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Bahnhof Bruggen auf der Abschussliste? SBB, Stadt und Kanton widersprechen Befürchtungen

Die Verzögerungen bei der Sanierung des Bahnhofs Bruggen bis Ende 2026 geben im Quartier alten Befürchtungen Nahrung, der kleinste Stadtbahnhof solle bald einmal ganz geschlossen werden. Die Verantwortlichen widersprechen dezidiert.
Reto Voneschen
Bruggen ist gemessen an den Passagierzahlen mit Abstand der kleinste St.Galler Stadtbahnhof. Er hat nach Meinung von Stadt und Kanton aber eine Zukunft, auch wenn dafür Verbesserungen nötig sind. (Bild: Ralph Ribi - 3. September 2018)

Bruggen ist gemessen an den Passagierzahlen mit Abstand der kleinste St.Galler Stadtbahnhof. Er hat nach Meinung von Stadt und Kanton aber eine Zukunft, auch wenn dafür Verbesserungen nötig sind. (Bild: Ralph Ribi - 3. September 2018)

Bereits seit einiger Zeit rumort es im Umfeld des kleinsten St.Galler Stadtbahnhofs, jenem von Bruggen. Stein des Anstosses ist vor allem die Fahrplansituation mit einem Halbstundentakt. Die vergangene Woche bekanntgewordene Verzögerung bei der Sanierung hat die Unzufriedenheit und die Ängste im Quartier neu geschürt. Das zeigen Reaktionen auf die «Tagblatt»-Berichterstattung vom 15. August.

Das Desinteresse von SBB, Kanton und Stadt an Verbesserungen könne doch nur heissen, dass der Bahnhof «auf der Abschussliste» stehe. Er wird früher oder später aufgegeben, kritisierte ein erzürnter Bröggler in einem Mail an die Redaktion.

Konkurrenz durch dichtes Busnetz

Und tatsächlich: Die Aufgabe, dem Bahnhof Bruggen zu mehr als den heute durchschnittlich etwas über 300 Bahnreisenden pro Tag zu verhelfen, dürfte nicht ganz einfach sein. Der Bahnhof liegt zwar mitten im «Dorf» Bruggen, er wird aber sehr stark durch Buslinien konkurrenziert: jenen auf der Zürcher- und Fürstenlandstrasse, jener in den Wolfganghof und jener zum Hinterberg. Das Quartier überzieht rund um den Bahnhof ein relativ dichtes Netz an Bushaltestellen.

Bei der SBB-Medienstelle wird die Vermutung, der Bahnhof Bruggen solle aufgegeben werden, dezidiert zurückgewiesen: «Eine Aufhebung ist zur Zeit kein Thema!» Im Vordergrund stehe die Anpassung des Bahnhofs an die Vorschriften des Behindertengleichstellungsgesetzes. Dieser Schritt soll bis 2026 vollzogen werden. Ab 2024 soll es zur Überbrückung provisorische Massnahmen für einen verbesserten Zugang geben.

Stadt und Kanton wollen Verbesserungen

Der Stadtsanktgaller Verkehrsplaner Christian Hasler. (Bild: Michel Canonica, 7. 2.2019)

Der Stadtsanktgaller Verkehrsplaner Christian Hasler. (Bild: Michel Canonica, 7. 2.2019)

Für die Verantwortlichen von Stadt und Kanton steht ebenfalls die Weiterentwicklung des Bahnhofs Bruggen im Zentrum. Der Bahnhof stehe auf keiner Abschussliste, es sei im Gegenteil allen Beteiligten klar, dass es über die Anpassungen ans Behindertengleichstellungsgesetz Verbesserungen brauche.

Überlegungen für Fahrplanverbesserungen liefen, wenn solche angesichts fehlender Kapazitäten auf der Eisenbahnstrecke von St.Gallen bis Gossau auch nicht einfach zu erreichen seien, sagen der städtische Verkehrsplaner Christian Hasler und Patrick Ruggli vom kantonalen Amt für öffentlichen Verkehr übereinstimmend.

Drittes Gleis wäre ein Grossprojekt

Und es gibt auch konkrete Überlegungen, wie die Situation längerfristig mit einem dritten Gleis zwischen St.Gallen und Gossau verbessert werden könnte. Wie eine Studie zeige, sei es möglich, ein solches zu erstellen, ohne den Siedlungsraum «umpflügen» zu müssen. Das sei dann allerdings ein Grossprojekt, das mehrere hundert Millionen Franken kosten und – wie bei solchen Vorhaben in der Schweiz üblich – einen längeren Planungsprozess haben werde.

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