Im Gossauer Naturschutzgebiet wird gebaggert

Pro Natura will gefährdete Amphibienarten im Biotop Espel in Gossau schützen. Deshalb werden drei neue Laichgewässer gebaut. Die Arbeiten sollen rechtzeitig vor der Froschwanderung im Frühling fertig sein.

Elena Fasoli
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Die Weiher sollen in zwei Wochen fertig sein. Im Frühling werden sie begrünt. (Bild: Elena Fasoli (1. Februar 2019))

Die Weiher sollen in zwei Wochen fertig sein. Im Frühling werden sie begrünt. (Bild: Elena Fasoli (1. Februar 2019))

In der ehemaligen Kiesgrube Espel in Gossau kommen fast alle einheimischen Amphibienarten vor. Deshalb ist das Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung. «Einige Arten sind jedoch bedroht», sagt Gartenbauunternehmer Niklaus Engesser, der für den Bau der neuen Laichgewässer im Biotop zuständig ist.

Im Sommer trocknen die Gewässer schnell aus. Die Gelbbauchunke sei beispielsweise letzten Sommer nur noch in zwei Fahrspuren eines Traktors vorgekommen.

«Täglich haben die Leute von Pro Natura Wasser hineingeleert, damit die Unken überleben.»

Das Wasser kann durch Schächte abgelassen werden

Um das Biotop für Amphibien zu optimieren, wertet Pro Natura St.Gallen-Appenzell die Laichgebiete auf und legt neue Laichgewässer an. Die Organisation hat das Grundstück im Juni 2018 von der Stadt Gossau übernommen.

Die Bauarbeiten sind in vollem Gang. Den ersten Teich für Faden-, Teich- und Kammmolche hat Engesser bereits fertiggestellt. Sein Grund besteht aus einer Folie sowie 30 Zentimeter Kies. Die Folie sorgt dafür, dass die Teiche nicht austrocknen können. Der Wasserstand wird zwischen 60 und 80 Zentimeter betragen. Ein weiterer Weiher für Molche sowie einer für Gelbbauchunken sind in Arbeit und sollen innerhalb der kommenden zwei Wochen fertig werden. «Denn je nach Witterung wird ab Anfang März die Froschwanderung einsetzen», sagt Engesser.

Im Frühling werden die Teiche dann begrünt. Steine und Asthaufen sollen als Nischen dienen, damit sich Kleintiere und Amphibien vor Räubern, wie zum Beispiel Greifvögeln, verstecken können. Die Teiche verfügen über Schächte, damit das Wasser abgelassen werden kann. Dies ist notwendig, weil Amphibien warmes Wasser mögen. «Wenn zu viel Schilf wächst, wird es schattig und das Wasser kühlt ab», sagt Engesser. Dank der Schächte können die Teiche in einem solchen Fall trockengelegt werden, um das Schilf zu mähen.

Amphibien vor den Fischen schützen

Zum Projekt von Pro Natura gehört es auch, den Damm zwischen den zwei bereits vorhandenen grossen Weihern zu erhöhen. Denn im tieferen der beiden Teiche leben Fische. «Diese schwimmen in den zweiten, weniger tiefen Weiher hinüber und fressen die Amphibien», sagt Engesser. Dies will Pro Natura mit dem höheren Damm verhindern.

Ausserdem soll es in Zukunft mehr artenreiche Blumenwiesen geben. «Dafür wird ein Teil der Bäume und Sträucher gerodet.» So können in Zukunft Pflanzenarten entstehen, die im Schatten nicht wachsen können.

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