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In St.Gallen soll aus einer Telefonkabine eine Märlistation werden - das ist schwieriger als gedacht

Aus der Telefonkabine auf dem Blumenmarkt sollte eine Märlistation werden. Doch diese lässt auf sich waren.
Marlen Hämmerli
Die Telefonkabine soll ein neues Aussehen erhalten und zur Märlistation werden. (Bild: Lisa Jenny)

Die Telefonkabine soll ein neues Aussehen erhalten und zur Märlistation werden. (Bild: Lisa Jenny)

Was bietet die Innenstadt Kindern? «Wenig», sagt Katy Rohner. «Ausser den farbigen Linien auf dem Marktplatz, wo ich kaum je Kinder sehe.» Rohner und ihre Mitstreiterinnen Anja Weiss-Gehrer und Cornelia Benz-Furimann wollen das Stadtzentrum deshalb familienfreundlicher gestalten. Bereits Anfang 2018 meldeten sie sich zur Mitarbeit am Projekt «Zukunft St.Galler Innenstadt».

Mit «Spielpunkten», verteilt in der ganzen Innenstadt, möchten sie etwas für Familien bieten und dadurch die Innenstadt beleben. Auf dem Grüningerplatz soll zum Beispiel ein Kugellabyrinth aufgebaut werden, neben dem Brunnen in der Neugasse Kreiselblumen und in der Webergasse ein St.Galler Memory-Spiel.

Kinder sollen in der Kabine Märli hören

Am konkretesten ist bisher eine Märlistation in der alten Telefonkabine am Blumenmarkt. Die Idee: Kinder bis sieben Jahre hören Märchen, während die Eltern in Sichtweite im Café sitzen. Ist die Märlistation besetzt, leuchtet das Licht auf dem Dach der Kabine . Ganz so wie früher, wenn jemand telefonierte.

Ursprünglich war geplant, die Märlistation im Frühling zu eröffnen. Heute sagt Katy Rohner: «Wir sind zuversichtlich, dass sie bald realisiert wird. Wann genau, steht aber in den Sternen.» Ihre Mitstreiterinnen und sie hatten sich zur Mitwirkung gemeldet, in der Annahme, dass die Stadt Ideen sucht, diese jedoch selber umsetzt.

«Als Anfang Jahr klar wurde, dass wir nebst Konzept auch für die Finanzierung verantwortlich sind, rieben wir uns die Augen.»

Dazu sagt Samuel Zuberbühler, Leiter der städtischen Standortförderung, welche die Projekte koordiniert:

«Das war so angedacht. Wenn man eine Idee hat, muss man klären, wie sie sich umsetzen lässt.»

Katy Rohner hatte die Idee der Spielpunkte vor einem Jahr am Forum «Zukunft St.Galler Innenstadt» vorgestellt. Die Rückmeldungen seien alle sehr positiv gewesen. Davon angespornt beschlossen die drei Frauen, die Herausforderung trotzdem anzunehmen und die Märlistation zu realisieren. Obwohl alle drei berufstätig sind. So leitet Rohner die Bekleidungsfirma «The Swiss Label».

Die Finanzierung für die Märlistation steht

Nachdem Konzept und Budget standen, begann im Frühling die Suche nach Sponsoren. Die Märlistation kostet 20'000 Franken. Die Finanzierung ist laut Rohner inzwischen gesichert. «Aber es brauchte Zeit und vollen Einsatz, so nebenbei Geld zu sammeln.»

Demnächst wird das Baugesuch eingereicht. Anschliessend läuft das Baubewilligungsverfahren. Das Design der Telefonkabine wurde inzwischen fertig ausgearbeitet, sodass es nach Erteilung der Baubewilligung sofort an die Umsetzung gehen kann.

Eine Bewilligung ist nötig, obwohl es vonseiten der Standortförderung erst hiess, dem sei nicht so. Das Projekt werde «schlank durchgewunken». Standortförderer Zuberbühler sagt: «Wir gingen davon aus, dass die Umnutzung einfacher möglich ist.» Die Märlistation ist die erste bauliche Massnahme aus dem Projekt «Zukunft St.Galler Innenstadt», die realisiert wird. «Aus den Erfahrungen lernen wir nun für weitere Projekte.»

Initiantinen werden «Märlitanten» genannt

«Zwischendurch dachten wir daran, aufzugeben», sagt Katy Rohner. Doch wenn sie durch die Innenstadt gehe, merke sie, dass es dringend Massnahmen zur Belebung brauche. Es sei schade, dass es nicht schneller vorwärts gehe. «Durch die Verzögerung werden wir bereits als ‹Märlitanten› bezeichnet. Das stört uns, denn wir sind seit Monaten ständig dran.»

Um Familien verstärkt in die Stadt zu locken, brauche es aber mehr als eine Märlistation. Laut Zuberbühler sind Spielpunkte, für die ein fixer Standort im öffentlichen Raum nötig ist, schwieriger zu realisieren. Denn dafür müsse erst der ideale Ort gefunden werden. Eine Idee war, an einer Fassade oder in einem Schaufenster ein interaktives Spiel zu installieren. «Das ist in Kooperation mit einem Laden umsetzbar und deshalb sicher einfacher.»

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