Bei der Butter wird nicht gespart - Rorschacher Industrie ist zuversichtlich

Einige der grössten regionalen Unternehmen können zufrieden auf das vergangene Jahr zurückschauen. Trotz des nicht einfacher wollen den Wirtschaftsumfelds werden sie ihre Position im Markt auch 2019 festigen.

Rudolf Hirtl
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Die traditionell hergestellte Fassbutter hat auch 2018 zum guten Umsatz bei der Molkerei Fuchs beigetragen. Bild: Ralph Ribi (Januar 2017)

Die traditionell hergestellte Fassbutter hat auch 2018 zum guten Umsatz bei der Molkerei Fuchs beigetragen. Bild: Ralph Ribi (Januar 2017)

Der gewohnte Müssiggang und die Völlerei zwischen Weihnachten und Neujahr sind vorbei. Voller Elan und Tatendrang sind gestern auch die letzten Mitarbeiter an ihre Arbeitsplätze zurückgekehrt. Sie bilden das Rückgrat für die regionalen Industrieunternehmen, die zufrieden zurückblicken und mit Optimismus ins angelaufene, neue Jahr gehen.

Bei der Molkerei Fuchs in Rorschach wurde die Integration der Molkerei Manser aus Mörschwil im vergangenen Jahr erfolgreich abgeschlossen. So wurde laut Dominik Fuchs nicht nur ein Grossteil der Manser-Mitarbeiter übernommen, sondern das Sortiment durch bisherige Manser-Produkte ergänzt. Etwa mit sauerem Halbrahm oder dem Manser-Spezial-Fondue im praktischen Kesseli. Beides komme bei der Kundschaft sehr gut an.

Fuchs lanciert regional verankertes Produkt

Sehr gut verkauft wurde von der Rorschacher Grossmolkerei mit circa 70 Angestellten einmal mehr auch die seit 1883 traditionell hergestellte Fassbutter. «Gefragt sind bei der Butter auch 10g/20g-Kleinportionen, beispielsweise für die Hotellerie. Wir prüfen aktuell auch Multipacks für den Detailhandel», sagt Dominik Fuchs und blickt damit bereits ins laufende Jahr. Kurz vor dem Jahreswechsel hat der Milchverarbeiter zudem ein weiteres regional verankertes Produkt lanciert: das Ostschweizer Baumnuss-Joghurt. Bei diesem sei die Nachfrage bereits erfreulich gross. Der Jahresumsatz von zuletzt rund 24 Millionen Franken dürfte auch dank der innovativen Entwicklung von neuen Produkten laut Fuchs im laufenden Jahr weiter gesteigert werden.

Thomas Hansmann, CEO Permapack AG, Rorschach.

Thomas Hansmann, CEO Permapack AG, Rorschach.

Gemäss CEO Thomas Hansmann kann das im Jahr 1958 gegründete Rorschacher Unternehmen Permapack AG auf ein erfolgreiches Jahr voller Veränderungen zurückblicken. So sei etwa das praxisorientierte Lean Management initiiert worden, mit den dazugehörenden und nötigen Ausbildungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. «Einfach gesagt», so der Firmenchef mit einem Schmunzeln, «wir streben möglichst schlanke Prozesse an.» Das Unternehmen, das mit den Bereichen Bau, Industrie, Retail, Non Food, Food und Cosmetics breit aufgestellt ist, gehört mit 300 Mitarbeitenden zu den grössten heimischen Arbeitgebern. Im abgelaufenen Jahr hat es laut Thomas Hansmann einen Umsatz von 108 Millionen Franken erwirtschaftet, was einer Steigerung von einem Prozent entspricht.

Vieles hängt direkt vom Eurokurs ab

Auch für das angelaufene Jahr zeigt er sich zuversichtlich. «Wir erwarten einen leicht steigenden Umsatz.» Vieles hänge davon ab, wie sich der Euro entwickle. Je nach Kurs würde Einkauf oder Export beeinflusst. Ziel sei es, die Vor- und Nachteile der Währungsschwankungen innerhalb der Firma möglichst auszugleichen, was dank der breiten Produktpalette in der Vergangenheit auch gut gelungen sei. Eher vorsichtig optimistisch blickt er auf die Bausparte, die seit gut zwölf Jahren ausgezeichnet floriere. Er gehe diesbezüglich von einem anspruchsvollen Jahr aus. Die Entwicklung für 2019 sei nur schwer abschätzbar.

Reto Kuratli, Bernhard Reisen, Goldach.

Reto Kuratli, Bernhard Reisen, Goldach.

Mit drei Agenturen – Goldach, Rorschach und Oberriet – ist Bernhard Reisen der grösste Reiseanbieter in der weiteren Region Rorschach. Mitbesitzer Reto Kuratli spricht bei seinem Rückblick auf 2018 von einem spannenden Jahr, dass vom Umsatz ähnlich gut gelaufen sei, wie jenes 2017. Die phasenweise unberechenbare internationale Politik mache die Arbeit allerdings für seine zwölf Angestellten immer anspruchsvoller. Wenn etwa Präsident Trump «wüte», dann mache sich dies auch bei den Buchungen bemerkbar. Die USA würden dann eher gemieden.

Die Reiselust sei nach wie vor ungebrochen hoch. Stabilisiert habe sich dabei das Buchungsverhalten. «Ist für eine Reise vieles zu koordinieren, so wird die Buchung wieder vermehrt im Reisebüro getätigt.» Kundschaft, die mit Onlineofferten in der Hand ins Reisebüro kämen, um zu checken, ob es dort nicht doch noch günstiger wäre, sei deutlich weniger geworden.

Permapack stellt mehr Personal ein

RORSCHACH. Die Permapack AG baut ihren Produktionsstandort in Rorschach weiter aus. Zum einen wird eine Produktion von Laminate-Tuben aufgebaut und zum anderen das digitale Kompetenzzentrum um eine weitere Digitaldruckmaschine erweitert. So entstehen zwölf neue Arbeitsplätze.