Aus der Betonwüste wird eine Oase: Auf dem Areal Bach werden 150 Bäume und Sträucher gepflanzt

Seit einigen Tagen sind die Bagger auf der Brache bei der Migros Bach am Werk. Sie graben Löcher. Die Bepflanzung von 150 Bäumen und Sträuchern am Mittwoch auf dem Areal Bach war der Startschuss für die Zwischennutzung.

Theepan Ratneswaran
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Stadtgrün St. Gallen pflanzt ein Baum ein.

Stadtgrün St. Gallen pflanzt ein Baum ein.

Bild: Arthur Gamsa (25. November 2020)

«Wir schreiben Geschichte in St. Gallen», sagt Melanie Diem, die Präsidentin des Vereins Areal Bach. Am Mittwoch pflanzen Stadtgrün St. Gallen und die Mitarbeiter des Vereins Förderraum auf der Brache nördlich der SBB-Gleise in St. Fiden rund 150 Bäume und Sträucher. In der Geschichte der Stadt St. Gallen seien noch nie so viele Bäume aufs Mal gepflanzt worden, sagt Diem.

Die Eschen, Birken, Pappeln und Weiden sollen auf dem Areal Bach für eine grüne Oase sorgen. Die Bäume werden durch die Baumschule Roth aus Kesswil zu vergünstigten Konditionen angeboten und durch eine Patenschaft aus der Bevölkerung finanziert.

Viele im Quartier packen mit an

Schon am Mittwoch vor einer Woche war Spatenstich. Die Baufirma Cellere erledigt seither die Tiefbauarbeiten. Das Projekt werde in «unserem» Quartier realisiert, sagt Marco Cellere, der operative Leiter der Cellere Bau AG, die ihren langjährigen Hauptsitz im Osten der Stadt beim Stadion Espenmoos hat.

Cellere profitiere von der Zwischennutzung durch die Schaffung eines attraktiven Begegnungsortes, der die Büroarbeitsplätze aufwerte.

«Deshalb war es für uns sogleich klar, dass wir das Projekt zu Selbstkostenpreise unterstützen wollen.»

Kinder brauchen Spielräume in der Natur

Der pensionierte St. Galler Kinderneurologe Markus Weissert kämpft für grünere Spielplätze und Pausenplätze.

Der pensionierte St. Galler Kinderneurologe Markus Weissert kämpft für grünere Spielplätze und Pausenplätze.

Bild: Nik Roth (15. Juni 2020)

Auf dem Areal Bach soll demnach ein Freiraum zum Verweilen entstehen. Ein grosszügiger Stadtraum, wie er auf Drei Weieren oder beim Wildpark Peter und Paul bereits existiere, sagt Markus Weissert, Vorstandsmitglied des Vereins Areal Bach. Besonders Kinder bräuchten diese Freiräume in der Natur. Ein Grossteil der Kinder verbringe kaum noch eine Stunde pro Tag draussen. Dieser Entwicklung müsse man entgegenwirken, sagt Weissert.

Mit der überbordenden Bautätigkeit mit immer mehr Verdichtung müsse man jetzt jede Chance zur Gestaltung lebenswerter Grünräume nutzen. Dies vor allem auch im Osten der Stadt, sagt der Kinderneurologe Weissert. Das Quartier St. Fiden sei stark belastet durch den Strassenverkehr, die Bahn und das Messeareal.

«Die brachliegende Fläche zwischen Bahnhof St. Fiden und Migros Bach ist deshalb optimal für einen grosszügigen naturnahen Freiraum.»

Bäume sind gut für das Klima

Die Freude bei allen Beteiligten ist umso grösser, dass nach monatelanger Planungszeit nun die Bepflanzung stattfindet. Sieben Mitarbeiter von Stadtgrün und 12 Mitarbeiter von Förderraum helfen seit Mittwochmorgen bei der Grosspflanzaktion. Dies alles auf freiwilliger Basis, wie Melanie Diem sagt.

Melanie Diem, Präsidentin Verein Areal Bach.

Melanie Diem, Präsidentin Verein Areal Bach.

Bild: PD

Die Bepflanzung sei ganz zentral für die Gestaltung des Areals. Die 150 Bäume und Sträucher versprechen Abkühlung während heisser Sommertage, spenden Schatten und tragen zu einem angenehmen Mikroklima bei. Diem sagt:

«Das Quartier St. Fiden-Heiligkreuz leistet mit dieser begrünten Zwischennutzung eine St. Galler Pionierleistung im Kampf gegen den Klimawandel.»

Die Bepflanzung sei ein Meilenstein und gleichzeitig der sichtbare Startschuss für das Areal Bach.