Bauprojekt
Im dritten Anlauf soll es klappen: Der Gossauer Stadtrat präsentiert sein aktualisiertes Projekt für den neuen Bushof – das sind die wichtigsten Fakten

Aller guten Dinge sind drei? Gossau soll einen neuen Bushof bekommen. Das sind die Antworten auf die spannendsten Fragen zur Neuauflage dieses Projekts.

Michel Burtscher
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So soll der neue Gossauer Bushof dereinst aussehen.

So soll der neue Gossauer Bushof dereinst aussehen.

Visualisierung: PD

Warum braucht es einen neuen Bushof?

Der heutige Bushof am Gossauer Bahnhof wurde Anfang der 1990er-Jahre gebaut. Er besteht aus einem Perron, das für vier normale Busse ausgelegt ist. Die Zahl der ÖV-Nutzerinnen und -Nutzer hat seither jedoch zugenommen – und dürfte in Zukunft weiter steigen. Heute halten fünf Buslinien (151, 152, 155, 159, 727) am Bushof. Manchmal stehen sogar sechs Busse gleichzeitig da, darunter auch Gelenkbusse.

Stadträtin Gaby Krapf-Gubser.

Stadträtin Gaby Krapf-Gubser.

Bild: PD

Insbesondere in Stosszeiten ist der Bahnhofplatz überfüllt, der Bushof stösst an seine Kapazitätsgrenzen. Zudem ist die Situation unübersichtlich. Für die zuständige Stadträtin Gaby Krapf-Gubser ist darum klar, dass es einen neuen Bushof braucht. Sie sagt:

«Wir wollen den Bahnhofplatz attraktiver machen für Leute, die in Gossau ankommen.»

Damit möchte man unter anderem auch mehr Menschen zur Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel motivieren.

Wie wird der neue Bushof aussehen?

Er wird Platz bieten für mehr Busse, muss dafür aber verschoben werden. Heute befindet sich der Bushof beim Hauptgebäude des Bahnhofs. Künftig soll er weiter östlich davon stehen – vor der Velostation, wo es derzeit Parkplätze und Taxiplätze hat. Vorgesehen ist der Bau eines Mittelperrons mit sechs Haltekanten. Hinzu kommt ein Seitenperron mit zwei weiteren.

Der Platz ist knapp beim Gossauer Bushof.

Der Platz ist knapp beim Gossauer Bushof.

Bild: Benjamin Manser (25. Februar 2015)

Die Erweiterung des Bushofs auf insgesamt acht Haltekanten sei nötig, sagen die Verantwortlichen, weil damit die Entwicklung der nächsten 25 Jahre abgedeckt werden könne. Der heutige Bushof soll zurückgebaut werden. So könne man den Bahnhofplatz vor allem für Fussgänger und Velofahrer einladender gestalten. Geplant sind ein neuer Belag und neue Bäume.

Weshalb gab es Verzögerungen?

Die Geschichte des neuen Gossauer Bushofs ist eine langwierige. Es ist ein Thema, das die Politik wiederholt beschäftigt hat. Die Parteien warten sehnlichst darauf, dass es vorwärtsgeht. Ein erstes Projekt wurde 2010 aufgelegt. Das Parlament genehmigte damals einen Kredit von 1,6 Millionen Franken, änderte das Projekt aber leicht ab, indem die Bäume aus den Plänen gestrichen wurden. Diese Änderung führte zu Einsprachen. Der Stadtrat zog das Projekt daraufhin zurück.

2016 genehmigte das Parlament einen Kredit über 3,4 Millionen Franken für ein neues Projekt. Wieder gab es Einsprachen, unter anderem wegen des befürchteten Lärms. Eine Einigung gelang nicht. Gleichzeitig überprüfte die Stadt die formalen Aspekte des Projekts und kam zum Schluss, dass der Kanton das Vorhaben wegen neuer Vorschriften und Praxisänderungen kaum genehmigt hätte – so fehlte etwa die Mitwirkung der Bevölkerung. Deshalb zog der Stadtrat das Projekt im Herbst 2020 abermals zurück und überarbeitete es nochmals.

Die Bäume am Bushof gaben zu reden.

Die Bäume am Bushof gaben zu reden.

Bild: Benjamin Manser (25. Februar 2015)

Kommt nun alles gut?

Inhaltlich sei das aktualisierte Projekt weitgehend identisch mit jenem aus dem Jahr 2017, schreibt die Stadt. Sind erneute Einsprachen und Verzögerungen damit nicht programmiert? Gaby Krapf sagt, man habe die verschiedenen Varianten nochmals angeschaut, Standorte überprüft und sich mit den Lärm- und Lichtimmissionen sowie der Luftsauberkeit beschäftigt. Sie betont:

«Dabei sind wir zum Schluss gekommen, dass die gewählte Variante weiterhin die beste ist.»

Sollte es nochmals Einsprachen geben, sei der Zeitpunkt gekommen, dass über diese entschieden werde, so Krapf. «Wir hoffen, dass es nun klappt und wir das Projekt endlich realisieren können.»

Wie viel kostet der neue Bushof?

Die Kosten für das Projekt sind auf knapp 5,8 Millionen Franken veranschlagt. Diese muss die Stadt Gossau aber nicht alleine tragen, der Kanton St.Gallen übernimmt 2,4 Millionen Franken. Auf die Stadt entfallen somit 3,4 Millionen Franken, die das Parlament bereits gesprochen hat.

Welche Hürden muss das Projekt noch nehmen?

Das Mitwirkungsverfahren läuft bis am 16. Juli. Dabei können sich nicht nur Personen äussern, die in der Nähe wohnen, sondern alle Gossauerinnen und Gossauer. Der Bushof sei auch für Nutzerinnen und Nutzer in weiter entfernten Quartieren relevant, sagt Gaby Krapf.

«Die Rückmeldungen nehmen wir ernst.»

Sie werden vom Stadtrat beraten, bevor er das Projekt definitiv beschliesst. Krapf geht davon aus, dass dieses im Herbst öffentlich aufgelegt werden kann.

Wann könnte der neue Bushof stehen?

Das Jahr 2022 werde man sicher noch brauchen für die Vorbereitungen, die Ausschreibungen und mögliche Rechtsmittelverfahren, sagt Gaby Krapf. Ziel sei, 2023 mit den Bauarbeiten zu beginnen, die voraussichtlich «ein gutes Jahr» in Anspruch nehmen werden.

Die Unterlagen zum Projekt sind zu finden unter www.stadtgossau.ch/bushof.