Weltraumexperte Men J. Schmidt:
«Der Mond ist eine Müllhalde»

Das Andwiler Ortsmuseum feiert die Mondlandung. Der Gossauer Sammler Men J. Schmidt stellt zugleich auch im Naturmuseum St. Gallen aus.

Laura Manser
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Weltraumspezialist Men J. Schmidt hat eine zusätzliche Garage gemietet für seine Sammelstücke. (Bild: Benjamin Manser)

Weltraumspezialist Men J. Schmidt hat eine zusätzliche Garage gemietet für seine Sammelstücke. (Bild: Benjamin Manser)

Mit einem Vollmondbier anstossen und an die erste bemannte Mondlandung zurückdenken: Anlässlich des 50. Jahrestages der Landung eröffnet das Andwiler Ortsmuseum am Samstag eine Ausstellung über die Geschichte und Entwicklung der Weltraumfahrt. Die Sammelstücke stammen vom leidenschaftlichen Weltraumspezialisten Men J. Schmidt. Während der Ausstellungsdauer hält der Gossauer im Sonnentalsaal vier öffentliche Vorträge zum Thema Weltraum.

In der Ausstellung können originale Astronautenanzüge aus der Zeit der Mondlandung und ein Sonnenwindsegel der Universität Bern bestaunt werden. Tischmodelle der Saturn V Entwicklungsschritte sind chronologisch im Massstab 1:35 aufgestellt, so wie sie im Büro von Raketeningenieur Wernher von Braun standen. Ebenfalls sind Weltraumverpflegung, ein Notfallset für Astronauten und Bilder zur Landung ausgestellt. Auf einem Bildschirm können die Besucherinnen und Besucher einen Kurzfilm über die Mondlandung nochmals anschauen. Die Sammelstücke sind bis am 31. März 2020 zu bestaunen.

Die Pioniere ehren

Schmidt ist schon seit drei Wochen mit dem Einrichten der Ausstellung fertig, nur die Reinigung steht noch bevor. Denn bereits nach der Gossauer Fasnacht konnte er den Raum mit seinen Figuren und Modellen schmücken. «Es war schön, ohne Stress aufzustellen.» Dabei kamen ihm auch neue Ideen, beispielsweise, den Kurzfilm zu zeigen. Der Museumsleiter habe ihn dabei unterstützt.

Für Schmidt ist die Ausstellung aber keine Premiere. Die zweite Hälfte seiner Sammelstücke steht noch bis am 11. August im Naturmuseum St. Gallen («Tagblatt» vom 21. Juni). «Die Anfrage vom Andwiler Ortsmuseum habe ich zuerst abgelehnt. Dann ist mir aufgefallen, dass ich genug Stücke besitze für ein zweites Museum», sagt der Gossauer. Für seine Sammelschätze hat er sogar eine zusätzliche Garage gemietet. Zweck der beiden Ausstellungen ist für Schmidt vor allem, den Pionieren den nötigen Respekt zu erweisen.

«Die Erfinder haben derart Grosses geleistet und ermöglicht.»

Die Ausstellung soll auch zum Erinnern und Nachdenken anregen: «Damals gab es noch keine Mobiltelefone oder HD-Bildschirme. Heutzutage trägt fast jeder eine Apple Watch am Handgelenk.»

Technischer Fortschritt oder Müllhalde-Mond?

Als grossen Schritt für die Menschheit bezeichnete Neil Armstrong seine ersten Schritte auf dem Mond. Doch stimmt diese Aussage aus heutiger Sicht immer noch? Die Raumfahrt habe den technischen Fortschritt unheimlich beschleunigt, sagt Schmidt. Andererseits habe der Weltraum-Tourismus auch seine schlechten Seiten:

«Der Erdtrabant ist bereits übersät mit Hinterlassenschaften wie Fäkalien, Kabel, Werkzeugen und Kameras.»

Eröffnung: 20. Juli um 14 Uhr im Ortsmuseum Andwil