Bei den Parkgebühren ritzt die Gossauer Stadträtin Gaby Krapf das Kollegialitätsprinzip

Der Stadtrat verzichtet auf Verschärfungen bei der Parkplatzbewirtschaftung. Diese Haltung müsste die zuständige Stadträtin deutlicher vertreten.

Johannes Wey
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Johannes Wey

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Der Stadtrat hat den einfacheren Weg gewählt: Mit der Abschaffung der Gratis-Halbstunde auf Parkplätzen im Zentrum hätte er sich gewiss nicht beliebt gemacht. Das zeigt schon der kalte Wind, der Stadträtin Gaby Krapf-Gubser in dieser Sache im Parlament entgegengeblasen hat.

Dennoch scheint Krapf nicht gerade glücklich darüber zu sein, dass sie nun als Leiterin des Departements Bau Umwelt Verkehr den autofreundlichen Entscheid begründen muss: Bezahlen ab der ersten Minute wären weder eine Zumutung noch eine Benachteiligung des Gossauer Gewerbes gewesen. Vielmehr seien Parkgebühren eine emotionale Frage.

Diese Meinung kann man teilen oder nicht. Auch im Stadtrat, hinter verschlossenen Türen. Aber wenn ein Entscheid gefallen ist, muss er gegen aussen vertreten werden, als wäre das einstimmig geschehen. «Der Stadtrat fasst und vertritt seine Beschlüsse als Kollegialbehörde», sagt das Geschäftsreglement.

Krapf signalisiert relativ eindeutig das Gegenteil und erklärt, weshalb die Verschärfung der Parkplatzbewirtschaftung eben doch keine schlechte Idee gewesen wäre. Damit hat Krapf das Kollegialitätsprinzip geritzt. Dieses Fettnäpfchen hätte die dienstälteste Stadträtin und Vize-Stadtpräsidentin eigentlich vermeiden können.