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«Fair Trade Town» wächst langsam: So steht Goassau nach zweieinhalb Jahren Einsatz für fairen Handel

Seit zweieinhalb Jahren ist Gossau eine «Fair Trade Town». Am Austauschtreffen der Akteure haben sich die Beteiligten über die Aktionswoche im kommenden Mai beraten. Zudem wollen sie weitere Akteure gewinnen.

Rita Bolt
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Dana Eisenring (links) und Elena Kammer betreuen Instagram-Kanal von Fair Trade Town Gossau.

Dana Eisenring (links) und Elena Kammer betreuen Instagram-Kanal von Fair Trade Town Gossau.

Bild: Rita Bolt

Fair Trade Town Gossau (FTTG) zählt aktuell 40 Akteure. Es sind Geschäfte, Restaurants, Institutionen, Vereine, Schulen und die Stadt Gossau. Die Stadt unterstütze die Aktionen und Bestrebungen als Fair-Trade-Town-Mitglied, sagte Stadträtin Helen Alder am Austauschtreffen der Akteure, das kürzlich im Restaurant zum alten Pflüegli stattgefunden hat. Dieses ist ebenfalls Akteur.

Gossau sei auch eine Energiestadt und könne das Gold-Label anstreben. Die Stadt engagiert sich zudem bei der internationalen Initiative Blue Community. Auf der Stadtverwaltung habe jeder Mitarbeitende eine eigene Trinkflasche, die er auffülle könne, nannte Helen Alder eine Stadt-Aktion. Sie wünscht sich in der Stadtverwaltung eine verantwortliche Ansprechperson, die punkto Nachhaltigkeit gut Auskunft geben kann und dass Themen intern vernetzt werden.

Seit fünf Wochen ist FTTG auf Instagram vernetzt. Die beiden Kantonsschülerinnen Dana Eisenring und Elena Kammer betreuen das soziale Netzwerk. Sie haben im Claro-Laden bereits ein Video gedreht und es hochgeladen. Sie würden gerne weitere Botschaften verbreiten, Videos oder anderes Material könne ihnen zugeschickt werden. Derzeit zählt FTTG-Instagram 95 Abonnenten. «Es kommen täglich neue dazu», sagten die beiden jungen Frauen.

Anfang Mai ist eine Aktionswoche geplant

Einmal im Jahr sollen Fair Trade und Nachhaltigkeit in Gossau im Fokus stehen. Deshalb plant «Fair Trade Town» im nächsten Jahr wieder eine Aktionswoche. Sie wird vom 1. bis 8. Mai stattfinden. Die Kerngruppe mit Patrick Huber hat viele Ideen. Sie will ÖV-Benutzer belohnen – wie an der ersten Aktionswoche im vergangenen Jahr. «Wir haben ihnen am Morgen Fair-Trade-Schoggi verteilt», sagte Huber. Geplant ist am Maimarkt erneut eine Nachhaltigkeitsmeile.

«Diese Meile wollen wir gegenüber dem letzten Jahr verlängern.»

Die Standkosten werde die Stadt Gossau übernehmen. Die Kerngruppe will an die letztjährige Aktionswoche anknüpfen: Insgesamt seien 35 verschiedene Aktionen durchgeführt worden. Das Ziel, dass jede zehnte Gossauerin und jeder zehnte Gossauer mit den Themen des fairen Handels sowie der Nachhaltigkeit in Berührung kommen soll, sei erreicht worden. Noch nicht erreicht ist allerdings das Ziel, dass sich 50 Akteure in der FTTG engagieren.

Der Ideenkatalog für die Aktionswoche im nächsten Jahr ist lange und vielfältig. Am 8. Mai könnte ein Muttertags-Brunch mit Fair-Trade- und lokalen Produkten durchgeführt werden; Restaurants könnten ein Fair-Trade-Menu, ein Menu mit vielen lokalen Produkten oder ein Vegi-Menu anbieten. «Auch die Schule kann vieles bewegen», sagte Helen Alder. Auch für die Schule liegt ein Ideenkatalog vor: Im Textilen oder technischen Gestalten könnte ein Flicktag durchgeführt werden; mit einer Pflanzaktion auf dem Schulgelände könnte die Biodiversität gefördert werden. Flohmarkt und Tauschbörse seien weitere Möglichkeiten. Aktionen sollen der Kerngruppe bis am 5. Februar gemeldet werden.

Seit Mai 2019 ist Gossau offiziell eine Fair-Trade-Stadt und verpflichtet sich damit, den fairen, nachhaltigen Handel zu fördern. Diese Auszeichnung hat sie vom Dachverband Swiss Fair Trade für ihr Engagement für den fairen Handel erhalten. Derzeit gibt es schweizweit 18 Faire-Trade-Towns – Gossau war die erste in der Ostschweiz.

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