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Die Stadt St. Gallen wächst dank Ausländern

Im Kanton St. Gallen sind im vergangenen Jahr auffällig viele Kinder zur Welt gekommen. In der Stadt gab es keinen solchen Spitzenwert. Betrachtet man aber Schweizer und Ausländer separat, zeigen sich Verschiebungen.
Roger Berhalter
302 ausländische Babys kamen im vergangenen Jahr in der Stadt St. Gallen zur Welt. (Bild: Getty)

302 ausländische Babys kamen im vergangenen Jahr in der Stadt St. Gallen zur Welt. (Bild: Getty)

In der Ostschweiz kommen wieder mehr Kinder zur Welt. Nach einem Rückgang der Geburten gab es im vergangenen Jahr wieder 336 Neugeborene mehr in der Region. Die kantonale Fachstelle für Statistik verzeichnet 9100 Geburten für 2018, wie sie diese Woche mitteilte. Im Kanton St. Gallen wurden 5368 Geburten gezählt, das ist der zweithöchste Wert der letzten 20 Jahre (Ausgabe vom Freitag).

In der Stadt St. Gallen hat es keinen solchen Spitzenwert gegeben. 879 Geburten wurden 2018 insgesamt gezählt; das sind etwa gleich viele wie in den Jahren zuvor. Überhaupt hat sich der Wert seit 2010 nicht gross verändert, wie ein entsprechender Jahresvergleich der kantonalen Fachstelle für Statistik zeigt.

Auch die Wohnbevölkerung in der Stadt ist in den vergangenen Jahren konstant geblieben. Zwischen 2015 und 2017 schrumpfte sie sogar leicht, und noch immer dümpelt die Zahl der Stadtbewohnerinnen und -bewohner knapp unterhalb jener 80 000er-Grenze, die der Stadtpräsident gerne knacken würde.

Die Geburtensaldi unterscheiden sich

St. Gallen schrumpft mittlerweile nicht mehr, wächst aber auch kaum. Betrachtet man in der Statistik die schweizerische und die ausländische Wohnbevölkerung separat, werden aber Verschiebungen sichtbar. Ohne die Geburten und die Zuzüge von Ausländerinnen und Ausländern wäre die Wohnbevölkerung kaum so konstant geblieben.

Die jüngsten vom Kanton veröffentlichten Zahlen zeigten, dass in der ganzen Ostschweiz besonders viele Kinder in ausländischen Familien zur Welt kommen. In der Stadt St. Gallen ist das ebenfalls so. Vor allem beim Geburtensaldo könnten schweizerische und ausländische Familien unterschiedlicher nicht sein. Der Geburtensaldo – die Zahl der Geburten minus die Zahl der Gestorbenen in einem Jahr – ist in der Schweizer Stadtbevölkerung seit zehn Jahren negativ. Ein Beispiel: 2018 kamen in St. Gallen 577 Schweizerinnen und Schweizer zur Welt. Gleichzeitig starben 588 Menschen, was einen Geburtensaldo von Minus 11 ergibt. Ganz anders sieht es bei den Ausländern aus. Bei ihnen ist der Saldo seit zehn Jahren positiv. Auch hier ein Beispiel: 2018 kamen in St. Gallen 302 Ausländerinnen und Ausländer zur Welt, gleichzeitig starben 82. Der Geburtensaldo betrug also Plus 220.

Analog hat sich der Wanderungssaldo entwickelt. Diesen Wert berechnet man, indem man von der Zahl der Zugezogenen die Zahl der Weggezogenen abzieht. Seit 2009 ist in St. Gallen der Wanderungssaldo der Schweizer Wohnbevölkerung durchgehend negativ: Jedes Jahr ziehen mehr Schweizer aus der Stadt weg, als neue hierher zügeln. Im Gegensatz dazu ziehen jedes Jahr mehr Ausländerinnen und Ausländer zu als weg. Der Wanderungssaldo der ausländischen Bevölkerung ist seit 2009 durchgehend positiv.

Gleich viele Schweizer wie schon 2009

Mit anderen Worten: Während die Zahl der Stadtbewohner in den vergangenen Jahren insgesamt konstant geblieben ist, ist die Zahl der Ausländer gewachsen. Das Wachstum der Stadtbevölkerung seit 2009 ist fast vollständig auf das Wachstum der ausländischen Wohnbevölkerung zurückzuführen. Wohnten 2009 noch 55110 Schweizerinnen und Schweizer in St. Gallen, waren es Ende des vergangenen Jahres 55073 – also fast gleich viele. Zwischen damals und heute schwankte diese Zahl nur um ein paar hundert Menschen. Bei den Ausländerinnen und Ausländern hingegen stieg die Zahl von 21084 im Jahr 2009 auf 24478 im vergangenen Jahr.

Deutsche, Italiener, Kosovaren

Derzeit leben knapp 25000 Ausländerinnen und Ausländer in der Stadt St. Gallen. Exakt 24478 waren es Ende 2018, wie die neusten Zahlen der kantonalen Fachstelle für Statistik zeigen. Nach Staatsangehörigkeit aufgeschlüsselt, sind es die Deutschen, welche in St. Gallen die grösste Ausländergruppe bilden. Fast jeder vierte Ausländer in der Stadt stammt aus dem nördlichen Nachbarland; insgesamt 5263 Deutsche leben hier. Danach folgen mit deutlichem Abstand die Italiener (2765), die Kosovaren (1976), die Serben (1356), die Portugiesen (1176), die Österreicher (1132), die Bosnier (1011), die Mazedonier (876), die Türken (723), die Spanier (736) und die Kroaten (510). Weitere 2491 Stadtbewohnerinnen und -bewohner kommen aus dem restlichen Europa. Die übrigen Ausländerinnen und Ausländer in der Stadt stammen vor allem aus Asien (2381), aus Afrika (1482) und aus Amerika (514). Die in der Statistik verbleibenden 86 Menschen kommen aus der restlichen Welt oder sind staatenlos. (rbe)

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