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Barbara Wegelin schliesst ihre St.Galler Modeschule und startet etwas Neues

Barbara Wegelin schliesst nach 25 Jahren ihre Modeschule. Den Rücken kehrt die St. Gallerin der Mode deswegen aber nicht. Künftig will sie ihr Wissen auf eine andere Weise vermitteln.
Perrine Woodtli
Nach 25 Jahren gibt Barbara Wegelin die Modeschule St. Gallen auf. (Bild: Michel Canonica)

Nach 25 Jahren gibt Barbara Wegelin die Modeschule St. Gallen auf. (Bild: Michel Canonica)

Die Räume der Modeschule Barbara Wegelin sind offen und lichtdurchflutet. In jedem der drei Stockwerke stehen Büsten, einige sind mit originellen Modellen bekleidet. Nähmaschinen reihen sich aneinander, auf den Tischen liegen Scheren, Massbänder und Stecknadeln. Schon bald aber sind diese Räume leer. Die Modeschule von Barbara Wegelin wird es ab September so nicht mehr geben. Nach 25 Jahren schliesst die St. Gallerin ihre Schule an der Hinteren Bahnhofstrasse. Künftig bietet sie ausschliesslich Fernausbildungen an, die sie professionalisieren will. «Ich lege den Fokus neu und habe Lust, etwas auszuprobieren», sagt Wegelin.

In ihrer Modeschule bot Wegelin bislang verschiedene Diplomlehrgänge und Weiterbildungen in den Bereichen Nähen, Schnittmuster zeichnen sowie Modedesign an. Ihren Schülerinnen und Schülern – bei den Absolventen handelte es sich fast ausschliesslich um Frauen – war kein Weg zu weit. Sie seien aus der ganzen Schweiz und auch aus dem Ausland zu ihr gekommen, sagt Wegelin. Nebst der Ausbildung in St. Gallen bot sie auch Fernunterricht an. «Der Schwerpunkt lag auf der Schule. Die Fernausbildungen fanden eher nebenbei statt», sagt sie. Dies will sie nun ändern. Der Name «Modeschule Barbara Wegelin» bleibt aber.

Künftig wird zu Hause geschneidert und designt

Bei der Fernausbildung erhalten die Absolventen sämtliche Unterlagen mit Etappenzielen für zu Hause. «Ihre Arbeiten schicken sie mir dann jeweils für eine Rückmeldung», erklärt Wegelin. «Zudem bin ich immer erreichbar bei Fragen.» Bislang bot Wegelin Fernausbildungen in Kleidernähen sowie Schnittmuster zeichnen an. Nun sollen weitere Lehrgänge hinzukommen, etwa im Bereich Design. Einer der Vorteile des Fernunterrichts sei, dass sich die Absolventen die Zeit selber einteilen können. «Zudem sparen sie sich den Weg zu mir. Die Studierenden sind freier.» Freier wird auch Wegelin sein. In der Modeschule unterrichteten nebst ihr weitere Fachleute. Künftig ist sie allein. Anstelle eines Hauses benötigt sie nur noch ein grosses Büro. Sie habe schon «etwas Schönes in St. Gallen in Aussicht.» In welche Richtung das Ganze gehen wird, weiss Wegelin noch nicht genau. «Ich warte ab, was passiert. Ich liebe Herausforderungen.»

Gemischte Gefühle beim Abschied

Die Vorfreude auf das Neue vermischt sich mit anderen Gefühlen: «Ich bin traurig, das Haus aufzugeben», sagt Wegelin. «Ich habe die Schule 25 Jahre lange geleitet. Sie ist mein Herzstück und ein wunderschöner Arbeitsplatz.» Sie habe viel Energie und Freude hineingesteckt – auch wenn selbstständig sein, nicht immer einfach gewesen sei. «Es braucht Kraft eine Schule aufzubauen und zu führen.»

Angefangen hatte alles nebenbei. Wegelin liess sich als zweiten Beruf zur Schneiderin ausbilden und studierte Modedesign. «Ich gab einige Jahre lang neben der Familienarbeit Nähkurse und merkte, dass die Frauen mehr wollten», erinnert sich Wegelin. 2000 traf sie den Entscheid, die Schule umzukrempeln. Sie absolvierte ein Zusatzstudium zur Erwachsenenbildnerin sowie ein Nachdiplomstudium in den Bereichen Personalführung, Finanzmanagement und Schulleitung und liess die Schule zertifizieren. «Die Modeschule wuchs stetig und ich mit ihr.» Aus der Modewelt ist Barbara Wegelin heute nicht mehr wegzubringen. Sie selber trägt fast ausschliesslich Kleider, die sie selbst geschneidert hat. Nur an Märkten in den Ferien oder an Designmessen kauft sie ein. «An den Messen hole ich mir auch meine Inspiration.» Die Lust an der Mode werde ihr nie vergehen, ist sich Wegelin sicher. «Hat es einen einmal gepackt, fällt man damit ins Grab.»

Viele motivierte und kreative Frauen

Viele bedauern laut Wegelin die Schliessung der Modeschule. «Ich habe viele Rückmeldungen erhalten», sagt sie. «Die Nachrichten und die Wertschätzung sind ein schönes Gefühl.» Besonders vermissen werde sie die Stimmung im Schulhaus. «Hier waren so viele motivierte und kreative Frauen. In diesem Umfeld konnte ich immer viel Energie tanken.»

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