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St.Galler Bahnhofstrasse künftig ohne Parkplätze

Der Stadtrat will die oberirdischen öffentlichen Parkplätze an der Bahnhofstrasse bis Anfang Dezember aufheben. Sie sollen im Parkhaus UG 25 ersetzt werden. Einsprachen könnten die Umsetzung jedoch lange hinauszögern – wie rund um den Marktplatz.
David Gadze
An der Bahnhofstrasse ist es eng – für die Züge der Appenzeller Bahnen oft zu eng. (Bild: Benjamin Manser)

An der Bahnhofstrasse ist es eng – für die Züge der Appenzeller Bahnen oft zu eng. (Bild: Benjamin Manser)

Die Parkplätze an der Bahnhofstrasse stören schon seit Jahren den Zugbetrieb der Appenzeller Bahnen (AB). Regelmässig bleiben Züge wegen falsch parkierter Autos stecken («Tagblatt» vom 17. Mai). Jetzt handelt der Stadtrat: Die 27 oberirdischen öffentlichen Parkplätze an der Bahnhofstrasse sollen aufgehoben und im dereinst ausgebauten Parkhaus UG 25 (heute UG 24) am Unteren Graben kompensiert werden. Das schreibt der Stadtrat in der Antwort auf einen Vorstoss, welchen die Fraktion von Grünen und Jungen Grünen Ende Mai aufgrund der Situation eingereicht hatte.

Mit dem Ersatz der Parkplätze will der Stadtrat jedoch nicht bis zur Realisierung der Tiefgarage warten: Es bestehe «dringender Handlungsbedarf», schreibt er in der Vorlage. Deshalb wolle er «möglichst zeitnah» die entsprechende Verkehrsanordnung beschliessen. Das Ziel sei, dass die rechtskräftige Aufhebung bis zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember vorliege und die Parkplätze zu jenem Zeitpunkt aufgehoben werden könnten. Dann wird auch die Durchmesserlinie der AB zwischen Trogen und Appenzell in Betrieb genommen.

Eine Abkehr vom ursprünglichen Beschluss

Im September 2013 hatte der Stadtrat bekanntgegeben, den Bau eines neuen Parkhauses am Schibenertor sowie den Ausbau des UG 24 zu unterstützen und in den beiden Tiefgaragen diverse oberirdische Parkplätze in der und rund um die Altstadt zu ersetzen. Jene an der Bahnhofstrasse sollten ins Parkhaus Schibenertor kommen. Die Gehdistanz bis zum Unteren Graben sei zu gross, hiess es damals. Dies bekräftigte der Stadtrat Mitte 2015 in der Antwort auf einen Vorstoss. Damals hielt er fest, die Parkplätze an der Bahnhofstrasse kämen auch dann nicht ins UG 25, wenn das Parkhaus Schibenertor nicht gebaut werde – was seit vergangenem Jahr definitiv ist. Wegen des Scheiterns des Parkhausprojekts ist auch die 2015 beschlossene Verkehrsanordnung, gegen die keine Einsprachen eingegangen waren, hinfällig.

Den Sinneswandel erklärt Stadträtin Sonja Lüthi mit der Notwendigkeit, zu handeln. «Wir können insbesondere aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht mehr warten.» Der Stadtrat wolle die Parkplätze in den Untergrund verlegen, und ausser dem UG 25 gebe es in näherer Umgebung keine Alternativen. Wo die Parkplätze kompensiert würden, falls das UG 25 – aus welchen Gründen auch immer – nicht realisiert werden sollte, sei nicht klar. «Wir gehen davon aus, dass die Tiefgarage wie geplant gebaut wird.» Der Stadtrat werde jedenfalls künftig Parkplatzaufhebungen nicht mehr an den Bau einer bestimmten Tiefgarage knüpfen.

Neue Möglichkeiten für Busse und Velos

Durch die Aufhebung der Parkplätze würden auch «weitere Massnahmen für die Mobilität» möglich, schreibt der Stadtrat. So soll in Richtung Osten eine Velospur erstellt werden. Ausserdem könnten Regionalbusse, welche heute durch die Poststrasse fahren, die dortige Haltestelle aber nicht bedienen – also insbesondere Postautos und die Regiobus-Linie 151 –, in beiden Richtungen über die Bahnhofstrasse verkehren. Dadurch würden die VBSG-Busse, welche an der Haltestelle Poststrasse halten, nicht mehr durch wartende Busse gestört.

Ab wann diese Regionalbusse in Richtung Marktplatz durch die Bahnhofstrasse fahren würden, sei noch offen, sagt Christian Hasler, Leiter Verkehr beim städtischen Tiefbauamt. Selbst wenn es keine Einsprachen gegen die Verkehrsanordnung geben sollte und die Parkplätze wie geplant im Dezember aufgehoben werden könnten, würden die Busse wohl vorerst weiterhin über die Poststrasse verkehren. «Aus fachlicher Sicht macht es keinen Sinn, die heutige Route vor der Sanierung der Bahnhofstrasse zu ändern», sagt Hasler. Denn sobald die Bauarbeiten beginnen, müssten die Busse wieder durch die Poststrasse fahren. Ausserdem müsse die Lichtsignalsteuerung am Knoten Schibenertor auf die zusätzlichen Busse angepasst werden.

Das Ziel der Stadt sei, die Sanierung der Bahnhofstrasse mit den Appenzeller Bahnen zu koordinieren, sagt Hasler. Denn diese haben dringenden Handlungsbedarf beim Ersatz der Gleise. «Wir hoffen deshalb, dass sich die Parkplatzaufhebungen nicht hinauszögern, sodass wir die Strasse bald sanieren können.»

Die Zeit drängt für die Appenzeller Bahnen

Diese Hoffnung teilen die Appenzeller Bahnen. «Allein wegen der Zugausfälle bei Bauarbeiten wollen wir die Einschränkungen des Bahnbetriebs so gering wie möglich halten», sagt Thomas Baumgartner. Der AB-Direktor zeigt sich von der Antwort des Stadtrats jedenfalls erfreut: «Das ist sehr positiv für uns.» Die AB hatten bereits Mitte Mai angekündigt, den Schienenersatz unabhängig von der Parkplatzaufhebung voranzutreiben. Der Entscheid des Stadtrats sei aber insofern wichtig, dass nun Klarheit für die Planung herrsche: «Für uns steht somit fest, dass wir die Variante ohne Parkplätze weiterverfolgen werden.» Dass Einsprachen die Aufhebungen verzögern könnten, spiele dabei keine Rolle.

Ob beziehungsweise wie lange die AB mit dem Gleisersatz warten könnten, um die Arbeiten gleichzeitig mit der Strassensanierung durchzuführen, sei derzeit noch offen. Die Gleise sind stark abgenutzt, im schlimmsten Fall droht gemäss Thomas Baumgartner ein Schienenbruch, was zu einer Entgleisung führen kann. «Mit Übergangsmassnahmen und kleineren Reparaturen können wir die Lebensdauer der Gleise noch ein bisschen verlängern. Aber irgendwann müssen wir handeln.»

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