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Ausstellung über Kletterpflanzen im Botanischen Garten St.Gallen: Botanik mit einer Botschaft

Kletterpflanzen nutzen diverse Techniken, um rasch nach oben zu kommen. Überhitzte Städte können das in Zeiten des Klimawandels ausnützen. Wie das geht, zeigt eine neue Ausstellung im Botanischen Garten.
Reto Voneschen
Blick in die Ausstellung über Kletterpflanzen in der Orangiere des Botanischen Gartens in St.Gallen. Die Schau ist jetzt bis 13. Oktober dort zu sehen. (Bild: Urs Bucher - 28. Mai 2019)

Blick in die Ausstellung über Kletterpflanzen in der Orangiere des Botanischen Gartens in St.Gallen. Die Schau ist jetzt bis 13. Oktober dort zu sehen. (Bild: Urs Bucher - 28. Mai 2019)

Sie gehören zu den Schlaumeiern der Na­tur. Während andere mit viel Aufwand Stämme und Äste aufbauen, wählen Kletterpflanzen einen bequemeren Weg. Sie benutzen Stämme und Äste an­derer, aber auch Fassaden oder Mauern, um nach oben zu kommen. Und dorthin wollen sie wie alle Pflanzen, um möglichst viel Sonnenlicht zu ergattern. Dieses ist die Grundlage für die Fotosynthese und damit die Ernährung der Kletterer.

Vielfältige Klettertechniken

Die Sippe der Kletterpflanzen ist aber nicht nur wegen dieser Überlebensstrategie erstaunlich. Auch die Techniken, die ihre Mitglieder anwenden, um nach oben zu kommen, sind überraschend vielfältig. Das spiegelt sich im Titel der am Mittwochabend eröffneten Jahresausstellung des Botanischen Gartens St.Gallen über die Kletterpflanzen wider: «Winden, ranken, klimmen – wie Pflanzen klettern».

Auch in der Ausstellung, einer Eigenproduktion des St.Galler Gartens, wird prominent darauf Bezug genommen: In einer grossen Eisenskulptur inmitten der Orangerie werden zehn natürliche Klettertechniken von Pflanzen dargestellt – von Sprossenranken über Krallen und Saugnäpfen zu den links oder rechts drehenden Windern, den Spreizklimmern und Haftwurzelkletterern.

Pflanzen als «natürliche Klimaanlage»

Die Jahresausstellung des Botanischen Gartens wie der reich illustrierte Katalog dazu warten mit vielen, teils auch überraschenden Details auf. Sie stellen zudem viele einheimische und exotische Kletterpflanzen in Wort und Bild vor. Dazwischen gibt’s aber auch eine in Zeiten der Klimaerwärmung nicht unwichtig ökologische Botschaft.

Gerade in Städten, die sich in Rekordsommern noch mehr als das Umland aufheizen, sind Pflanzen als Schattenspender und «natürliche Klimaanlagen» wichtig. Kletterpflanzen können im dicht bebauten Gebiet, in dem es wenig bis keinen Platz mehr für grosse Bäume hat, einen wichtigen Beitrag leisten. Sie kommen für ihren «Bodenkontakt» meist mit sehr wenig Platz aus.

Mit Hilfe von Kletterpflanzen wie etwa Efeu können kahle Fassaden und Betonmauern zu richtigen Biotopen, zu Lebensräumen für Insekten, Vögel und Kleinsäuger werden. Für menschliche Hausbewohner haben begrünte Fassaden aber ebenfalls positive Wirkungen: Die Blätter der Pflanzen beschatten eine Fassade und halten Niederschläge von ihr ab.

Die Pflanzenblätter verdunsten zudem viel Wasser, was zur Kühlung des Umfelds beiträgt. Und diese Blätter filtern dank ihrer grossen Oberfläche Staub aus der Luft.

Gegen Vorurteile

Mit der Kletterpflanzen-Ausstellung möchte Hanspeter Schumacher, Botaniker und Leiter des Botanischen Gartens St.Gallen, aber auch Vorurteile gegen Fassadenbegrünungen angehen. Sei eine Fassade vor der Begrünung intakt, richteten die Kletterpflanzen keine Schäden daran an. Und auch die Vorstellung, dass das Grün an der Fassade zwangsläufig mehr Ungeziefer ins Haus bringe, sei durch wissenschaftliche Studien widerlegt.

Gartenfest am Sonntag

Diesen Sonntag, 9 bis 17 Uhr, führt der Botanische Garten St.Gallen sein diesjähriges Gartenfest durch. Im Zentrum stehen wie üblich Aktivitäten zur neu eröffneten Ausstellung. So gibt es um 10.15, 13.15 und 15.15 Uhr Führungen zum Thema Kletterpflanzen. Im Familienprogramm wird unter anderem gezeigt, wie man solche Kletterer für Haus und Garten vermehren kann. Neben der Ausstellung und einer Sonderpflanzung dazu im Freigelände des Gartens wartet natürlich wie immer auch eine Festwirtschaft auf Besucherinnen und Besucher. (vre)

Zu den Details von Gartenfest und Ausstellung

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