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Glosse

Weshalb der FC St.Gallen keine Matchplakate mehr aufhängt

Der FC St.Gallen geht in die digitale Offensive und verzichtet auf Matchplakate. Ziehen die Fans nach, ändert sich das eine oder andere rund um die Spiele der Ostschweizer.
Daniel Wirth

Im letzten Heimspiel stellte der FC St.Gallen das Fussballspielen gegen den FC Lugano vorübergehend ein. Von den über 12'000 Fans gingen nur die zwei Dutzend, die über den San Bernardino fahren mussten, zufrieden nach Hause. Der grosse Ostschweizer Rest war nach dem 0:2 gegen die Luganesi masslos enttäuscht.

Dass überhaupt noch 12'644 Fans den Weg in den Kybunpark fanden, grenzt ohnehin an ein Wunder. Denn der FC St.Gallen hängt vor den Heimspielen keine Matchplakate mehr aus. Im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung habe sich der Klub dazu entschieden, in Zukunft verstärkt auf digitale Werbung zu setzen, teilte er in einem Schreiben mit. Die Matchplakate würden eingestellt.

Dabei waren diese schön anzusehen; sie zeigten unsere FCSG-Helden im Grossformat beim Tackling, beim Flugkopfball, beim Dribbling, bei der Bicicletta und im Torjubel. Die Bilder weckten Emotionen, von denen der Fussball lebt.

TV-Gerät statt Stadion

Bei den Fans löst das Einstellen der Matchplakate keine Freude aus. Im Gegenteil. Im Espenblock soll laut darüber nachgedacht werden, ob im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung in Zukunft der analoge Fussballgenuss eingestellt werden soll. Das würde heissen: Statt im Kybunpark würden die Fans die Heimspiele daheim vor dem TV-Gerät oder am Computer und unterwegs auf dem Tablet oder dem Handy reinziehen – fernab von Bratwurstgeruch, Bierfahnen, Doppelhalter und Petarden. Die Polizei könnte ihr Aufgebot mindestens halbieren. Die Männer und Frauen am Grill oder am Zapfhahn könnten auch daheimbleiben. Denn die Expertenschaft fachsimpelt im Zug der Digitalisierung nicht mehr im Stadion beim Bier, sondern im Chat.

Wenn beim nächsten Heimspiel am 3. April gegen die Zürcher Grasshoppers weniger als 10'000 Fans kommen, hat das nichts mit der Lugano-Pleite zu tun und auch nichts mit der Klassierung des Gegners (10.), sondern mit dem Einstellen der Plakate.

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