Viele Baustellen, einige Feiern und manche Neuanfänge: Das war das Jahr 2019 in der Region Rorschach 

Löwengarten, Doppelspur und Bahnunterführung: 2019 wurde viel gebaut. Es gab aber auch einige Beizenrochaden, Empörung und Schliessungen.

Jolanda Riedener
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Bild: Christof Sonderegger

Auf dem Areal der Brauerei Löwengarten sind die ersten der 89 Wohnungen bald bezugsbereit. Die Pläne zur Überbauung des Feldmühle-Areals sind der Rorschacher Bevölkerung vorgestellt worden und werden derzeit vom Kanton geprüft. Dies sind nur zwei der grösseren Bauprojekte, welche die Region Rorschach 2019 bewegten. Auch in Horn, auf dem Areal der ehemaligen Firma Kopp in Rorschacherberg oder auf der Zentrumswiese in Tübach sind die Bagger aufgefahren. «Ein Projekt in dieser Dimension wird es für die nächste Generation in Tübach nicht mehr geben», sagte Gemeindepräsident Michael Götte beim Spatenstich der Überbauung mit 76 Wohnungen.

März: Dem Doppelspur-Ausbau und der Umgestaltung des Rorschacher Stadtbahnhofs fallen mehrere Häuser zum Opfer.
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Cliquenfasnacht im Februar: Gregor Thurnherr lässt seine Figur C.Bleichi sterben.
Im Mai erhalten die IG Mobil und Markus Kopf vom Flugplatz Altenrhein den Carl-Stürm-Preis.
Oktober: Der Doppelspur-Ausbau beim Bahnhof Stadt Rorschach schreitet voran.
Wo einmal die Brauerei Löwengarten ihr Bier herstellte, gibt es bald Wohnungen, Geschäfte und ein Restaurant.
Die Situation mit den Elterntaxis beim Rorschacherberger Schulhaus Klosterguet beruhigte sich nicht mehr. Nun sammeln Eltern und andere Engagierte Unterschriften.
Es hat mehrere Wechsel in der Gastroszene der Region gegeben. Unter anderem Reto Labhart hat seine «Münzhofbar» gegen das «Mariaberg» getauscht. Kein Lokal mehr finden konnte der Jazzclub Rorschach, der sich 2019 auflöste.
Ende August lockt der Beachevent viele Sportbegeisterte in die Arena auf den Kabisplatz.
Die Aufführungen des Theaterstücks «Wasserland» anlässlich des 1250-Jahr-Jubiläum von Steinach ist ein grosser Erfolg.
Im August starten die Sandskulpturen-Künstler mit ihrer Arbeit auf der Rorschacher Arionwiese.
Dezember: Die Überbauung Zentrumswiese in Tübach schreitet voran. Im Dorfinnern sollen Eigentums- und Mietwohnungen entstehen.

März: Dem Doppelspur-Ausbau und der Umgestaltung des Rorschacher Stadtbahnhofs fallen mehrere Häuser zum Opfer.

Bild: Laura Manser

Neben den Grossbaustellen für neuen Wohnraum prägten die Arbeiten an den Gleisen die Hafenstadt in diesem Jahr. Der Ausbau der Doppelspur und des Bahnhofs schreitet voran, mehrere Häuser mussten dafür abgerissen werden. Um die öffentlichen Verkehrsverbindungen aufrechtzuerhalten, finden mehrmals Nachtarbeiten statt, zum Teil unter grossen Lärmemissionen. Der Schienenverkehr bot mit dem 150-jährigen Jubiläum der Seelinie auch Grund zu feiern. Stadtpräsident Thomas Müller durfte anlässlich des Seelinien-Geburtstags den neuen Bombardier-Doppelstockzug am 5. Mai auf den Namen Rorschach taufen.

Fahrende, Laienschauspieler und bewegte Beizenszene

Ebenfalls im Mai ehrt die Carl-Stürm-Stiftung zum 15. Mal Personen und Institutionen, die sich für die Region engagieren. Dieses Jahr erhält Flugplatzbesitzer Markus Kopf 20000 Franken. 30000 Franken gehen an den Verein IG Mobil. Die Vergabe «gegen den Mainstream», wie es die Stiftung nennt, löst Kopfschütteln und Empörung aus. Vor dem Hintergrund der Klimadebatte sei die Ehrung des Flugplatzes wenig feinfühlig. «Politisch unkorrekt» finden die Ehrung auch die Gegner des Autobahnanschluss Plus, da die IG Mobil ihr Preisgeld in den Wahlkampf stecken konnte. Ein ehemaliger Stürm-Preis-Gewinner gibt in diesem Zusammenhang sein Preisgeld aus früheren Jahren wieder zurück.

Geburtstag feiern durfte 2019 Steinach: Die Gemeinde wurde 1250 Jahre alt. Höhepunkt war das Musiktheater «Wasserland», an dem viele Laienschauspieler aus der Region beteiligt waren. Das St.Galler Stück wurde sogar als Oberthurgauer des Jahres gewählt. Lebendig wurde es im Sommer nicht nur am Steinacher Seeufer. Jenes in Rorschacherberg belebten Fremde: Fahrende liessen sich auf dem Areal neben dem einstigen Schlachthof nieder, das der Stadt Rorschach gehört.

Schon länger war die Zukunft des Jazzclubs Rorschach unsicher. Schliesslich wurde die Veranstaltungsreihe nach 13 Jahren aufgegeben. Der Verein konnte kein passendes Konzertlokal finden. In der Gastro- und Detailhandelszene veränderte sich ebenfalls einiges: «Mariaberg», «Landhaus», «Kornhausstube» und «Münzhofbar» wechselten ihre Pächter. In Tübach eröffnete mit «The Atticum» eine Beiz mit Aussicht. Das Restaurant Signal dagegen schloss die Türen ganz. Traditionsgeschäfte wie das Haushaltgeschäft Thür und die Goldschmiede Senn künden ebenfalls Geschäftsauflösung an. Wiederbelebt worden ist dagegen das Café Schnell – heute das Burgerrestaurant The Ami. Ausserdem ist Rorschach mit «Wörterspiel» wieder um eine eigene Buchhandlung reicher.