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Stress und Hitze pur: Badmeister der Region Rorschach sind im Endspurt

Den ganzen Sommer über strömten Besucher in die Badis, um sich abzukühlen. Bademeister der Region Rorschach blicken auf eine anstrengende aber lohnenswerte Zeit zurück und erzählen, warum sie die Saison nicht verlängern.
Vivien Huber
Der Sprungturm musste dieses Jahr im Strandbad Rorschach gesperrt werden. Die Saison lief dennoch gut. (Bild: Luca Linder (Juni 2014))

Der Sprungturm musste dieses Jahr im Strandbad Rorschach gesperrt werden. Die Saison lief dennoch gut. (Bild: Luca Linder (Juni 2014))

Wer die Gelegenheit packen will, noch einmal ins kühle Nass zu springen, sollte sich beeilen. Obwohl die hohen Temperaturen noch anhalten, schliesst am 30. September die letzte Badi in der Region Rorschach ihre Tore. Bademeister, Pächter und Verantwortliche der Gemeinden ziehen Bilanz und erzählen, wie sie die Saison erlebt haben.

Das Seebad Goldach sei zwar nicht überfüllt, aber doch immer sehr voll und gut besucht gewesen, sagt der Bademeister Christian Schmuki. Grund dafür sei vor allem das schöne Wetter. Die Besucherzahlen erinnern den Bademeister an den Sommer 2003: «Damals war das Schwimmbad etwa gleich gut besucht.» Dieses Jahr waren es rund 50000 Besucher, im Vorjahr etwa 37000. Trotz der guten Bilanz werde die Saison nicht verlängert. Unabhängig vom Wetter beginne sie Mitte Mai und ende dieses Jahr am 15. September. «Der Grund dafür ist, dass wir Saisonangestellte sind. Nach der Schliessung der Badi gehen wir anderen Tätigkeiten nach, deshalb können wir die Saison nicht beliebig verlängern», sagt Schmuki. Ausserdem sei vorgeschrieben, dass sie mindestens eine bis zwei Wochen nach Saisonende Ferien machen müssen, um sich zu erholen, sagt der Bademeister.

Die Saison war für Pächter und Bademeister stressig

Auch in der Badhütte in Rorschach werde die Saison nicht verlängert, sagt Pächterin und Bademeisterin Beatrice Trachsel. Die Saison sei streng gewesen. «Von Mai bis jetzt haben wir immer sieben Tage in der Woche und bis zu 15 Stunden pro Tag gearbeitet», sagt sie. Umso wichtiger sei ihr das gute Team. «Wir helfen und unterstützen uns gegenseitig.» So könne man die stressigen Zeiten bewältigen, sagt Trachsel. Auch sie habe aufgrund des guten Wetters mehr Badegäste als vergangenes Jahr begrüssen dürfen. Wenn das Sandskulpturenfestival jeweils stattfinde, habe die Badhütte besonders viele Gäste, sagt Trachsel, so auch dieses Jahr.

Wegen des tiefen Wasserstands kann man im Strandbad Rorschach bis zum Floss laufen, sagt Volkmar Hardegen, der Gastgeber der anliegenden Herberge ist. Obwohl sie den Sprungturm früh sperren mussten, sei die Saison gut gelaufen. In der Staader Badi Speck habe man wegen des tiefen Wasserstands das Floss sogar ganz aus dem Wasser nehmen müssen, sagt Michael Marti, Betriebsleiter der Technischen Betriebe Thal. Dennoch seien etwa 15 bis 20 Prozent mehr Badegäste als im Vorjahr verzeichnet worden. «Da wir viele Stammgäste haben, bleibt die Zahl jedes Jahr etwa gleich.» Dieses Jahr habe es aber wetterbedingt eine Steigerung gegeben, sagt Marti. Die Saison werde auch in Staad nicht verlängert.

«Man unterschätzt die Leistung der Bademeister. Wenn das Wetter so schön ist, wie dieses Jahr, haben sie eine ausserordentlich hohe Präsenzzeit»

, sagt Marti. Es sei wichtig, dass sich die Gäste immer wohlfühlen, was eine hohe Leistung aller Angestellten – Bademeister wie Kioskbetreiber – erfordere.

Die Saison ist mit dem Sommer 2003 vergleichbar

Bei Thomas Tobler, Pächter und Bademeister der Badi Farbmühle in Thal, herrschte ebenfalls Hochbetrieb. Er schätzt, dass die Farbmühle dieses Jahr rund 20 Prozent mehr Gäste verzeichnete als im Jahresdurchschnitt. «Dadurch mussten wir mehr Waren einkaufen und das Personal war ausgelastet», sagt Tobler. Bei so vielen Stunden sei es eine strenge, aber gute Saison gewesen. Dass es dieses Jahr mehr Badegäste habe, liege klar an der Sommerhitze.

«Ich bin seit 17 Jahren Bademeister. Eine vergleichbare Saison habe ich nur 2003 erlebt»

, sagt Tobler. Da dieses Jahr Verlass auf gutes Wetter gewesen sei, konnten die Gäste schon einige Tage im Voraus abmachen, in die Badi zu gehen. Er glaube auch, dass die vielen Zuzüge nach Thal einen Grund für mehr Gäste gewesen sein könnte, sagt Tobler.

In Rheineck konnte Isabelle Kehl, die einmal in der Woche Bademeisterin ist, schon ende Juli so viele Gäste verzeichnen wie im ganzen vergangenen Jahr. «Wir haben diese Saison viel Arbeit gehabt», sagt Kehl. Zwischenfälle habe es glücklicherweise keine nennenswerten gegeben. «Dass es einmal einen Bienenstich oder eine kleine Schürfung gibt, gehört dazu.»

Kaum den Boden unter den Füssen verloren

In Horn sei nebst dem guten Wetter wohl auch das Public Viewing der WM gleich neben der Badi für höhere Zahlen verantwortlich, sagt Bademeister Robert Friedl. «Wahrscheinlich hat dies Gäste zu uns gelockt, welche die Badi vorher nicht gekannt haben», sagt Friedl. Auch die Horner mussten den Sprungturm schliessen. Schlimmeres sei nicht vorgefallen. Er sei mit der Saison zufrieden.

In Steinach sei der Wasserstand diesen Sommer so weit gesunken, dass man weit in den See hinaus laufen muss, um wirklich schwimmen zu können, sagt Gemeindepräsident Roland Brändli. Auch ein Floss musste frühzeitig aus dem Wasser genommen werden. «Trotzdem hatten wir mehr Gäste als vergangenes Jahr», sagt Brändli. «Besonders gefreut hat uns in dieser Saison, dass die Restaurantbetreiberin der Badi einen Auftritt im TVO hatte.»

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