verkauft. Weil es sich um keine alltäglichen Gegenstände handelt, sei der Verkauf entsprechend schwierig. Damit sei jedoch zu rechnen gewesen, sagt Manser. «Einzelne Interessenten haben sich aber bereits für einige der Anlagen gemeldet. Bevor etwas verkauft wird, benötigt es aber jeweils Abklärungen. Etwa, ob die Grösse der Geräte auch wirklich passt.» Es sei nur äusserst selten der Fall, dass etwas schnell weggehe, sagt der 67-Jährige. «So etwas braucht einfach Zeit.»

Vieles aus dem Inventar wurde vor zehn Jahren oder mehr angeschafft. Zum Teil wurden die Anlagen jedoch erst in den vergangenen Jahren revidiert. «Als sich das Ende abzeichnete, haben wir logischerweise auf grössere Anschaffungen verzichtet», sagt Manser. Wenn jedoch ein Rührwerk, eine Pumpe oder ein Drucker ausfalle, dann müssten diese repariert oder sogar ersetzt werden. «Zumindest die nötigsten Reparaturen muss man in solchen Situationen einfach machen. Sonst steht der Betrieb still.»

Vier Mitarbeiter arbeiten bereits in Rorschach

Als bekannt wurde, dass die Manser Molki in die Molkerei Fuchs integriert wird, sagten die Betriebe, dass möglichst viele der Angestellten aus Mörschwil eine Arbeitsstelle bei der Rorschacher Molkerei erhalten würden. Schon lange steht fest, dass Sepp Mansers Bruder, Stefan, eine Stelle im Rorschacher Betrieb erhält. Dieser soll die bisherigen Manser-Kunden auch über den Sommer hinaus betreuen. Vier Mitarbeiter aus dem Mörschwiler Produktionsteam arbeiten bereits in Rorschach. Darunter sei auch eine Lernende im zweiten Lehrjahr. «Sie kann bei uns nahtlos mit ihrer Ausbildung zur Milchtechnologin weitermachen», sagt Patrick Fuchs, Geschäftsführer der Molkerei Fuchs.

Das Rorschacher Unternehmen konnte bereits eine familieninterne Nachfolgelösung finden. In zwei Jahren übernimmt Dominik Fuchs die Führung des Unternehmens. So bleiben das Know-how und die Erfahrungen aus der 72-jährigen Geschichte des Mörschwilers Familienunternehmens auch künftig bestehen; wenn auch an einem anderen Ort.

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