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Das Stadtparlament beglückwünscht seine neue Präsidentin

Barbara Frei liess sich nach der Wahl zur neuen Präsidentin des St.Galler Stadtparlaments in der Lokremise feiern. Ein Fest, das weniger bunt ausfiel als bei ihren Vorgängern. Um den einen oder anderen Witz kam die FDP-Politikerin aber nicht herum.
Seraina Hess
Barbara Frei feiert ihre Wahl zur Stadtparlamentspräsidentin in der Lokremise. (Bild: Urs Bucher)

Barbara Frei feiert ihre Wahl zur Stadtparlamentspräsidentin in der Lokremise. (Bild: Urs Bucher)

Das Bier scheint es der neuen Präsidentin des St.Galler Stadtparlaments angetan zu haben. Für die Gratulanten gab es am Dienstagabend nicht nur eine wortwitzige Probe des familieneigenen Gebräus («Frei-Bier»), sondern auch einen Apéro in der Brauerei Schützengarten. Zwischen aufgetürmten Harassen liess sich Barbara Frei von Freunden, Familie, Parlamentariern und Stadträten beglückwünschen. Das Stadtparlament wählte die 60-jährige FDP-Politikerin einstimmig zu seiner Präsidentin – ein Höhepunkt in der inzwischen 14-jährigen Politkarriere der Ärztin, die 2014 für den Stadtrat kandidiert hatte.

«Erziehungsperson und Blumenstrauss»

Für die Nachfolgerin von Gallus Hufenus beginne nun ein Leben in der Öffentlichkeit, sagte FDP-Fraktionspräsident Felix Keller. «Vielleicht nicht vergleichbar mit jenem der KKS. Aber ich bin mir sicher: BFG, Barbara Frei-Grimm, wird ihr Amt mit Herzblut und Engagement ausüben.» Keller geizte weder mit Lorbeeren noch mit Seitenhieben: «Als Präsidentin ist sie eine Mischung aus Erziehungsperson und Blumenstrauss. Wir müssen uns aber eingestehen, dass auch die schönste Rose Dornen hat.»

Anstossen auf das neue Amt in der Brauerei Schützengarten. (Bild: Urs Bucher, 15. Januar 2019)Anstossen auf das neue Amt in der Brauerei Schützengarten. (Bild: Urs Bucher, 15. Januar 2019)
Stadträtin Maria Pappa (rechts) gratuliert Barbara Frei. (Bild: Urs Bucher, 15. Januar 2019)Stadträtin Maria Pappa (rechts) gratuliert Barbara Frei. (Bild: Urs Bucher, 15. Januar 2019)
Von links: Vize-Parlamentspräsident Beat Rütsche, Parlamentspräsidentin Barbara Frei, Stadtpräsident Thomas Scheitlin. (Bild: Urs Bucher, 15. Januar 2019)Von links: Vize-Parlamentspräsident Beat Rütsche, Parlamentspräsidentin Barbara Frei, Stadtpräsident Thomas Scheitlin. (Bild: Urs Bucher, 15. Januar 2019)
Ein Bild fürs Familienalbum. (Bild: Urs Bucher, 15. Januar 2019)Ein Bild fürs Familienalbum. (Bild: Urs Bucher, 15. Januar 2019)
Das Buffet in der Lokremise ist eröffnet. (Bild: Urs Bucher, 15. Januar 2019)Das Buffet in der Lokremise ist eröffnet. (Bild: Urs Bucher, 15. Januar 2019)
(Bild: Urs Bucher, 15. Januar 2019)(Bild: Urs Bucher, 15. Januar 2019)
Die Unterhaltungsbeiträge der Fraktion fielen weg; stattdessen las Urs Welter alias Hubertus Huber die Nachrichten. (Bild: Urs Bucher, 15. Januar 2019)Die Unterhaltungsbeiträge der Fraktion fielen weg; stattdessen las Urs Welter alias Hubertus Huber die Nachrichten. (Bild: Urs Bucher, 15. Januar 2019)
(Bild: Urs Bucher, 15. Januar 2019)(Bild: Urs Bucher, 15. Januar 2019)
FDP-Fraktionpräsident Felix Keller übergibt dem scheidenden Stadtparlamentspräsidenten Gallus Hufenus einen Swiss-Gutschein. (Bild: Urs Bucher, 15. Januar 2019)FDP-Fraktionpräsident Felix Keller übergibt dem scheidenden Stadtparlamentspräsidenten Gallus Hufenus einen Swiss-Gutschein. (Bild: Urs Bucher, 15. Januar 2019)
(Bild: Urs Bucher, 15. Januar 2019)(Bild: Urs Bucher, 15. Januar 2019)
(Bild: Urs Bucher, 15. Januar 2019)(Bild: Urs Bucher, 15. Januar 2019)
(Bild: Urs Bucher, 15. Januar 2019)(Bild: Urs Bucher, 15. Januar 2019)
(Bild: Urs Bucher, 15. Januar 2019)(Bild: Urs Bucher, 15. Januar 2019)
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Die höchste Stadtsanktgallerin feiert

Auch Thomas Scheitlin hielt eine Laudatio auf die neue Parlamentspräsidentin. Der Stadtpräsident zitierte den ersten Reichskanzler Otto von Bismarck:

«Wenn es keine Parlamente gäbe, könnte jeder Kellner regieren.»

In St.Gallen bedürfe es dafür höhere Weihen – deshalb sei nach dem Heiligen Gallus nun die Heilige Barbara am Steuer. Den Barbara-Tag, Feiertag der Bergleute und Artilleristen, sei ab sofort vom 4. Dezember auf den 15. Januar zu legen.
Hervorgetan habe sich Frei vor allem durch ihren Fleiss: 17 Vorstösse reichte sie in 13 Jahren als Parlamentarierin ein; den ersten nach nur einem halben Jahr im Parlament, den zweiten eine Woche darauf. Damit habe sie in der Kadenz sogar Hufenus überholt, dem der Ruf als wortgewandter Redner und fleissiger Vorstoss-Verfasser anhaftet – wenn er nicht gerade dem Parlament vorsteht.

Hufenus fand zu seiner alten Tugend zurück

Kaum war das Ende seiner Amtszeit in Sicht, hat Hufenus zu seiner alten Tugend zurückgefunden: Er reichte die erste Einfache Anfrage schon Anfang Januar ein. «Es scheint sich einiges angestaut zu haben», stellte Scheitlin fest und beschwichtigte Hufenus: «Gallus, auch wenn du ein Jahr lang nicht reden durftest: Wir haben dich nicht vergessen.»

Die Präsidentinnenfeier fand ihre Fortsetzung beim Abendessen in der Lokremise. Zwar unterhielt Pianist Peter Heger die Gäste mit Boogie-Woogie; auf die traditionellen Produktionen der Fraktion, in denen die neuen Präsidenten jeweils augenzwinkernd durch den Kakao gezogen werden, verzichtete Felix Keller auf Wunsch von Barbara Frei. Sie begründete diesen mit dem enormen Aufwand, den die Parlamentskollegen für die Einlagen hätten betreiben müssen.

Das tat der guten Laune keinen Abbruch. Diese verbreitete das Parlament schon in seiner Sitzung, die den Festivitäten vorausgegangen war. So gestand der scheidende Präsident und Tango-Tänzer Gallus Hufenus, dass ihm Stadträtin Maria Pappa als Partnerin auf dem Parkett stets lieber gewesen sei als Stadtpräsident Thomas Scheitlin. FDP-Fraktionspräsident Felix Keller wiederum versprach dem Stadtpräsidenten, das Tanzen mit Barbara Frei werde sich einfacher gestalten als mit Hufenus. «Die Frage ist nur, wer führt.»

Politisch nie angenähert

Ganz von humoristischen Beiträgen abgesehen wurde dann doch nicht. Frei wünschte sich Schnitzelbänkler Urs Welter alias Hubertus Huber auf die Bühne, der seine Nachrichten las wie einst im Restaurant Drahtseilbahn. Hufenus und Frei bekamen gleichermassen ihr Fett weg: «Eine politische Annäherung zwischen den beiden wie bei Karin Keller-Sutter und Paul Rechsteiner fand nie statt. Der Grund: Sie sind nie zusammen Zug gefahren.»

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