Aus fürs Open-Air-Kino St.Gallen: Die grosse Kulisse fehlte

In diesem Sommer wird im Kantipark keine Leinwand mehr aufgestellt. Die Organisatoren des St.Galler Open-Air-Kinos hätten gerne einen anderen Standort innerhalb der Stadt gehabt.

Marion Loher
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Im Kantipark werden in diesem Sommer keine Filme mehr gezeigt. (Bild: Urs Bucher/10. Juli 2009)

Im Kantipark werden in diesem Sommer keine Filme mehr gezeigt. (Bild: Urs Bucher/10. Juli 2009)

Johnny Depp und Cate Blanchett auf der grossen Leinwand unter freiem Himmel vor den beiden Türmen der St.Galler Kathedrale: Für Christof Huber wäre der Klosterplatz der «Traumstandort» für das Open-Air-Kino in St.Gallen gewesen. «Für jede Veranstaltung gibt es A-, B- und C-Plätze, und ein Open-Air-Kino funktioniert vor allem dann gut, wenn man die Leinwand am bekanntesten und romantischsten Ort der Stadt aufstellen kann», sagt der Geschäftsführer der Open Air Kino Cinair AG, die das St.Galler Open-Air-Kino bislang organisiert hat. Der Klosterplatz sei so ein Ort, wie auch die Marktgasse mit ihren historischen Bauten. «Allerdings war es uns in den vergangenen 20 Jahren aus technischen oder reglementarischen Gründen nie möglich, einen solchen Platz für unser Freiluftkino zu bekommen.» Deshalb hat sich die Veranstalterin entschieden, künftig auf eine Durchführung des Kino-Open-Airs in St.Gallen zu verzichten.

Stimmungsvolleres Ambiente am See

Für Huber heisst das aber nicht, dass der bisherige Standort – der Kantipark – «schlecht» gewesen ist. «Im Gegenteil», sagt er, «der Kantipark war schön grün.» Aber mit einem Wahrzeichen wie der Kathedrale oder der Altstadt im Hintergrund wäre das Ambiente eindrücklicher gewesen. So wie es der Bodensee in Arbon und Kreuzlingen biete. Auf diese beiden Freiluftkinos will sich die Veranstalterin in Zukunft konzentrieren. An beiden Orten wird in Technik, Ambiente und Gastronomie investiert. Eine Weiterentwicklung, welche Huber für den Standort St.Gallen nicht sah:

«In Arbon beispielsweise essen viele Besucherinnen und Besucher zuerst Znacht und schauen sich dann den Film an.»

In St.Gallen hingegen seien die meisten hauptsächlich auf den Filmstart gekommen. Hier eine grössere Küche aufzustellen, hätte wenig Sinn gemacht. Zu gross ist das Gastronomie-Angebot im direkten Umfeld des Kantiparks. Huber betont, dass der Entscheid gegen St.Gallen nicht die Folge eines finanziellen Defizits gewesen sei. «Die Besucherzahlen der vergangenen Jahre waren in Ordnung. Die Auslastung aber war nie so gross wie in Arbon oder Kreuzlingen.»

Es gab nicht viele Alternativen

Stadtpräsident Thomas Scheitlin bedauert den Wegzug des Open-Air-Kinos. «Dass ein Standort am See attraktiv ist, ist unbestritten.» Doch es gelte, den regionalen Fokus nicht zu verlieren. Das Open-Air-Kino bleibe Bestandteil des Freizeitangebots im Lebensraum St.Gallen. In den vergangenen Jahren hat das Freiluftkino seinen Standort innerhalb der Stadt bereits mehrmals gewechselt: vom Innenhof des Kantiparks über den Sportplatz Lerchenfeld und wieder zurück in den Kantipark.

Bezüglich eines weiteren Umzugs sagt Scheitlin: «Aufgrund der benötigten Fläche für die gesamte Infrastruktur kamen nicht viele andere Standorte in der Stadt in Frage. Wir haben diese mit dem Organisator angeschaut.» Die Marktgasse wäre zu klein gewesen. Zum Klosterplatz, der vom Kanton verwaltet wird, sagt Christof Huber: «Die Auflagen für den Klosterplatz sind streng, deshalb war er als Standort für uns leider nie möglich.»