Rorschacher Badigäste stören sich an Zelten der Herberge

Volkmar Hardegen, Gastgeber der Herberge See in Rorschach, wird mit Reklamationen konfrontiert. Während der Hochsaison weicht er auf Zelte aus, um keine Touristen abweisen zu müssen.

Anne-Sophie Walt
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Die Schlafzelte werden an rund 20 Tagen im Jahr auf der Badi-Wiese in Rorschach aufgestellt. (Bild: PD)

Die Schlafzelte werden an rund 20 Tagen im Jahr auf der Badi-Wiese in Rorschach aufgestellt. (Bild: PD)

Seit die Herberge See in Rorschach ihre Türen geöffnet hat, gilt sie als beliebte Unterkunft bei Bodenseeurlaubern. Die Übernachtungsstätte, die an das Strandbad angrenzt, lockt ihre Besucher nicht nur aufgrund des direkten Seezuganges an, sondern überzeugt auch mit ihrer familiären und unkomplizierten Atmosphäre, wie es auf der Website heisst.

Angesichts der Popularität unter den Besuchern, kommt es vor allem im Hochsommer öfters vor, dass die Herberge ausgebucht ist. Volkmar Hardegen, Leiter des Strandbads und der Herberge, will trotzdem keinen Gast abweisen und hatte deshalb vor Jahren die Idee, bei ausgelasteter Kapazität Schlafzelte auf der Wiese vor dem Herbergsgebäude aufzustellen. Hardegen sagt:

«Gäste, die in den Zelten übernachten, schätzen den Aufwand und freuen sich über eine Schlafmöglichkeit.»

Der Preis für eine Übernachtung im Zelt ist ein Drittel günstiger als für jene in einem herkömmlichen Zimmer. Das Morgen- und das Nachtessen sind zudem im Preis inbegriffen.

Umfrage unter Badegästen fiel positiv aus

Vor zwei Jahren führte Volkmar Hardegen bezüglich der Schlafzelte eine Umfrage unter den Badegästen des Strandbads durch. Er wollte wissen, was die Kunden davon halten. Die Befragung fiel mit einer Zufriedenheitsquote von 90 Prozent positiv aus. Die Zelte fanden grundsätzlich Anklang und Unterstützung. Jetzt soll es aber Reklamationen diesbezüglich gegeben haben. Volkmar Hardegen sind diese bekannt.

Ein Badegast aus Rorschacherberg fühlt sich durch die Zelte bei seinem Besuch im Strandbad beeinträchtigt. «Es ist oft einfacher, sich zu beklagen, als Lob auszusprechen», sagt Hardegen. Reklamationen nehme er trotzdem sehr ernst und bemühe sich, die Situation in einem persönlichen Gespräch zu klären. Die Zelte werden an rund 20 Tagen im Jahr aufgestellt und nehmen nicht sonderlich viel Platz ein.

Das Wetter spielt ausserdem eine wichtige Rolle. Je nasser der Sommer, desto weniger Leute entscheiden sich dazu, ihre Ferien am Bodensee zu verbringen. Folglich zählt die Herberge weniger Gäste und ist selten ausgebucht. Im Juni dieses Jahres war die Unterkunft an einigen Tagen voll, sodass Hardegen die Schlafzelte aufstellen musste. Im Juli war dies hingegen nie der Fall.

Tourismus in der Hafenstadt fördern

In Zeiten des Klimawandels und der damit verbundenen nationalen Klimadebatte ist es laut Hardegen erfreulich, wenn sich mehr und mehr Schweizerinnen und Schweizer dazu entscheiden, ihre Sommerferien in der Region zu verbringen. Und der Tourismus trage einen wesentlichen Beitrag zur Wertschöpfung bei. Für die Hafenstadt Rorschach sei es also nur förderlich, wenn die Herberge See allen Gästen einen Schlafplatz zur Verfügung stelle. Es profitiere schliesslich die ganze Region.

Bereits Anfang der Woche war die Badi in den Schlagzeilen. In der Nacht auf Sonntag wurde in mehrere Räume des Strandbads und der Herberge eingebrochen.