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Begabtenförderung: Primarschule Untereggen lässt Öffentlichkeit an Schülerprojekten teilhaben

In Untereggen durften die älteren Primarschüler kürzlich ihre SEM-Arbeiten gegenüber Besuchern vortragen. Ein Projekt, das Schule macht.
Rahel Jenny Egger
Die Themen suchten sich die Kinder selbst aus. Michel Bleiker (Bild) entschied sich für das Osterfest. (Bild: Daniela Huber-Mühleis)

Die Themen suchten sich die Kinder selbst aus. Michel Bleiker (Bild) entschied sich für das Osterfest. (Bild: Daniela Huber-Mühleis)

Was haben Hühner, der FC St. Gallen und die Rega gemeinsam? Es sind alles Themen, welche die Primarschüler von Untereggen für ihre Vorträge ausgewählt haben. Und so sieht man in den Klassenzimmern diverse Anschauungsmaterialien nebeneinanderliegen, bereit für den Einsatz des entsprechenden Vortrags. Seit Oktober haben sich die Schüler intensiv mit ihrem Thema auseinandergesetzt, recherchiert, Unterlagen zusammen-getragen, notiert und Kärtchen mit Notizen geschrieben, die bei der Präsentation als Hilfsmittel zugelassen sind. Normalerweise finden die Vorträge jeweils während der Schulzeit statt. Die Lehrerschaft hat jedoch entschieden, die Darbietungen dieses Mal am arbeitsfreien Samstag allen zugänglich zu machen.

Das SEM, «Schoolwide Enrichment Model», wird in Untereggen seit 2002 unterrichtet.

«Die Kinder setzen sich mit neuen Inhalten auseinander und entwickeln Fähigkeiten in den Bereichen kreatives und kritisches Denken. Das Präsentieren wird völlig normal, die Kinder erlangen dabei viel Selbstständigkeit und Selbstsicherheit», erklärt Schulleiter Thomas Allmann.

Bei diesem Modell werde auch der Gebrauch von Quellen sowie die Planung von Fertigkeiten und der besten zeitlichen Abfolge erlernt.

Verwandte und Bekannte treffen morgens ein, um die Vorführungen nicht zu verpassen. Man spürt eine gewisse Nervosität unter den Kindern, auch wenn sie gut vorbereitet sind. Louis Fischer zeigt verschiedene Uhren, erklärt die Materialien und spricht über die Swatch-Gruppe. Zum Schluss macht er darüber ein Quiz. «Ich habe mich für dieses Thema entschieden, weil ich das Uhrwerk absolut faszinierend finde», sagt der 12-Jährige. Ostern ist das Ereignis, worüber Michel Bleiker berichtet. Er spricht über die Bräuche in anderen Ländern, zeigt einen Osterbaum und Eier. «Ich wählte den christlichen Anlass aus, weil ich den Sinn des Auferstehungsfests erklären wollte», sagt der Fünftklässler.

Von Sport bis hin zu Nutella und Rivella

Beliebt sind Vorträge über Tiere, Länder sowie Städte. Der Sport kommt bei der Themenwahl auch vor. An diesem Vormittag wird über Wendy Holdener und die Champions League referiert, aber auch Darbietungen über Nutella und Rivella fehlen nicht.

Und nicht nur Melissa Landert hat viel über die Heilpflanzen gelernt, auch ihre Zuhörer erfahren Wichtiges im Umgang mit den Arznei-Kräutern. Ronja Streule hat sich intensiv mit Sucht und Drogen auseinandergesetzt und weist ihre Mitschüler bei der Präsentation vor allem auf die Online-Sucht und die damit verbundenen Gefahren hin.

«In der Region Rorschach sind wir die einzigen, die dieses Modell in dieser ausgereiften Form unterrichten», sagt der Schulleiter nicht ohne Stolz.

Das Schoolwide Enrichment Model

Das Schoolwide Enrichment Model (SEM) wurde an amerikanischen Schulen entwickelt. Es soll Lernende ermutigen, ihre Fähigkeiten und Talente in Projekten zu entwickeln, was kreativ-produktive Hochleistungen zutage fördern kann. In Lernateliers bearbeiten die Schüler Themen oder Problemstellungen und entwickeln in Begleitung der Lehrperson in sieben Schritten eigene Projekte. Dabei lernen sie möglichst professionelle Arbeits- und Denktechniken kennen. Das soll ihren Horizont erweitern und neue Interessen wecken.

Freude am Entdecken fördern

Die Förderung von begabten Kindern ist nicht nur in Untereggen ein Anliegen der Schulleitung. Die Gemeinden Rorschach und Rorschacherberg fördern ihre Schüler schulhausübergreifend. Das Angebot findet an der Pädagogischen Hochschule Stella Maris unter der Leitung von Marion Rogalla statt. Momentan besuchen drei Gruppen an jeweils einem Vormittag pro Woche das Programm. Die Teilnehmenden erwerben zusätzliches Wissen im Bereich Informatik, kreativem Schreiben und Mathematik auf spielerische Art und Weise. So programmieren sie etwa Roboter, schreiben und tragen Texte zu Gemälden im Würth Museum vor oder entwickeln und testen eigene Fahrzeuge. Besonders begabte Schüler werden von der Klassenlehrperson in Absprache mit den Eltern angemeldet. Laut Website ist nicht nur die Intelligenz ausschlaggebend für eine Aufnahme, sondern in erster Linie das Interesse an möglichst vielen Dingen im Leben und die Freude am entdeckenden und forschenden Lernen.

In der Gemeinde Goldach wird auf Primarschulebene nicht wie in Rorschach im sogenannten Pull-Out System gefördert. Die Idee der Erkennung und Förderung von Begabung wird vielmehr in den kompletten Unterricht integriert. Die Lehrer arbeiten eng zusammen und bieten den Schülern immer wieder individuelle Programme an. Auch das Lernmaterial ist auf das Arbeiten im eigenen Tempo abgestimmt, mit zusätzlichen Kniffelaufgaben für schnelle Schüler. So bleiben sie im Unterricht stets gefordert.

Unterricht in Niveauklassen

In der Oberstufe Goldach gibt es neben dem obligatorischen Unterricht keine zusätzliche Begabungsförderung. Die Fächer Englisch und Mathematik werden dafür aber in Niveauklassen unterrichtet. Die Schüler werden nach der Einschätzung durch die Fachlehrperson dem grundlegenden, mittleren oder erweiterten Niveau zugewiesen. Das System ist durchlässig. Das heisst, die Schüler können je nach Leistung auf- oder absteigen. Die Neueinteilung erfolgt halbjährlich. Zusätzlich findet ein Quartalstest zur Überprüfung des Lernstandes statt. Die Klassenstruktur wird für beide Fächer aufgehoben. Der Unterricht erfolgt zusammen mit den Mitschülern auf demselben Niveau. Dabei werden teilweise auch Realschüler zusammen mit Sekundarschülern unterrichtet. In der dritten Oberstufe existiert zudem das Vertiefungsfach Englisch, in diesem besteht die Möglichkeit die Sprachzertifikate Pet und First zu erlangen.

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