Bauprojekt
Schon die Pharaonen haben so ihre Spuren hinterlassen: Grundstein für die Grossüberbauung im Zentrum von Rorschach gelegt

Baupläne, ein Baubeschrieb und eine aktuelle Ausgabe des «Tagblatts» wurden jener Metallkiste beigelegt, die am Freitagvormittag bei der Grundsteinlegung an der Signalstrassee vergraben wurde. Auf 22'500 Quadratmetern Fläche entsteht darüber ein Mehrfamilienhaus mit 37 Mietwohnungen und einer Gewerbefläche. Gebaut wird ein klassisches Stadthaus, das zwar Urbanität ausstrahlt, aber auch Rücksicht auf das denkmalgeschützte Gebäude an der Bäumlistorkelstrasse nimmt.

Rudolf Hirtl
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Stadtpräsident Röbi Raths (rechts) und Architekt Raffaele Falivena von der Carlos Martinez Architekten AG legen die Metallkiste für die Grundsteinlegung in das Fundament des Gebäudes.

Stadtpräsident Röbi Raths (rechts) und Architekt Raffaele Falivena von der Carlos Martinez Architekten AG legen die Metallkiste für die Grundsteinlegung in das Fundament des Gebäudes.

Bild: Rudolf Hirtl

Es gebe eine gute Chance, dass die Metallkiste mit ihren Zeitzeugen in 100 Jahren gefunden werde, sagt Patrick Thoma, bevor er mit Planern, Behörden und Handwerken zur Grundsteinlegung schreitet. Schliesslich sei als Info für nachfolgende Generationen auch ein Hinweis in die Kiste gepackt worden, wo diese zu finden sei. Der Vertreter der Bauherrin, der Thoma Immobilien Treuhand AG, richtet seinen Dank auch in Richtung Behörden. Mit dem Vorprojekt sei man bei der Stadt auf offene Ohren gestossen, weshalb man sich für den Kauf der drei Liegenschaften entschlossen habe, in denen vor dem Abbruch unter anderem das ehemalige Haushaltswarengeschäft der Thür AG zu finden war.

Projekt ergänzt Rorschach städtebaulich

«Ich verstehe uns als Dienstleistungsbetrieb. Daher ist es das A und O, dass Gesuche speditiv und rasch abgewickelt werden», sagt Rorschachs Stadtpräsident Röbi Raths. Um Einsprachen möglichst verhindern zu können, sei es wichtig, mit den Anstössern vorgängig das Gespräch zu suchen, um diese über die Projektpläne zu informieren. Das sei in diesem Fall sehr gut gelungen. Raths sagt:

«Dies setzt auch voraus, dass Bauherr, Planer und Stadtbehörden, so wie in diesem Fall, gut und konstruktiv zusammenarbeiten.»

Rorschach entwickle sich permanent weiter. Ein traditionsreiches Geschäft abzureissen und etwas zu bauen, dies sei das eine. Doch überlegt und mit Rücksicht auf die Umgebung zu bauen, sei nicht selbverständlich. Umso dankbarer sei er, dass hier ein attraktives Gesamtprojekt entstehe, das Rorschach städtebaulich wieder ein Schritt nach vorne bringe.

Stadtpräsident Röbi Raths

Stadtpräsident Röbi Raths

Bild: Rudolf Hirtl

Wer nach Rorschach komme, der erhalte viele positive Eindrücke. Es gebe aber auch noch einige Mankos. «Wir arbeiten daran, dass die negativen Eindrücke immer weniger werden. Mit solchen Projekten, die attraktiven Wohnraum bringen, aber auch Voraussetzungen schaffen, Betriebe und Geschäfte in der Stadt halten zu können, haben wir die Gewähr, dass die positive Entwicklung der Stadt Rorschach weitergeht.» Er freue sich sehr, wenn in der Stadt in diesem Stil investiert werde. Dies bringe Arbeit und Wertschöpfung für das Gewerbe in der gesamten Region Rorschach.

Hohe innere Verdichtung verwirklicht

Geplant wurde das Wohn- und Geschäftshaus von der Carlos Martinez Architekten AG. Deren Vertreter Raffaele Falivena macht auf die Eckdaten des Projektes aufmerksam. In Zusammenarbeit mit der Stadtbildkommission Rorschach seien auf über 3500 Quadratmetern Wohnfläche 37 hindernisfreie, moderne Mietwohnungen, teilweise mit Seesicht und 605 Quadratmeter Gewerbefläche im Sockelbereich entwickelt worden, ergänzt durch eine Tiefgarage. «Damit erreichen wir eine sehr hohe Dichte an Wohn- und Geschäftsflächen und eine gelebte innere Verdichtung.»

Architekt Raffaele Falivena vor der Baugrube an der Signalstrasse 21 in Rorschach.

Architekt Raffaele Falivena vor der Baugrube an der Signalstrasse 21 in Rorschach.

Bild: Rudolf Hirtl

Das Projekt Signalstrasse sei ein klassisches, zeitgemässes Stadthaus. «Es markiert die Kreuzung, indem die Ecke rund ausgebildet wird und speziell in Erscheinung tritt. So wird eine Einzigartigkeit erreicht, die dem Haus seine eigene Identität verleiht.» Die Fassade sei präzise gestaltet und trage mit feinen Farbabstufungen und wertigen Materialien zum städtischen Ausdruck des Gebäudes bei.

Schon die Pharaonen haben sich so verewigt

Der Mix von Eineinhalb- bis Vierzimmerwohnungen garantiere eine schöne Durchmischung von älteren und jüngeren Mietern. Der Bezug der ersten Wohnungen ist für Frühling 2023 vorgesehen. Für die gesamte Erdgeschossfläche wurde bereits ein Mieter gefunden – die Generalagentur Arbon-Rorschach von Mobiliar zieht dort ein.

Ehe Raffaele Falivena zusammen mit Stadtpräsident Röbi Raths die Metallkiste für die Grundsteinlegung in das Fundament des Gebäudes legt, verweist er auf die lange Tradition der Grundsteinlegung. «Schon die Pharaonen in Ägypten haben sich beim Bau der Pyramiden in einem Grundstein verewigt.»

So soll das von Carlos Martinez Architekten geplante Gebäude an der Signalstrasse in Rorschach nach der Fertigstellung aussehen.

So soll das von Carlos Martinez Architekten geplante Gebäude an der Signalstrasse in Rorschach nach der Fertigstellung aussehen.

Bild: Rudolf Hirtl

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