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Kreisgericht St.Gallen: Bedingte Haftstrafe wegen Sex mit Minderjähriger

Ein 51-jähriger hat sich über Chats an Mädchen herangemacht. Mit dem einen traf er sich mehrmals und bezahlte es für sexuelle Handlungen. Das Kreisgericht hat ihn zu einer bedingten Haftstrafe verurteilt.
Claudia Schmid
Das Kreisgericht St.Gallen verurteilte den 51-jährigen Schweizer zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten. (Bild: Hanspeter Schiess)

Das Kreisgericht St.Gallen verurteilte den 51-jährigen Schweizer zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten. (Bild: Hanspeter Schiess)

Der Staatsanwalt hatte den Beschuldigten im abgekürzten Verfahren angeklagt. Er beantragte dem Kreisgericht St. Gallen eine Verurteilung wegen mehrfacher Pornografie und dem Versuch dazu sowie wegen sexueller Handlungen mit Kindern und mit Minderjährigen gegen Entgelt. Als Sanktion sah er eine bedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten und eine bedingte Geldstrafe von 75 Tagessätzen à 70 Franken als tatangemessen.

Zudem habe der Beschuldigte eine Busse von 1400 Franken und einem der Opfer eine Genugtuung von 3000 Franken zu bezahlen. Der Beschuldigte gab alle ihm vorgeworfenen Straftaten zu. Er habe zunächst mit den Mädchen über verschiedene Themen gechattet, bevor er sie auf erotische Dinge angesprochen habe. Die beiden ersten Mädchen hätten ihm geschrieben, sie seien 14 Jahre alt und er habe ihnen geglaubt.

Die Mädchen schickten Nacktfotos

Im Sommer 2014 chattete er während eines halben Jahres über das Internet mit einem minderjährigen Mädchen aus Kroatien. Er tauschte mit ihr zahlreiche Fotos und Videos mit sexuellem Inhalt aus, unter anderem auch, wie er masturbierte. Im Gegenzug schickte sie ihm mehrere Nacktfotos von sich. Von März bis Juli 2015 war es ein 12-jähriges Mädchen aus Schweden, dem er über hundert Fotos und Videos mit sexuellem Inhalt schickte. Auch es übermittelte ihm Bilder von sich, die er abspeicherte.

Mitte 2015 lernte er beim Chatten ein Mädchen aus dem Kanton Thurgau kennen. Nachdem er gleich vorgegangen war wie bei seinen früheren Opfern, äusserte er ihr gegenüber den Wunsch, sich zu treffen. Er versprach dem 15-jährigen Mädchen Geld, Alkohol und Zigaretten. In den folgenden Wochen und Monaten gab es sieben Treffen, in denen es zu sexuellen Handlungen kam, obwohl der Beschuldigte wusste, dass es sich um eine Minderjährige handelte. Nachdem er verhaftet wurde, fanden die Untersuchungsbehörden diverse kinderpornografische Bilddateien. Darunter waren laut Anklageschrift auch Abbildungen mit sexueller Gewalt.

Das Chatten ist zur Sucht geworden

Im Nachhinein wisse er nicht mehr, weshalb es soweit gekommen sei. Er schäme sich für seine Taten. Das Ganze sei wie zu einer Sucht geworden. Weil er sich nicht sicher gewesen sei, ob er damit aufhören könne, habe er einen Therapeuten aufgesucht.

Der Staatsanwalt attestierte dem Mann eine «überdurchschnittliche Geständnisbereitschaft». Die Einsicht und der Umstand, dass er von sich aus therapeutische Hilfe gesucht habe, hätten sich auf die Anträge der Anklage strafmildernd ausgewirkt. Jedoch falle straferhöhend ins Gewicht, dass der Familienvater Kinder im Alter der Opfer habe und er gerade deshalb vom Unrecht seines Tuns hätte wissen müssen.

Der Verteidiger unterstützte die Anträge der Staatsanwaltschaft. Er habe während des Verfahrens den Eindruck erhalten, dass sein Mandant froh über das eingeleitete Strafverfahren gewesen sei, da er dadurch den Weg aus seinem Fehlverhalten gefunden habe. Schliesslich erhob das Kreisgericht St. Gallen sämtliche Anträge der Anklage zum Urteil. Die Verfahrenskosten von rund 9500 Franken muss der Beschuldigte bezahlen.

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