Bauarbeiten
Jetzt gilt es ernst für das 3,5-Millionen-Projekt: Die Wittenbacher Kirchbürger stimmen am Montag über die Sanierung der Kirche St.Ulrich ab

Der Zahn der Zeit nagt an der katholischen Kirche St.Ulrich in Wittenbach. Das Gotteshaus aus dem 17. Jahrhundert soll darum saniert werden – zusammen mit der Johannes-Nepomuk-Kapelle nebenan. Der Zustand des Gebäudes sei so, dass man etwas machen müsse, sagt der Präsident des Kirchenverwaltungsrates.

Michel Burtscher
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Kirche St.Ulrich und die Kapelle St.Nepomuk.

Kirche St.Ulrich und die Kapelle St.Nepomuk.

Bild: Nik Roth (25. Februar 2020)

Erbaut wurde die katholische Kirche St.Ulrich in Wittenbach im 17. Jahrhundert. Die letzte grosse Renovation wurde 1972 abgeschlossen. Das Alter merkt man dem Gotteshaus an. Walter Keller, der Präsident des Kirchenverwaltungsrates, fasste es Anfang 2020 gegenüber dem «Tagblatt» so zusammen:

«Der Zustand des Gebäudes ist nach 50 Jahren so, dass man etwas machen muss.»

Die Kirche auf dem Hügel soll darum innen wie aussen umfassend saniert werden – und die Johannes-Nepomuk-Kapelle nebenan gleich mit. Wäre das vergangene Jahr nach Plan verlaufen, hätten die Bauarbeiten wohl schon begonnen. Jedenfalls sagte Keller, dass sie Anfang 2021 starten könnten, sofern die Kirchbürgerinnen und Kirchbürger zustimmen. «Für unsere Kirchgemeinde ist das ein grosses Projekt.»

Der Ersatz der Elektroheizung kostet fast 500'000 Franken

Doch Corona machte den Verantwortlichen einen Strich durch die Rechnung. Die Kirchbürgerversammlung im März 2020 konnte nicht abgehalten werden. Auch an der ausserordentlichen Versammlung vom Oktober wurde das Traktandum Kirchenrenovation verschoben. Nun findet die Abstimmung am kommenden Montag statt. Die Baukosten betragen gemäss Voranschlag 2,98 Millionen Franken. Für den Ersatz der Elektroheizung sind zusätzlich 480’000 Franken vorgesehen.

Ziel sei es, heisst es in einem Gutachten, das unter Schutz stehende Gebäude mit «grösster Sorgfalt, der Würde des Kirchenraumes entsprechend und nach denkmalpflegerischen Grundsätzen zu sanieren und so den nachfolgenden Generationen zu erhalten». Konkret soll unter anderem die ganze Fassade gereinigt und neu gestrichen werden. Die Aussentüren werden aufgefrischt.

Anzahl der Kirchenbänke wird reduziert

Auch die Innenhülle soll umfassend saniert werden. Vorgesehen ist zudem eine Umgestaltung des Liturgiebereichs, die Reinigung und Auffrischung aller künstlerischen Elemente, eine Reduktion der Kirchenbänke sowie ein behindertengerechter Seiteneingang. Mit raumgestalterischen Massnahmen solle bei weniger gut besuchten Gottesdiensten «das Gefühl einer zusammengehörenden Gemeinschaft vermittelt» werden, heisst es dazu im Gutachten.

Die Kirche thront über Wittenbach.

Die Kirche thront über Wittenbach.

Bild: Nik Roth (25. Februar 2021)

Die Kirche wird heute mit einer elektrischen Heizung beheizt. Der Kirchenverwaltungsrat ist aber der Meinung, dass dies nicht mehr zeitgemäss und nicht ökologisch sei und hat darum den Anschluss an den Fernwärmeverbund in das Projekt integriert, wie es auf einer Website heisst, die eigens wegen der Sanierung erstellt wurde.

Für die Finanzierung wird eine Bausteuer fällig

Die Administration des katholischen Konfessionsteils St.Gallen wird sich mit einem Betrag von 1,7 Millionen Franken am Projekt beteiligen. Für den Ersatz der Heizung sei eine zusätzliche Zahlung zu erwarten. Die kantonale Denkmalpflege unterstützt das Projekt ebenfalls. Über die Höhe der Beteiligung könne zu diesem Zeitpunkt jedoch noch keine Aussage gemacht werden, heisst es auf der Website.

100’000 Franken werden den Reserven der Kirchgemeinde entnommen. Unter dem Strich bleiben damit rund 1,66 Millionen Franken, welche die Kirchgemeinde noch finanzieren muss. Diese Kosten sollen durch die Erhebung einer Bausteuer von einem Prozent innert 20 Jahren amortisiert werden, welche nach Bauabschluss zusätzlich zum regulären Steuersatz von derzeit 24 Prozent erhoben wird.